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Fakt ist... 





…die Vorstellungen der Gewerkschaft sind beschäftigungsfeindlich!

Der Sachverständigenrat hat eine Tarifpolitik, die für mehr Arbeitsplätze sorgt, wie folgt definiert: "Wenn der reale Verteilungsspielraum – gemessen als die um den Beschäftigungsabbau bereinigte Fortschrittsrate der Grenzproduktivität der Arbeit – nicht voll ausgeschöpft wird und ein Ausgleich für zu erwartende Preissteigerungen nur partiell erfolgt, nämlich unter anderem ohne Berücksichtigung der Verteuerung importierter Rohstoffe, wie etwa Erdöl, und der Erhöhung indirekter Steuern". Die Forderungen der IG Metall sind weit davon entfernt und würden zu Lasten von Arbeitsplätzen gehen – statt Arbeit in Deutschland zu halten. Mehr dazu im Jahresgutachten des Sachverständigenrates 2004/2005, S. 501: Als PDF-Datei hier ->.

…dass die Preissteigerung auch in der Vergangenheit nicht Teil der "Lohnformel" war!

Die IG Metall unterstellt, die Inflationsrate sei stets eine Komponente eines Tarifabschlusses gewesen – und die Arbeitgeber hätten sich von einer gemeinsamen Vereinbarung verabschiedet. Aber schon 2000 haben sich, im Rahmen des damaligen Bündnisses für Arbeit, die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund wie folgt geeinigt: "Dabei wird der sich am Produktivitätszuwachs orientierende, zur Verfügung stehende Verteilungsspielraum vorrangig für beschäftigungswirksame Vereinbarungen genutzt." Von Preisen ist dort – völlig zu Recht – nicht die Rede. Mehr dazu hier ->

...dass die Arbeitgeber vorgelegt haben - nun ist es an der IG Metall, sich zu bewegen!

Schon zu Beginn der Tarifrunde haben die Arbeitgeber deutlich gemacht, dass es in dieser Tarifrunde um mehr gehen muss als um eine bloße Lohnzahl. Sie nehmen das Motto "Arbeit in Deutschland halten" ernst. Bei der Vielzahl der zu verhandelnden Themen kann und konnte die Lohnzahl erst am Ende der Beratungen stehen, nicht bereits am Anfang. Ein umfangreiches Angebot haben die Arbeitgeber frühzeitig vorgestellt, und nun liegt auch ein faires Lohnangebot auf dem Tisch. Jetzt ist es an der Gewerkschaft, nicht lediglich ihrerseits nur zu fordern und zu blockieren, sondern sich auch zu bewegen. Mehr dazu hier ->

…dass Streiks massive Schäden anrichten würden!

Die IG Metall hat sich in den Verhandlungen bislang nicht bewegt, sondern droht schon mit flächendeckenden Streiks. Davor warnt beispielsweise Thomas Straubhaar, Präsident des Hamburger Wirtschaftsforschungsinstituts HWWI: "Die Unternehmen sehen ohnehin schon das Ende des Aufschwungs nahen. Ein großer Metall-Streik würde die Stimmung zusätzlich verschlechtern und die Einstellungsbereitschaft der Firmen nicht erhöhen, sondern senken". Mehr dazu hier ->

…dass die Exporte nur begrenzt etwas darüber aussagen, wie leistungsstark der Standort wirklich ist!

In Produkten "Made in Germany" stecken immer mehr Bestandteile, die in anderen Ländern gekauft wurden. Deshalb ist der Titel "Exportweltmeister" so trügerisch, weil er im Grunde nur sagt, dass die Produkte deutscher Unternehmen erfolgreich sind – nicht aber, wie von der Gewerkschaft suggeriert, dass der Standort Deutschland so konkurrenzfähig ist. Aber selbst der symbolische Titel des Exportweltmeisters ist vergänglich: Zum einen fehlen darin Dienstleistungen, zum anderen könnte China uns schon im nächsten Jahr überholen. Mehr dazu hier ->

…dass es im Schnitt jeder Mitarbeiter der M+E-Industrie acht Tage im Jahr Weiterbildung betreibt!

