Leitlinien unserer Arbeit

Unser Ziel ist, durch die Verbesserung der Arbeitsbeziehungen und Anpassungen der Arbeitsbedingungen die Leistungskraft der M+E-Industrie zu steigern und damit zur Sicherung und zum Aufbau wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze in Deutschland beizutragen.
  1. Wir wollen allen Betrieben die Entscheidung überlassen, in welcher Form sie ihre Arbeitsbedingungen regeln wollen. Tarifträgerschaft und Flächentarifvertrag bleiben jedoch weiterhin die konstitutiven Merkmale der M+E-Arbeitgeberverbände. Wer die Vorteile des Flächentarifvertrags nutzen will, dem wollen wir die dafür notwendigen wirtschaftlich tragbaren Standards ermöglichen. Wer dagegen Firmentarife oder einzelvertragliche Regelungen bevorzugt, den wollen wir bei der Suche nach der besten Lösung unterstützen. Gesamtmetall als Dachverband hat sich für die Mitgliedschaft von OT-Verbänden geöffnet. Alle Mitgliedsverbände von Gesamtmetall bieten neben der T-Mitgliedschaft auch die OT-Mitgliedschaft an. Gesamtmetall besteht in Zukunft aus beiden Organisationsformen.
  2. Wir wollen mit den Gewerkschaften im Rahmen eines fairen Interessenausgleichs fall- und zielorientiert zusammenarbeiten. Mit reformorientierten Gewerkschaften und Betriebsräten können wir eine standortsichernde Tarif- und Beschäftigungspolitik gestalten. Wir widersetzen uns allerdings gewerkschaftlichen Aktivitäten, wenn sie zu einer Blockade notwendiger Reformen in Deutschland führen.
  3. Wir wollen den eingeleiteten Reformprozess, der zur Wiedergewinnung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Erneuerung des Standorts D unerlässlich ist, weiterhin fördern. Wir werden auf Bundes- und Landesebene bei Parteien, Gesetzgeber und Regierung auf weitere Reformen und ihre Umsetzung dringen sowie bei allen politischen Prozessen, die für unsere Mitgliedsfirmen von Bedeutung sind, aktiv Einfluss nehmen.
  4. Wir wollen unternehmerische Standpunkte in der Öffentlichkeit weiterhin offensiv vertreten. Unsere Öffentlichkeitsarbeit wird sich nicht auf tarifpolitische Themen beschränken, sondern alle für die M+E-Industrie zukunftsweisenden Felder der Gesellschafts- und Sozialpolitik umfassen, wie z.B. Tarifrecht, Betriebsverfassung, Mitbestimmung und Umbau der Sozialen Sicherungssysteme.
  5. Wir wollen die tarifpolitische Prozesssteuerung auf Arbeitgeberseite inhaltlich und organisatorisch weiterentwickeln. So wird in Zukunft die Zentrale Tarifkommission bei Konzeption, Abschluss und Umsetzung von Tarifverträgen die tragende Rolle spielen.
  6. Wir wollen den Flächentarifvertrag als zentrales Regelungsinstrument erhalten. Wir sind davon überzeugt, dass dies sowohl den T- als auch den OT-Mitgliedern unserer Mitgliedsverbände nützt. Um im Wettbewerb mit anderen Regelungsmöglichkeiten bestehen zu können, muss der Flächentarifvertrag aber weiter reformiert werden. Dies bedeutet, dass der tarifpolitische Trend zu mehr Betriebsnähe fortgesetzt wird, z.B. durch Ausbau des Pforzheim-Prozesses. Durch moderate Abschlüsse muss erreicht werden, dass die Regelungen des Flächentarifvertrags wieder mehr der Leistungskraft möglichst vieler Betriebe entsprechen.
  7. Wir wollen die bestehenden Konfliktlösungsverfahren verbessern. Wir akzeptieren den Arbeitskampf nur als letztes Mittel und werden nicht hinnehmen, dass beschäftigungsfeindliche Tarifabschlüsse unter dem Zwang von Kurzstreiks durchgesetzt werden. Wenn wir solche Vereinbarungen durch Abkommen mit den Gewerkschaften nicht erreichen, dann werden wir uns für gesetzliche Regelungen einsetzen. In der öffentlichen Diskussion muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass überzogene und leichtfertig eingeleitete Streikmaßnahmen und die missbräuchliche Nutzung betriebsverfassungsrechtlicher Blockademöglichkeiten unsere Arbeitsplätze gefährden, eine Abwanderung ins Ausland beschleunigen und zugleich abschreckend auf Investoren wirken.

15. April 2005
Der Vorstand von Gesamtmetall