Altersvorsorge

Das Thema ergänzende Altersvorsorge gewinnt seit Jahren insbesondere unter dem Gesichtspunkt eines sinkenden Sicherungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend an Bedeutung. Mit dem Altersvermögensgesetz hat der Gesetzgeber bereits erste Schritte zur Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge unternommen. Seit Beginn des Jahres 2002 wird der Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge auf unterschiedlichen Wegen staatlich gefördert.

So wurde vom Gesetzgeber ein Anspruch des Beschäftigten auf Entgeltumwandlung, also der Möglichkeit einer arbeitnehmerfinanzierten Altersversorgung, geschaffen. Dies hat zu einem Aufschwung der betrieblichen Altersversorgung geführt.

Daneben kann der Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge auch mithilfe der „Riester“-Förderung nach §§ 10 a, 82 ff. EStG erreicht werden. Diese Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge gewinnt in den letzten Jahren stetig an Bedeutung. Bis Ende März 2006 wurden bereits ca. 6,2 Millionen „Riester-Verträge“ abgeschlossen, allein im ersten Quartal 2006 sind mehr als 570.000 Neuabschlüsse zu verzeichnen. Mit einer weiter steigenden Nachfrage ist zu rechnen, u.a. auch deshalb, weil die staatlichen Zulagen im Rahmen einer weiteren Förderstufe im Jahr 2008 ansteigen werden.

Die Metall- und Elektroindustrie ist sich ihrer sozial- und tarifpolitischen Verantwortung im Bereich der Altersvorsorge bewusst und hat aus diesem Grund neben den bereits seit 2001 existierenden Tarifvertrag zur Entgeltumwandlung in der Tarifrunde 2006 den Tarifvertrag über altersvorsorgewirksame Leistungen gesetzt. Dessen Ziel ist es, künftig die ergänzende private Altersvorsorge ihrer Beschäftigten durch einen speziellen tarifvertraglich vereinbarten Rentenbaustein zu fördern.

Eine solche tarifliche Verankerung eines Rentenbausteins ist ein Novum in der M+E-Industrie und erschließt den Beschäftigten zusätzlich zur weiterhin möglichen Entgeltumwandlung die beiden aus heutiger Sicht „reformfesten“ Altersvorsorgevarianten: „Riester-Verträge“ in der privaten Altersvorsorge oder – sofern sich der Arbeitgeber für diese Option entscheidet – Arbeitgeberbeiträge in die betriebliche Altersvorsorge.

Unabhängig davon, ob der Arbeitgeber den Weg der betrieblichen Altersvorsorge für seine Beschäftigten eröffnet, oder ob die Beschäftigten sich für eine private Vorsorge mittels „Riester-Vertrag“ oder die Entgeltumwandlung entscheiden, in jedem Fall ist ein weiterer notwendiger Schritt zur Sicherung des Lebensstandards im Alter getan.