Arbeitspolitik

Arbeitspolitik ist für Gesamtmetall ein wichtiges Handlungsfeld zur Steigerung der Leistungskraft der M+E-Unternehmen und damit zur Sicherung und zum Aufbau von wettbewerbsfähigen Arbeitsplätzen in Deutschland.

Die Gestaltung der Arbeitsprozesse in den Unternehmen, das Zusammenwirken menschlicher Arbeit mit Arbeitsablauf und Technik hat sich nicht nur an gesetzlichen und tariflichen Regelungen auszurichten, sondern wird zunehmend von Entwicklungen außerhalb der Unternehmen beeinflusst. Empfehlungen zur Arbeitsgestaltung unterschiedlichster Institutionen, Thematisierungen auf wissenschaftlichen Fachtagungen, Forschungsprogramme der Bundesregierung, Medienberichte zur Entwicklung der Arbeitswelt, Projektergebnisse wissenschaftlicher Studien, Auflagen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, Analysereports von Sozialversicherungsträgern, Kampagnen der Gewerkschaft u. Ä. m. können Anlass für Einwirkungen auf den innerbetrieblichen Entscheidungsprozess zur konkreten Gestaltung der Arbeits- und Leistungsbedingungen sein. Hierdurch wird mittelbar Einfluss auf das Niveau der Produktivität und Kosten der Unternehmen genommen und nicht unwesentlich auch die Werthaltung der Beschäftigten gegenüber „Arbeit“ bestimmt.

Gesamtmetall verfolgt deshalb die aktuellen Entwicklungen und Veröffentlichungen und erläutert in Fachdiskussionen sowie in der Öffentlichkeit die Positionen und Vorschläge der M+E-Arbeitgeber. Das gilt vor allem für die Weiterentwicklung von Konzepten zur effizienzsteigernden betrieblichen Arbeits- und Organisationsgestaltung, die das Zusammenwirken von Mensch und Technik betreffen.

Aufgabe und Ziel der Arbeitspolitik von Gesamtmetall ist, dass bei derartigen Entwicklungen und Vorhaben die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht geschwächt werden darf, sondern nachhaltig gestärkt wird. Ebenso wichtig ist, dass dadurch die Motivation und Kompetenz der Beschäftigten gefördert wird.

Die Weiterentwicklung der Arbeits- und Organisationsstrukturen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bei sich ständig verändernden Märkten führt insbesondere in Bezug auf den Zuschnitt von Arbeitsaufgabe, Arbeitszeit, Qualifikation, Führung und Entlohnung zu neuen Gestaltungskonzepten. Die IG Metall nimmt diese Entwicklung oftmals zum Anlass, eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu behaupten und in Orientierung am betrieblichen Konflikt eine Ausweitung der Mitbestimmung über Gesetz und Tarifvertrag hinaus anzustreben. Gesamtmetall erarbeitet für hierauf nicht vorbereitete Betriebe gemeinsam mit Vertretern aus den Mitgliedsverbänden und Unternehmen eigenständige Konzepte und praktikable Handlungsempfehlungen. Diese können dann an die konkreten betrieblichen Gegebenheiten angepasst werden.

Die Erarbeitung arbeitspolitischer Positionen und Argumente sowie auch Broschüren und Merkblätter geschieht unabhängig von etwaigen tariflichen Forderungen der IG Metall. Sollte die Gewerkschaft zu einem dieser Themen tatsächlich Forderungen stellen, dann sind die Verbände und Gremien hierauf bereits fachlich vorbereitet. Gesamtmetall erarbeitet diese Positionen eng vernetzt mit der Kompetenz der Mitgliedsverbände und den Vertretern von deren Mitgliedsunternehmen sowie das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (IfaA) im Ausschuss für Arbeit und Entgelt.