Geschichte des Verbandes


Am 19. März 1890 gründeten die Vertreter von fünf Metallverbänden aus Berlin, Braunschweig, Hannover, Leipzig und Magdeburg den "Verband Deutscher Metallindustrieller". Zum Sitz des Verbandes bestimmt die Gründungsversammlung die Reichshauptstadt Berlin.

Um dem Bestreben, die gesamte Metallindustrie des Reichs zu einigen, besonderen Ausdruck zu verleihen, beschloß die erste Mitgliederversammlung des Verbandes am 9. Juni 1890 in Berlin, daß die Vereinigung fortan den Namen "Gesamtverband deutscher Metallindustrieller" führen sollte.

Den neutralen Boden, auf dem Gewerkschaften und der neugegründete Arbeitgeberverband zusammenarbeiten konnten, bildete die Bismarcksche Sozialgesetzgebung. Mit Hilfe ihrer Organisation konnten die Arbeitgeber ihre Verantwortung für die Arbeitsbeziehungen im Betrieb gegen jeden Eingriff von außen verteidigen.

Das war die Voraussetzung für die spätere Tarifautonomie. Staatliche Zwangsschlichtungen waren damit ausgeschaltet.

Der Gesamtverband hat seit seiner Gründung immer wieder zukunftsweisende Initiativen ergriffen und mit den Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie verwirklicht. Der Aufbau einer privaten Arbeitsvermittlung in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts für die Verbandsmitglieder ist hier ebenso zu nennen wie die Förderung der industriellen Berufsausbildung noch vor dem Ersten Weltkrieg.

Von größter Bedeutung für ganz Deutschland war es, daß sich 1918 Vertreter der Metallindustrie mit den Gewerkschaften zusammenfanden und sich über die grundsätzlichen Fragen einer Wirtschafts- und Sozialverfassung Deutschlands verständigten.

Sie führten den 8-Stunden-Tag ein, konzipierten die Betriebsverfassung und bekannten sich zur Tarifautonomie. Sie schufen die Voraussetzung dafür, daß auch in der Weimarer Republik die marktwirtschaftliche Ordnung im wesentlichen unangetastet blieb. Im Zusammenspiel mit den Gewerkschaften wurde das Tarifsystem der Weimarer Republik entwickelt und praktiziert, lange bevor das Wort von der Sozialpartnerschaft geboren war.

1933 war das schwärzeste Jahr von Gesamtmetall. Die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die faschistischen Machthaber trieb die funktionslos gewordenen Arbeitgeberverbände in die Selbstauflösung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren es nicht zuletzt die wiedererstandenen Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie, die sich frühzeitig für die Einführung der damals noch heftig umstrittenen Sozialen Marktwirtschaft einsetzten.

Mit dem Abschluß des ersten Schlichtungs- und Schiedsabkommens zwischen der IG Metall und Gesamtmetall im Jahre 1955 erteilten Arbeitgeber und Gewerkschaften jeder staatlichen Einmischung in ihre eigenverantwortliche Regelung der Arbeitsbeziehungen eine klare Absage.

Am 26. September 1990 wurde dann die deutsche Einheit auch bei den Arbeitgeberverbänden vollzogen, als sich die vier neugegründeten ostdeutschen Metall-Landesverbände Gesamtmetall anschlossen.
Im Jahr 2003 ist Gesamtmetall von Köln zurück an den historischen Sitz gezogen, nach Berlin-Mitte. Dieser Umzug in ein eigenes Haus erfolgte, um die Interessen der Mitglieder gegenüber Politik, Öffentlichkeit und anderen Verbänden besser wahrnehmen zu können.

2005 hat sich Gesamtmetall mit einer Satzungsänderung auch für Verbände ohne Tarifbindung geöffnet. Der neue Name - "Gesamtmetall - die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie" - spiegelt dieses Selbstverständnis wider.