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Inhalt
III. Mögliche Reformmaßnahmen und ihre WirkungUm die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland zu sichern, muss es Ziel von Politik und Wirtschaft sein, die drohende MINT-Fachkräftelücke mittelfristig zu verkleinern und bestenfalls zu schließen. Dies kann nur gelingen, wenn die Absolventenzahlen im MINT-Bereich deutlich gesteigert werden. Da die gesamte mittelfristige MINT-Lücke vor allem bei den Ingenieuren entsteht, ist eine Zunahme der Absolventen der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge entscheidend.
Im Wesentlichen sind folgende Maßnahmen denkbar:
Zudem gehören auch die Hochschulen in den Fokus bildungspolitischer Reformen. So sollte beispielsweise ein hoher Anteil der zusätzlichen Studienplätze im Rahmen des Hochschulpaktes II für die Ingenieurwissenschaften eingerichtet werden. Darüber hinaus könnte der Staat die Hochschulfinanzierung stärker nachfrageorientiert durchführen und hierbei den Hochschulen für einen Ingenieurstudienplatz entsprechend höhere Beträge zur Verfügung stellen. Auf diese Weise entstünden finanzielle Anreize für die Hochschulen, vermehrt Studienplätze in diesem Bereich anzubieten und Studienangebote für beruflich qualifizierte Fachkräfte in technischen Bereichen zu konzipieren. Durch die genannten Reformmaßnahmen kann die MINT-Lücke mittelfristig zu einem guten Teil reduziert werden. Das zeigt ein Vergleich des Szenarios „Status quo“ mit dem Szenario „Reform“ (Grafik 6). Das Szenario „Status quo“ bildet die MINT-Lücke ab, die entsteht, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden und dem Fachkräftemangel keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Gegensatz dazu steht das Szenario „Reform“, bei dem davon ausgegangen wird, dass die oben beschriebenen Maßnahmen zur Reduktion der MINT-Lücke umgesetzt werden. Im Reform-Szenario würde sich der Engpass wie im Status-quo-Szenario erst einmal weiter verschärfen und im Jahr 2014 mit rund 200.000 nicht zu besetzenden Stellen auf seinen höchsten Wert steigen. In den Folgejahren ginge der MINT-Mangel jedoch bis auf gut 160.000 Stellen im Jahr 2020 zurück. Dies entspricht im Vergleich zur kumulierten Lücke ohne Reformmaßnahmen einer Reduktion um rund 60 Prozent. Die kumulierte Lücke kann also mittelfristig mithilfe der Maßnahmen abgebaut werden, weil ab 2015 jedes Jahr mehr Absolventen von den Hochschulen kommen als Stellen frei werden. Dennoch ist dieser jährliche Angebotsüberhang nicht groß genug, um die Lücke ganz zu beseitigen. |
![]() ![]() ![]() Ansprechpartner ![]() Dr. Michael Stahl 030-55150-203
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