Rund 87 Prozent der M+E-Unternehmen ist in der Weiterbildung aktiv, die Branche investiert jedes Jahr mehr als 3.500.000.000 Euro. Im Schnitt bildet sich jeder Mitarbeiter innerhalb eines Arbeitsjahres gut 8 Arbeitstage lang weiter, davon entfallen knapp 3 Tage auf formalisierte Weiterbildungsveranstaltungen. Von 2001 bis 2003 ist die Weiterbildungsteilnahme der Mitarbeiter bei M+E in Westdeutschland um 36 Prozent und in Ostdeutschland sogar um 70 Prozent gestiegen. Mehr dazu hier ->.

…dass der Weltwährungsfonds für die Weltwirtschaft 2007 mit einem Wachstum von 4,7 Prozent rechnet, für Deutschland aber nur mit einem Prozent – deutlich weniger, als die deutschen Forschungsinstitute!

Der Internationale Währungsfonds stellt Deutschland kein gutes Zeugnis aus: Das Wachstum wird nach Schätzungen der Experten weiterhin drastisch hinter dem Rest der Welt hinterherhinken. Als eine der wesentlichen Ursachen werten die Wissenschaftler, dass Arbeitsmarktreformen bislang halbherzig waren und eine echte Deregulierung ausgeblieben ist. Mehr zu den Prognose z.B. in der Süddeutschen Zeitung; Mehr zu den Empfehlungen hier ->. (PDF auf Englisch)

...dass hohe Lohnsteigerungen in guten Zeiten die Firmen dauerhaft belasten und in einer schwachen Konjunkturphase die Arbeitsplätze gefährden!

In den beiden Einmalzahlungen soll die jeweilige konjunkturelle Situation abgebildet werden. Die Arbeitgeber haben diese angeboten, damit die Mitarbeiter an der guten Konjunkturentwicklung teilhaben. Da alle Prognosen für 2007 eine nachlassende Dynamik voraussagen, soll die zweite Einmalzahlung geringer ausfallen als die erste. Entscheidend ist, dass die Einmalzahlungen nicht in die Entgelttabellen einfließen und somit nicht nachhaltig das Kostenniveau belasten - denn eine dauerhafte Erhöhung muss von den Unternehmen Jahr für Jahr neu erwirtschaftet werden. Mehr dazu hier ->.

...dass die Lohnzahl nur eine von vielen Elementen sein kann!

Die Arbeitgeber haben gestern ein umfassendes Angebot vorgelegt. Darin ist auch eine Lohnerhöhung vorgeschlagen, die sich in zwei Bestandteile aufteilt. Doch das Angebot geht darüber hinaus und umfasst auch Vorschläge, wie Arbeit in Deutschland gehalten und Anreize für neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Auch die Themen Qualifizierung und Vermögenswirksame Leistungen sind angesprochen. Mehr dazu hier ->.

…dass in Deutschland die duale Berufsausbildung ein Qualifikationsniveau sicherstellt, die ist in den meisten andere Ländern so nicht gibt!

Ob Weiterbildung, Ausbildung oder der Anteil an Studenten: Oft und gerne wird auf das Ausland verwiesen. Doch die Vergleiche hinken. Das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland, bei dem eine gründliche Erstausbildung vermittelt wird, gibt es nur in wenigen anderen Ländern wie Österreich oder der Schweiz. Aber es macht natürlich einen Unterschied, ob jemand mit einer entsprechenden Ausbildung sein Berufsleben beginnt, oder ob er direkt von der Schule während der Arbeit erst seinen Beruf kennenlernt. Übrigens: 65.800 Jugendliche haben 2005 in der M+E-Industrie eine Ausbildung begonnen! Mehr dazu hier ->.

…dass die Zahl der Beschäftigten weiter gesunken ist!

Zum ersten Mal ist die Zahl der Mitarbeiter in der Metall- und Elektro-Industrie auf unter 3,4 Millionen gesunken. Das zeigt, dass neue Wege auch in der Tarifpolitik gefragt sind: Einerseits durch einen Tarifvertrag für produktionsferne Bereiche, die sonst immer mehr in externe Unternehmen ausgelagert werden, zum anderen durch Anreize, Beschäftigung im Unternehmen aufzubauen, anstatt dies beispielsweise durch Leiharbeit oder bei Tochterfirmen im Ausland zu tun. Mehr dazu: Beschäftigte bei M+E / Tarifvertrag produktionsferne Bereiche / Beschäftigungsanreize

…dass die IG Metall auf den Vorschlag, Anreize zum Beschäftigungsaufbau zu schaffen, ideologisch statt sachlich argumentiert!

