Ältere Mitarbeiter

Zur Deckung ihres Fachkräftebedarfs wird die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) künftig alle verfügbaren Potenziale nutzen müssen. Dazu gehört auch die Ausweitung der Beschäftigung älterer Mitarbeiter (60 bis 65 Jahre bzw. mittelfristig bis 67 Jahre). Die Zahl der Mitarbeiter ab 60 Jahren ist von 2000 bis 2014 von 84.000 auf 233.000 gestiegen. Ihr Anteil an der Belegschaft hat sich damit fast verdreifacht.


Die ursprüngliche Entscheidung des Gesetzgebers zur schrittweisen Verschiebung des Renteneintrittsalters (Altersgrenze für die Regelaltersrente) auf 67 Jahre bis zum Jahr 2029 bleibt deshalb aus Sicht der M+E-Industrie richtig. Die Einführung einer abschlagsfreien Altersrente ab 63 Jahren nach 45 Beitragsjahren steht der angestrebten höheren Erwerbsbeteiligung Älter jedoch entgegen.

Erhebliche Fortschritte in der Arbeitsplatzgestaltung (Ergonomie) und Investitionen in moderne Produktionstechniken sowie die wachsende Bedeutung der Gesundheitsvorsorge haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Mitarbeiter länger im Betrieb aktiv sein können und auch wollen. Die M+E-Unternehmen haben zudem bereits in den zurückliegenden Jahren die Beschäftigung älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich gesteigert. Auch Weiterbildung in den Betrieben und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen sichern die Berufs- und Beschäftigungsfähigkeit und sind Voraussetzung dafür, dass künftig ältere Beschäftigte länger im Betrieb arbeiten. Laut zweier Studien, die von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurden, steigt auch die Zahl der erwerbstätigen Rentner mit zweistelligen Zuwachsraten. Für nicht wenige stehen dabei der sinnstiftende Aspekt der Arbeit und die Einbindung in soziale Netzwerke im Vordergrund, oder schlicht der Spaß an der Arbeit.

Ebenso haben die Tarifparteien der M+E-Industrie mit einer Reihe von Tarifverträgen der demografischen Entwicklung Rechnung getragen und den flexiblen Übergang in den Ruhestand und den Aufbau einer zusätzlichen Altersversorgung geregelt.

Dies zeigt laut einer repräsentativen Untersuchung des Allensbach-Instituts Wirkung: Bei M+E ist ein Abschied von der Frühverrentung erkennbar. Der Mentalitätswandel scheint bei Unternehmen und Beschäftigten angekommen.

82 Prozent der Unternehmen wollen Mitarbeiter halten

82 Prozent der befragten M+E-Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter so lange wie möglich halten, nur 4 Prozent sie so früh wie möglich in Rente gehen lassen. 14 Prozent waren unentschieden. Schon 2002 wollten 71 Prozent der Unternehmen die Mitarbeiter halten, aber 12 Prozent plädierten damals noch für den frühestmöglichen Renteneintritt.

85 Prozent der Unternehmen für Weiterbildung von Älteren

Vor zehn Jahren war ein Drittel der Unternehmen (30%) noch der Auffassung, Weiterbildung solle sich auf jüngere Mitarbeiter konzentrieren. Heute sagen das nur noch 13 Prozent der Firmen. Umgekehrt stieg der Anteil der Aussagen, dass sich Weiterbildung von über 50-jährigen für das Unternehmen lohne, von 61 auf 85 Prozent.

Fast die Hälfte der Mitarbeiter spürt Wandel

43 Prozent der Mitarbeiter bekräftigen, ihr Unternehmen lege Wert darauf, seine Mitarbeiter so lange wie möglich zu halten (2002: 30%). 27 Prozent glauben, ihr Unternehmen wolle sie so früh wie möglich in Rente schicken (2002: 44%), 30 Prozent machten keine Angaben (2002: 26%).

Auch Mitarbeiter halten Weiterbildung für lohnend

Inzwischen glauben fast drei Viertel der Mitarbeiter (72%), dass es sich für über 50-jährige Beschäftige lohne, Zeit in ihre Weiterbildung zu investieren, 2002 waren es erst 59 Prozent. Der Anteil derer, die Weiterbildungsinvestitionen nicht für lohnend erachten, halbierte sich von 24 auf 12 Prozent.

Wunsch der Mitarbeiter nach Frühverrentung nimmt ab

Nur noch 44 Prozent der Mitarbeiter wollen früher in Rente gehen als gesetzlich vorgesehen, 24 Prozent zum normalen Zeitpunkt, 5 Prozent wollen explizit länger arbeiten. 27 Prozent sind unschlüssig („kommt darauf an“). 2002 betrugen die jeweiligen Werte 56 Prozent (früher), 21 (normal), 4 (später) und 19 (kommt darauf an). Selbst von jenen, die zum normalen Zeitpunkt oder früher in Rente gehen wollen, können sich nur 18 Prozent gar nicht vorstellen, dennoch länger zu arbeiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Positionspapier zum Thema "Ältere Mitarbeiter".