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Podcast: Mechatronikerin - Aus Überzeugung
Noch immer entscheiden sich die meisten Mädchen für einige wenige, klassische Frauenberufe. Etwas anders sieht die Situation bei Thales Deutschland im thüringischen Arnstadt aus. Regelmäßig werden hier junge Frauen zu Mechatronikerinnen ausgebildet, oft gehören sie zu den Besten ihrer Jahrgänge. Susann Hertwig berichtet von ihren Erfahrungen.
Susann Hertwig würde nicht noch einmal den gleichen beruflichen Werdegang einschlagen. Die junge Frau ist Mechatronikerin bei der Niederlassung der Thales Deutschland GmbH im thüringischen Arnstadt. „Mit dem Wissen, was ich jetzt habe, würde ich nach meinem Abi gleich die technische Richtung einschlagen, ich denke auch mit einer Ausbildung. Zum Mechatroniker zum Beispiel.“ Und so hat die junge Thüringerin sich „dann halt entschieden, noch mal was ganz anderes zu machen und eine technische Ausbildung zu beginnen. Und da speziell den Mechatroniker, weil der so breit gefächert war, und das hat mir da zugesagt.“ Vor wenigen Wochen hat Susann Hertwig ihre Ausbildung abgeschlossen – und zwar mit überdurchschnittlichen Leistungen. „Unsere Susann Hartwig hat in diesem Jahr das beste Ergebnis erzielt“, freut sich auch Niederlassungsleiter Steffen Müller. Zumal die Jungfacharbeiterin gute Chancen hat, auch im Bereich der Industrie- und Handelskammer Südthüringen ganz vorne zu liegen. Die Entscheidung, verbunden mit einer entsprechenden Auszeichnung, fällt im Frühherbst. Aber eins steht für Steffen Müller jetzt schon fest: „Auf jeden Fall sind wir mit den Leistungen sehr zufrieden. Und wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass ein nicht unmaßgeblicher Anteil von jungen Mädchen dann später noch den Techniker daran schließen oder eine weitere Ausbildung anschließen, um sich auf diesem Wege fortzubilden.“ Ob Susann Hertwig diesen Weg einschlagen wird, weiß sie noch nicht. Grundsätzlich vorstellen, kann sie es sich aber schon. Gerade gilt ihre volle Konzentration erst einmal ihrer Arbeit in der Instandhaltung. Die ist für den reibungslosen Produktionsablauf bei Thales von großer Bedeutung. Ein verantwortungsvoller Job, der die frischgebackene Mechatronikerin besonders reizt: „Es ist auf jeden Fall sehr vielseitig und abwechslungsreich. Man ist an allen möglichen Maschinen mit den unterschiedlichsten Fehlern und Arbeiten konfrontiert – da wird es nie langweilig.“ Thales in Arnstadt ist einer von insgesamt 24 Standorten der Thales Deutschland GmbH aus Stuttgart. Die hat bundesweit rund 6.000 Beschäftigte. In Arnstadt stellen etwa 400 Mitarbeiter unterschiedliche Produkte für die weltweite Eisenbahnsignaltechnik her. Ein Bereich übrigens, für den bereits zu DDR-Zeiten an gleicher Stelle Geräte produziert wurden. Aber auch andere Dinge haben Tradition: „Aus der Historie heraus haben wir schon immer einen recht hohen Frauenanteil. Wir haben jetzt aktuell einen Anteil von 50% Frauen,“ betont Steffen Müller. Das gilt nicht nur für die Produktion, sondern auch für den Ingenieurbereich, in dem 35 Prozent der Beschäftigten Frauen sind. Seit über 70 Jahren würde an dem Standort Ausbildung betrieben und es wäre nie eine Unterscheidung zwischen Mädchen und Jungen gemacht worden. Der Standortleiter hofft, dass das auch in Zukunft so bleibt, „denn wir sehen an dieser Stelle auch das Potential, dass wir in der gemeinsamen Zusammenarbeit der weiblichen und männlichen Beschäftigten hier die größten Potenzen herausholen können.“ Das alles ist auch ein Stück Unternehmenskultur. Aber im Gegensatz zu früher, ist es heute wesentlich schwerer, Frauen für technische Berufe zu gewinnen. „Ich denke, da muss man eine ganze Menge tun,“ weiß Steffen Müller, wobei man sich bei Thales seit eh und je auf den hohen Frauenanteil eingestellt hat. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiges Thema: „Wir pflegen engen Kontakt zu den jungen Müttern, das heißt in der Elternzeit oder in der Mutterschutzzeit sind sie mehrfach wieder in der Firma, um den Kontakt nicht zu verlieren und dann den Wiedereinstieg relativ einfach zu gestalten. Wir unternehmen natürlich auch gemeinsam mit den jungen Müttern Anstrengungen, dass entsprechende Kindergartenplätze zur Verfügung gestellt werden, sodass die Familie und der Beruf einhergehen können.“ Die Thales-Niederlassung Arnstadt will zeigen „wie attraktiv solche Berufe auch in der Elektrotechnik für Frauen sind, und dass es auf jeden Fall eine Bereicherung ist, wenn auch Frauen aktiv in diesem Bereich tätig sind.“ Aufgrund der Anforderungen, die sowohl im mechanischen als auch im elektronischen Bereich liegen, bietet Thales in Arnstadt fast ausschließlich die gewerblich-technische Berufsausbildung zum Mechatroniker an. Speziell dieser Beruf würde sich nach Ansicht von Steffen Müller besonders für Frauen eignen, „weil er beides verbindet: Einmal die Möglichkeit der kreativen Tätigkeit und auf der anderen Seite die strengen technischen Anforderungen zu vereinigen.“ Von den acht ausgeschriebenen Ausbildungsplätzen im Jahr, werden in der Regel ein bis zwei mit jungen Frauen besetzt und es könnten mehr sein. Denn die bisherigen Erfahrungen mit den weiblichen Azubis sind überaus positiv, weil sie doch viele neue Ideen einbringen, die den männlichen Kollegen bisher nicht gekommen sind. Das wird auch von den Auszubildenden selbst so gesehen. Sie empfinden die gemeinsame Lernsituation als äußerst positiv. „Ja, ich sage mal so: Für mich persönlich ist es besser, als wenn ich jetzt in einer Truppe wäre, wo nur Mädels wären. Ich finde das so vom Klima her angenehmer.“ Die Mechatronikerin empfiehlt anderen an Technik interessierten Mädchen, einen technischen Beruf zu wählen, denn: „Wir Frauen können das genau so gut wie Männer.“ |
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