Unser Vorschlag, den Aufbau von Beschäftigung durch eine solidarische Arbeitszeitverlängerung zu fördern, stößt bei der IG Metall auf harsche Ablehnung. Betrachtet man die vorgebrachten Gründe, so bleibt nur der Schluss: Die IG Metall will das Modell missverstehen und übersieht die Dimension des Wettbewerbs. Beschäftigungsaufbau scheint sie nicht zu interessieren. Mehr dazu hier ->.

...dass Wirtschaftswissenschaftler sich einig sind: Lohnzurückhaltung ist der einzig richtige Weg!

Über 250 Professoren deutscher Universitäten, darunter Thomas Straubhaar, Bernd Raffelhüschen, Joachim Starbatty, Michael Burda und Christian von Weizsäcker, haben einen entsprechenden Appell unterzeichnet. Dort heisst es im Punkt 3: "Die unangenehme Wahrheit besteht deshalb darin, dass eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage nur durch niedrigere Entlohnung der ohnehin schon Geringverdienenden, also durch eine verstärkte Lohnspreizung, möglich sein wird. Eine Abfederung dieser Entwicklung ist durch verlängerte Arbeitszeiten, verminderten Urlaubsanspruch oder höhere Leistungsbereitschaft möglich". Mehr dazu: Wortlaut - Unterzeichner

…dass die Gewinne der DAX-Unternehmen zu einem immer größeren Teil aus dem Ausland stammen!

Rund 80 Prozent des Gesamtumsatzes bei Siemens beispielsweise stammt aus dem Ausland. Doch auch bei den meisten DAX-Unternehmen stammt mehr als die Hälfte von Umsatz und Erträgen aus dem Ausland. Wer verantwortungsvoll Tarifpolitik betreibt, der weiß, dass die DAX-Gewinne kein Maßstab für den Flächentarif sein können. Wer es doch propagiert, plädiert dann eher für Lohnerhöhungen im Ausland. Mehr dazu hier ->.

….dass die IG Metall die tarifpolitischen Vorschläge der Arbeitgeber bewusst ignoriert!

Der Vorwand für die Warnstreiks ist die angebliche Verschleppungstaktik der Arbeitgeber. Deren Angebote zum Erhalt von Arbeit in Deutschland hat die IG Metall jedoch ohne Verhandlung abgelehnt: Betriebliche Komponente zur Stabilisierung der Beschäftigungslage, Kostensenkungen bei produktionsfernen Tätigkeiten gegen Auslagerung, Verlängerung der Arbeitszeit zur Förderung des Beschäftigungsaufbaus. Mehr dazu hier ->.


…dass Deutschland im Standortwettbewerb weiter zurückgefallen ist!

In ihrem neuen Monatsbericht schreibt die Bundesbank: "Deutschland ist vor allem aus zwei Gründen im internationalen Standortwettbewerb zurückgefallen. Die Attraktivität der Länder, die 2004 der EU beigetreten sind, hat für ausländische Direktinvestitionen deutlich zugenommen. Und die Investitionsbedingungen in vielen außereuropäischen Schwellenländern, insbesondere in China, haben sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Vor diesem Hintergrund darf der Titel des „Exportweltmeisters“ nicht überbewertet werden. Er bezieht sich auch nur auf den Warenhandel. Nimmt man die Dienstleistungen mit ins Bild, so haben die USA nach wie vor den ersten Platz inne. (…) Die Erfolge auf den Auslandsmärkten können aber angesichts der schwachen Entwicklung des hiesigen Produktivkapitals und des geringen Beschäftigungsgrades nur eingeschränkt als Qualitätsmerkmal für den Standort Deutschland interpretiert werden". Mehr dazu hier ->.


…dass die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat!

Bis Juli 2005 gingen bei M+E saisonbereinigt rund 35.000 Arbeitsplätze verloren. Seitdem ist die Beschäftigtenzahl im Großen und Ganzen stabil, mit leichten monatlichen Schwankungen. Im Jahresdurchschnitt 2005 hatte die M+E-Industrie gegen Vorjahr einen Beschäftigtenrückgang von 1,0 Prozent. Ob damit tatsächlich das Ende des Personalabbaus erreicht ist, bleibt abzuwarten - Skepsis ist angebracht, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Arbeitskosten in keinem Industrieland so hoch sind wie in Deutschland. Anstehende Investitionsentscheidungen hängen auch nicht zuletzt vom Tarifabschluss ab – und der damit verbundenen weiteren Entwicklung. Deshalb muss die oberste Priorität sein, Arbeit in Deutschland zu halten! Mehr dazu hier ->.

