Gesamtmetall
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Situation auf dem Ausbildungsmarkt 




1. Lage bei M+E

Die M+E-Industrie hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses unternommen. In den industriellen Metall- und Elektroberufen, den Kernberufen der Branche, ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwischen 1993 und 2008 von 49.700 auf 79.900 gestiegen.

Im Jahr 2009 ist die Metall- und Elektro-Industrie allerdings in die schwerste Krise der Nachkriegszeit geraten. In diesem Krisenjahr waren die vom Boom der Branche getriebenen Rekordwerte der Jahre 2007/2008 nicht zu halten: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Metall-, Elektro- und den technischen IT-Berufen ist nach den Daten der Industrie- und Handelskammern von 79.900 in 2008 auf 67.300 in 2009 zurückgegangen – ein Minus von 15,7 Prozent. Trotz der Jahrhundertkrise liegen die Betriebe mit ihrer Ausbildungsleistung aber noch auf dem Niveau von 2006 (67.800)

Zudem war der Rückgang nicht allein der Krise geschuldet: Etwa 5 Prozent der Ausbildungsplätze in den M+E-Berufen konnten nicht besetzt werden, weil geeignete Bewerber fehlten. Das hat zwei Gründe:
  1. Bundesweit und über alle Berufe gerechnet ist die Zahl der Ausbildungsbewerber 2009 um 14 Prozent zurückgegangen. Hintergrund: Die Zahl der Schulabsolventen ist um etwa 4 Prozent gesunken – im Osten mit 26 Prozent noch viel dramatischer als im Westen.
  2. Nicht alle Bewerber sind auch geeignet. Noch immer gilt etwa ein Fünftel eines Jahrgangs als nicht ausbildungsreif. Hier bieten die M+E-Arbeitgeber mit der Ausbildung in kompakten, 2-jährigen Berufen eine Alternative an, der sich die IG Metall allerdings immer noch verweigert.

Ein Ausbildungssegment mit wachsender Bedeutung sind die „Dualen Studiengänge“, in denen betriebliche Praxis und Studium kombiniert werden. Immer mehr Unternehmen nutzen diesen Weg, um sich qualifizierten Nachwuchs zu sichern, gerade auch in den MINT-Fächern. Von 44.000 Dualen Studenten in 2008 stieg die Zahl auf 48.800 in 2009. Allerdings geht nur ein Teil der Studenten den Weg über eine eingetragene Ausbildung. Deshalb führt auch die Verschiebung in der Ausbildung hin zu den Dualen Studiengängen zu einem Rückgang der Zahlen in der Dualen Ausbildung.

Der Löwenanteil der neuen Ausbildungsverhältnisse entfiel im vergangenen Jahr auf die Metallberufe. In diesem Bereich haben die Unternehmen 46.000 neue Verträge abgeschlossen. In den Elektroberufen und den technischen IT-Berufen waren es jeweils rund 10.500 Neuverträge. Unter den 46.000 Neuverträgen der Metallberufe waren auch 2.700 Verträge für den zweijährigen Ausbildungsberuf des Maschinen- und Anlagenführers, der im Jahr 2004 neu geschaffen wurde und damals mit rund 600 Ausbildungsverträgen gestartet war. Dieser Erfolg zeigt, dass wir noch mehr Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen können, wenn Betriebe und Bewerber das breite Angebot an Ausbildungsberufen nutzen.
2. Alle Berufe, alle Wirtschaftsbereiche

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt war 2009 besser, als man angesichts der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise erwarten konnte. Dennoch: Die Krise hat auch bei den Lehrstellen ihre Spuren hinterlassen: So ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2009 (bis zum 30.9.2009) um 8,2 Prozent bzw. 50.338 auf 566.004 zurückgegangen (2008: 616.342). Neben der wirtschaftlichen Situation ist dafür auch der demografiebedingte Rückgang der Schulabgängerzahlen (-4 Prozent) verantwortlich.

Dieser Rückgang hat sich ebenfalls auf die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Bewerber für Berufsausbildungsstellen ausgewirkt: Hier fällt das Minus mit 14 Prozent insgesamt noch höher aus. Der Bewerberrückgang führte in manchen Regionen u. a. dazu, dass zahlreiche ausbildungswillige Betriebe keine ihren Anforderungen entsprechenden Bewerber/innen finden konnten.

Laut Ausbildungsmarktstatistik der BA hat sich die Zahl der unversorgten Bewerber zum 30. September 2009 erneut verringert. Als unversorgt waren zu diesem Zeitpunkt noch 9.600 Bewerber erfasst - 4.900 weniger als im Vorjahr. Bei der Nachvermittlung konnte diese Zahl um weitere 5.300 auf nunmehr lediglich 4.400 unversorgte Bewerber zum Ende der Nachvermittlung reduziert werden (zum Vergleich: Januar 2009 waren es noch 6.000).

Diesen noch unversorgten Jugendlichen stehen ausreichend Angebote zur Verfügung, darunter 11.100 unbesetzte Plätze zur Einstiegsqualifizierung (EQ-Plätze). Diese Einstiegsqualifizierungen haben sich als erfolgreiche Brücke in die betriebliche Berufsausbildung erwiesen. Wie in den Vorjahren konnte jedem Jugendlichen, der zu den Nachvermittlungen von Kammern und Agenturen für Arbeit erschien, mindestens ein Angebot unterbreitet werden. 83 Prozent bekamen dabei einen Ausbildungsplatz oder eine Einstiegsqualifizierung angeboten.

Auch im vergangenen Jahr verlief die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich – nicht zuletzt, weil die Zahl der Schulabgänger mit -26 Prozent in Ostdeutschland deutlich stärker zurückgegangen ist als in den alten Bundesländern: In Ostdeutschland wurden insgesamt knapp 100.000 neue Ausbildungsverträge registriert und damit 14.700 bzw. 13 Prozent weniger als im Vorjahr. In Westdeutschland wurden 467.000 neue Ausbildungsverträge gezählt. Das waren 35.600 bzw. 7,1 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2008.

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3. Ausbildungspakt trotz Wirtschaftskrise auch 2009 erfolgreich

Der im Jahr 2007 zwischen Wirtschaftsverbänden und Bundesregierung verlängerte Nationale Pakt für Ausbildung erweist sich weiterhin als Erfolg: Die Paktzusagen wurden trotz schwierigster wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erneut erfüllt – dank des großen Engagements der ausbildenden Unternehmen, der Paktpartner und der Bundesagentur für Arbeit:
  • Jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen konnte ein Angebot auf Ausbildung oder Qualifizierung gemacht werden.
  • 72.600 neue Ausbildungsplätze wurden von Kammern und Verbänden eingeworben.
  • 46.300 Betriebe konnten erstmalig für Ausbildung gewonnen werden.
  • Für die Einstiegsqualifizierungen (EQ) stellten die Betriebe 32.360 Plätze zur Verfügung.
  • Die Ausbildungsquote der Bundesverwaltung lag 2009 mit 7,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über der im Pakt gegebenen Zusage von 7 Prozent.
  • Bund und neue Länder haben das Bund-Länder-Ausbildungsprogramm Ost im Jahr 2009 mit 5.000 Plätzen fortgeführt.
  • Die Bundesagentur für Arbeit hat im Jahr 2009 41.000 Eintritte in außerbetriebliche Ausbildung gefördert.
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