...dass zehntausende Arbeitsplätze aus der M+E-Industrie ausgelagert werden!

Sie landen bei Dienstleistern im Inland und bei der Zeitarbeit oder sie wandern sogar ins Ausland ab. Outsourcing und Offshoring sind eindeutige Zeichen dafür, dass die hohen Standards im Flächentarifvertrag der M+E-Industrie bei den Tätigkeiten außerhalb unserer Kernkompetenz nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Hier wollen wir eine tarifpolitische Initiative starten, Dienstleistungstätigkeiten durch wettbewerbsfähige Tarifstrukturen in den Betrieben zu halten und den Firmen dafür neue Regelungen im Flächentarif anzubieten. Mehr dazu hier ->.

...dass es Zeit wird, neue Wege zu suchen, wenn wir Anreize für Beschäftigungsaufbau geben wollen!

Wir haben tarifpolitische Instrumente, um auf betrieblicher Ebene und durch betriebliche Initiativen Entlassungen zu vermeiden. Was uns fehlt, ist ein Instrument, das den Unternehmen tarifliche Anreize bietet, zusätzliche Beschäftigte einzustellen, statt Produktionswachstum durch vermehrten Teilezukauf oder den Einsatz von Zeit- und Leiharbeit zu realisieren. Ein solches tarifliches Modul, das durch Kostensenkung den Beschäftigungsaufbau direkt nachvollziehbar fördert, könnte beispielsweise so aussehen: Wenn ein Unternehmen seine Beschäftigtenzahl dauerhaft um 6 Prozent aufstockt, arbeiten die übrigen Beschäftigten ohne zusätzliche Bezahlung 60 Minuten pro Woche länger. Mehr dazu hier ->.

…dass Managergehälter erfolgsabhängig sind!

Die IG Metall prangert mit Hingabe die Entwicklung der Managergehälter an. Dabei sind diese extrem erfolgsabhängig – und die Gewerkschaft ignoriert dann geflissentlich, dass die Gehälter dann auch mal um 30 Prozent sinken können (wie bei Infineon 2005). Im vergangenen Jahr sind dabei die Gehälter deutlich weniger gestiegen als die Gewinne. Vorschläge, einen Teil der Arbeitnehmer-Einkommen ebenfalls an den Erfolg des Unternehmens zu koppeln, sind regelmäßig an der Blockade der IG Metall gescheitert. Mehr zu den aktuellen Managergehältern bei der Tageszeitung "Welt" ->. Nachtrag: Die IG Metall dazu

…dass eine betriebliche Komponente hilft, der unterschiedlichen Lage der Betriebe gerecht zu werden!

"Wir müssen mit unserem Tarifabschluss die 4.800 Firmenkonjunkturen unserer Mitgliedsfirmen einfangen. Gut zu erkennen sind die konjunkturellen Unterschiede an den Auftrags- und Produktionsdaten: Wir haben allein innerhalb des Maschinenbaus ein konjunkturelles Gefälle, das man sich in dieser Größenordnung gar nicht vorstellen kann. Die Bergbaumaschinen und die Verfahrenstechnik verbuchen Auftragszuwächse um weit über 40 Prozent, während die Klimatechnik oder die Papiermaschinen fast die gleichen Ziffern schreiben – mit umgekehrtem Vorzeichen! Wir haben eine größere Zahl von Modellen überprüft und haben festgestellt, dass jedes davon seine Stärken und Schwächen hat. Deshalb haben wir uns entschlossen, nicht mit einem vorgefertigten Konzept in die Verhandlungen zu gehen, das wir mit Zehen und Klauen durchsetzen wollen. Vielmehr möchten wir die verschiedenen Ansätze gemeinsam mit der IG Metall auf Umsetzbarkeit abklopfen." Mehr dazu hier ->.

…dass fast zwei Drittel aller Beschäftigten bei M+E für den Export arbeiten!

Für viele M+E-Bereiche ist der deutsche Markt schon seit Jahrzehnten zu klein. Fast zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten direkt oder indirekt für den Export. Einige Branchen sind zu fast 80 Prozent vom Export abhängig, keine hat eine Quote unter 50 Prozent. Im Einzelfall reicht die Weltmarktorientierung fast an 100 Prozent heran. Andere Firmen arbeiten für inländische Endverbraucher oder sind nur über Zulieferungen auf den Weltmarkt ausgerichtet. Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser: "Der deutsche Markt ist relativ klein, davon kann keiner leben. Wenn wir uns nur danach richten würden, wären die meisten von uns am Dienstag mittag fertig." Mehr dazu hier ->.

…dass die Lohnkosten eine deutlich wichtigere Rolle spielen, als die IG Metall behauptet!

Fünf Prozent mehr Geld würden die Kosten um nur 0,88 Prozent erhöhen, behauptet die IG Metall. Das ist eine fahrlässige Täuschung. Im System des Flächentarifs muss neben der direkten Lohnkostenbelastung auch die indirekte mit eingerechnet werden, weil das gesamte Wertschöpfungsnetzwerk innerhalb der M+E-Industrie durch die Tariferhöhung belastet wird. Insgesamt beträgt der Anteil der Lohnkosten am Ende etwa 40, in Einzelfällen sogar bis zu 60 Prozent. Mehr dazu hier ->.

…dass es keinen Nachholbedarf bei den Arbeitnehmern gibt!

Prof. Dr. Michael Hüther, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, schreibt in seiner Handelsblatt-Kolummne: "Dabei ist zunächst daran zu erinnern, dass sich entgegen der dominierenden Gefühlslage der Arbeitnehmer die Reallohnposition in den vergangenen zehn Jahren – gespeist aus Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzung – um 4,2 Prozent verbessert hat. Der verbreitete Eindruck ist falsch, dass der globalisierte Standortwettbewerb zu einem Sinken der realen Nettolöhne auf breiter Front geführt hat". Mehr dazu hier ->.

…dass die Spannbreite der Unternehmen vom kleinen Familienbetrieb bis zum global agierenden Konzern reicht!

Der Löwenanteil der M+E-Betriebe gehört zum Mittelstand. 70 Prozent haben weniger als 100 Beschäftigte, nur 2 Prozent haben 1.000 und mehr. Im DAX-100 der wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften ist die M+E-Industrie mit 22 Firmen vertreten, die größten mit sechsstelligen Beschäftigtenzahlen. Fast die Hälfte der Arbeitsplätze stellen dennoch die Betriebe mit weniger als 500 Mitarbeitern. Entsprechend aberwitzig ist es, aus den Bilanzen von 22 DAX-Unternehmen Schlussfolgerungen für die Tarifpolitik abzuleiten, die die ganze Branche betreffen. Mehr dazu hier ->.

...dass der Export nicht Damoklesschwert, sondern Lebensnerv der M+E-Industrie ist!

Jürgen Peters bezeichnet die Exportabhängigkeit als "Damoklesschwert". In Deutschland profitieren 63 Prozent der M+E-Arbeitsplätze direkt oder indirekt (über Zulieferungen) vom Exporterfolg. Darin spiegelt sich das wichtigste strukturelle Kennzeichen der M+E-Industrie - ihre Internationalität. Heute notwendige Investitionen verlangen Stückzahlen, wie sie auf dem deutschen Markt allein nicht zu holen sind. Komponenten für Kernkraftwerke, Bergbaumaschinen, Textilmaschinen sind in Deutschland überhaupt nicht mehr abzusetzen. Viele Firmen müssten schon Dienstagmittag ihre Tore schließen, wenn sie nur deutsche Abnehmer hätten. Mehr dazu hier ->.

…dass die Schere zwischen Brutto und Netto nicht kleiner wurde!

Seit 1990 sind die Arbeitskosten der Unternehmen um 66 Prozent gestiegen. Dass wenig dafür bei den Arbeitnehmern ankommt, liegt an höheren Energiepreisen, Arbeitszeitverkürzung, und daran, dass Steuern und Abgaben trotz vereinzelter Reformen weiter gestiegen sind und Arbeit immer mehr mit gesetzlichen Lohnzusatzkosten belastet wurde. Mit verantwortlich dafür ist das Bundesministerium für Arbeit. Die Bundesminister für Arbeit (- und Soziales bzw. Wirtschaft) seit 1969 waren: Walter Ahrendt (Mitglied der IG BCE), Herbert Ehrenberg (Mitglied der IG Bau), Heinz Westphal (Mitglied IG Bau), Norbert Blüm (Mitglied der IG Metall), Walter Riester (Mitglied der IG Metall), Wolfgang Clement (Mitglied der IG BCE), Franz Müntefering (Mitglied der IG Metall).

…das Erwartungen noch lange keine gesicherte Basis für wirtschaftlichen Aufschwung sind!

Die M+E-Unternehmen blicken im Moment optimistisch nach vorne. Für die Tarifverhandlungen bedeutet das besondere Vorsicht. Der Blick zurück zeigt nämlich: In den vergangenen Jahren ging es jedes Mal nach dem Tarifabschluss rapide abwärts mit dem Optimismus. Wir haben es selber in der Hand, ob aus guter Stimmung auch dauerhaft gute Lage wird. Mehr dazu hier ->.

…dass tarifvertragliche Regelungen von Innovationen absolut überflüssig sind!

Die IG Metall fordert einen Tarifvertrag zu Innovationen. Damit will sie angebliche Schwächen der betrieblichen Innovationstätigkeit beseitigen. Dabei ist die M+E-Industrie der mit Abstand stärkste Innovationsmotor unserer Volkswirtschaft: Der Anteil an Ausgaben für Forschung und Entwicklung an der Wertschöpfung der M+E-Industrie beträgt etwa 10 Prozent – das ist fünfmal soviel wie in der Gesamtwirtschaft. Mehr dazu hier ->.

…dass wir in Deutschland besser und billiger werden müssen!

Die deutsche M+E-Industrie lebt von technisch hochwertigen Spitzenprodukten. Aber darauf können wir uns nicht ausruhen: "Jeder neue Jahrgang bringt Deutschland derzeit rund 70.000 Ingenieure hervor. In China sind es schon heute gut 400.000." (Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH). Betrachtet man gleichzeitig die Aussage von Haifeng Ling, Deutschland-Chef des chinesischen Handyherstellers ZTE, wird deutlich, dass wir unsere Stellung im Markt nicht mit weiteren Kostensteigerungen halten können: "Der deutsche Ingenieur arbeitet im Schnitt 1.650 Stunden im Jahr. In China liegt die gesetzliche Arbeitszeit bei 2.500 Stunden. Unsere Ingenieure arbeiten aber oft 3.000 Stunden". Interview mit Haifeng Ling in der Berliner Zeitung ->.

…dass die Lohnstückkosten in keinem anderen Industrieland so hoch sind wie bei uns!

Die IG Metall verweist gerne darauf, dass die Lohnstückkosten in den vergangenen beiden Jahren gesunken sind. Was sie nicht dazu sagt: Trotzdem sind sie immer noch in keinem anderen Industrieland der Welt so hoch wie in Deutschland, lediglich Dänemark schlägt Deutschland hier knapp. Mehr dazu hier ->.

…dass das Thema Arbeitslosigkeit für die IG Metall keine Rolle zu spielen scheint!

5 Millionen Menschen sind arbeitslos gemeldet, darunter 468.000 Menschen aus der Metall- und Elektro-Berufen. Im Westen kommen auf 9 Beschäftigte in unserer Industrie ein Arbeitsloser, im Osten 3. Wenn wir Arbeit in Deutschland halten wollen, dann müssen wir besser und billiger werden - nur besser zu sein, reicht nicht mehr, und schon gar nicht, wenn wir sogar neue Arbeitsplätze möglich machen wollen. Mehr dazu hier ->.

...dass die Wirtschaftswissenschaftler einmütig gegen zu hohe Lohnabschlüsse sind!

Aktuell hat sich Beatrice Weder di Mauro, "Wirtschaftsweise" von der Universität Mainz, in der Berliner Zeitung zu den Tarifrunden von IG Metall und Ver.di geäußert:
"Natürlich gibt es Menschen, denen es finanziell schlecht geht und die deshalb nicht mehr ausgeben können. Die meisten könnten sich aber sehr wohl etwas leisten. Wegen der allgemeinen Verunsicherung haben sie es aber lange Zeit vorgezogen, zu sparen. In einem gewissen Maß ist das ja auch sinnvoll. Aber es gab auch ein hohes Maß an Angstsparen, und das dürfte sich wieder abbauen.(...) Als die Arbeitszeiten in vielen Ländern verkürzt wurden, hat sich doch gezeigt, dass deswegen nicht mehr Menschen beschäftigt wurden. Warum sollte es umgekehrt anders laufen?"
(Berliner Zeitung, 28.02.). Die Position wird unterstützt von über 250 Wirtschaftsprofessoren. Mehr dazu hier ->.

...dass Weiterbildung und Qualifizierung in der M+E-Industrie auch ohne einen Tarifvertrag stattfindet!

Nach einer aktuellen Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln waren im Jahr 2004 rund 87 Prozent der M+E-Betriebe in der Weiterbildung aktiv. Die M+E-Industrie investiert Jahr für Jahr rund 7 Milliarden Euro in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Berufliche Weiterbildung sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes und die Berufsfähigkeit der Mitarbeiter. Mehr dazu hier ->.

…dass das Prinzip von Pforzheim nicht dazu dient, Löhne hoch zu schrauben, um sie nachher durch Ergänzungstarifverträge wieder abzusenken!

Das Pforzheimer Abkommen wurde notwendig, um die Folgen einer langjährig verfehlten Tarifpolitik zu korrigieren. Die Standards im Flächentarifvertrag haben ein Niveau erreicht, das die Wettbewerbsfähigkeit des M+E-Standorts Deutschland ernsthaft in Frage stellt und viele Betriebe zur Abwanderung ins Ausland zwingt. Mit einem überhöhten Tarifabschluss 2006, der die Standards weiter in die Höhe treibt, würde die IG Metall den Bedarf an Ergänzungstarifverträgen künstlich vergrößern. Mehr dazu hier ->.

...dass 30 von 80 Sparten der M+E-Industrie gefährdet sind!

Die Verlagerung erreicht inzwischen auch Kernbereiche und gefährdet die für M+E wichtigen Cluster-Strukturen. Ein Indiz dafür: Während die Beschäftigtenzahlen der M+E-Industrie von 2000 bis 2005 im Schnitt um rund 5 Prozent gefallen sind, beklagen 25 von 80 M+E-Sparten einen Arbeitsplatzverlust von 15 bis 30 Prozent. Auch wenn nicht alle Arbeitsplatzverluste auf das Konto von Verlagerungen oder auf Marktanteilsverluste gehen, ist die Gefahr groß, dass weitere Sparten auf Dauer ganz aus Deutschland abwandern - ohne, dass wir Alternativen dafür gefunden haben. Mehr dazu hier ->.

…dass die Tarifrunde große Verantwortung dafür hat, ob der Aufschwung auch wirklich kommt!

So hat der Bundesverband der deutschen Banken gerade erst in seinem Konjunkturbericht klargestellt, dass die letzten Daten den Optimismus wieder dämpfen. Vor allem aber:
"Nichtsdestotrotz verdeutlicht der jüngste Wachstumsdämpfer, wie störanfällig die wirtschaftliche Entwicklung noch immer ist. Eine generelle Abkehr von der in den letzten Jahren praktizierten Lohnzurückhaltung oder länger anhaltende Streiks wären ein Konjunkturrisiko. Um der innerhalb der einzelnen Branchen sehr unterschiedlichen Ertragslage der Unternehmen besser gerecht zu werden, sollte in der aktuellen Lohnrunde verstärkt über ertragsabhängige Lohnbestandteile und Erfolgsbeteiligungen nachgedacht werden." Mehr dazu hier ->.

…dass sich die Kaufkraft nicht durch kräftige Löhnerhöhungen steigern lässt!

Kräftige Lohnerhöhungen für mehr Nachfrage - "das ist eine einfache Formel, die bei der heutigen Abhängigkeit von der weltwirtschaftlichen Entwicklung und dem Export nicht mehr stimmt" (Hubertus Schmoldt, IG BCE-Vorsitzender); "Versuche, die Nachfrage über hohe Tarifabschlüsse anzuregen, wie es die sog. Kaufkrafttheorie der Löhne nahe legt, haben sich nicht bewährt. Im Gegenteil: Immer wenn die Lohnpolitik auf Expansionskurs ging, geriet die Wirtschaft wenig später in eine Rezession." (Prof. H. Lehment, Institut für Weltwirtschaft, Kiel). Mehr dazu hier ->.

...dass die Preise der M+E-Industrie kaum gestiegen sind!

Höhere Kosten kann die M+E-Industrie nur schwer an ihre Kunden weiter geben. Auch die Explosion der Materialpreise führte 2005 nur zu vergleichsweise geringen Preisanpassungen im Inland. Im Ausland mussten in Euro gerechnet in den ersten 3 Quartalen 2005 sogar Erlösminderungen in Kauf genommen werden. Auf der anderen Seite konnte die ausländische Konkurrenz, auch wegen des starken Euros, ihre Erzeugnisse in Deutschland zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Mehr dazu hier ->.

...dass sich die Lohnabschlüsse im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Produktivität bewegen müssen!

"Wir hatten im Januar - es wird im Februar wahrscheinlich nicht besser sein – wieder über fünf Millionen Arbeitslose. Unser Hauptanliegen muss daher sein, Rahmenbedingungen zu setzen, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu gewinnen. Wenn Produktivitätszuwachs und Lohnentwicklung nicht in einer vernünftigen Balance sind, geht das zulasten von Arbeitsplätzen." – Bundeskanzlerin Angela Merkel im STERN.

...dass die wenigsten Unternehmen gute Gewinne machen!

Die IG Metall schließt von der Situation 40 großer börsennotierter Unternehmen oder von Einzelbeispielen auf einen eher mittelständisch strukturierten Wirtschaftszweig mit 22.000 Firmen. Das ist unseriös. Von riesigen Gewinnen können die meisten Unternehmen nur träumen. Im Durchschnitt sind die Gewinne in der M+E-Industrie zwar gestiegen, nach wie vor bleiben aber von 100 Euro Umsatz nur 2,70 € Gewinn. Dazu kommt eine sehr große Spannbreite, wenn man sich die Lage genauer ansieht: Fast ein Viertel aller Unternehmen macht Verluste, insgesamt macht die Hälfte weniger als 2 Prozent Gewinne. Einzelbeispiele ersetzen keine sorgfältige Betrachtung der Gesamtlage. Mehr dazu hier ->.

... dass die hohe Produktivität in Deutschland die Arbeitskosten nicht wettmachen kann!

Wenn ein Betrieb bei einer Investitionsentscheidung die wichtigsten Standortfaktoren abgleicht, rangiert die Arbeitsproduktivität weit hinten. Bei definierter Technologie und vorgegebenem Maschinenpark sind auch die an der Anlage darstellbaren Arbeitsproduktivitäten weitestgehend vorbestimmt - und zwar unabhängig davon, wo die neuen Kapazitäten aufgestellt werden. Die benötigten qualifizierten Arbeitskräfte sind im Bereich der mittleren und gehobenen Technologie heute fast überall in Europa vorhanden. Daher schlagen im Investitionskalkül die Unterschiede bei den Arbeitskosten voll durch – zu Lasten des Standorts D. Mehr dazu hier ->.

... dass die Unternehmen nichts von Lohnzurückhaltung gespürt haben!

Die Kaufkraft der Arbeitnehmer in der Metall- und Elektro-Industrie (Arbeitsentgelte netto real) ist in der Zeit von 1990 bis 2004 nicht gesunken, sondern um 7 Prozent gestiegen. Die Firmen mussten dafür allerdings eine Steigerung der tariflichen Arbeitskosten von 63 Prozent verkraften. Hauptursache für die hohe Differenz sind die Lohnabzüge durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und die Erhöhung der Verbraucherpreise. Mehr dazu hier ->.

... dass bei fünf Prozent mehr Lohn den Abstand zur Konkurrenz noch größer wird!

5 Prozent sind viel zu viel. Wir haben in Deutschland jetzt schon die höchsten Arbeitskosten aller großen Industrieländer. Wenn bei uns die Löhne um 5 Prozent steigen, müssten sie beispielsweise in Italien um 8 Prozent steigen, in Polen sogar um über 40 Prozent - nur, damit der Kostennachteil nicht noch größer wird, als er sowieso schon ist! Mehr dazu hier ->.

... dass die Lohnquote ein völlig ungeeignetes Kriterium für die Tarifpolitik ist!

Hinter dem statistisch erfassten Rückgang der Lohnquote verbirgt sich keine echte Entlastung bei den Arbeitskosten, sondern fast ausschließlich der Trend zur Verringerung der Fertigungstiefe als Folge des Kostendrucks. Da größere Einsparungen durch Prozessverbesserungen (working-capital-Optimierung, Auftragsabwicklung, Reduzierung von Fehlzeiten) nicht mehr zu erzielen sind, werden Strukturverbesserungen unumgänglich. Sie führen dazu, dass immer größere Teile der Wertschöpfung in Zulieferungen umgewidmet werden. Bei diesem Prozess verwandeln sich Personalkosten in Materialkosten. Mehr dazu hier ->.

 
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