Demographischer Wandel

Unter dem Begriff Demografischer Wandel werden gemeinhin zwei Entwicklungen verbucht: mehr Ältere und weniger Junge. Bei beiden Gruppen hat die Metall- und Elektro-Industrie, das Herz der deutschen Wirtschaft, deutliche Erfolge zu verzeichnen. So hat sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Mitarbeiter über 60 von rund 85.000 im Jahr 2000 auf etwa 193.000 in 2012 mehr als verdoppelt.

Gleichzeitig ist ein eindeutiger Mentalitätswandel bei den Betrieben und Beschäftigten zu erkennen: Laut einer Allensbach-Studie ist der ohnehin hohe Anteil der Unternehmen, die Mitarbeiter so lange wie möglich im Betrieb halten wollen, zwischen 2002 und 2012 nochmals von 71 auf 82 Prozent gestiegen; gleichzeitig sagen nun sogar 85 statt vorher 61 Prozent der Firmen, dass sich eine Investition in die Weiterbildung von über 50-jährigen lohnt. Das kommt auch bei den Arbeitnehmern an: Nur 27 Prozent sind heute noch der Überzeugung, ihr Unternehmen wolle die Mitarbeiter so früh wie möglich in Rente schicken. Hingegen glauben 43 Prozent, die Firma wolle die Beschäftigten so lange wie möglich halten. 2002 war das Verhältnis fast umgekehrt. Zugleich wollen weniger Mitarbeiter von sich aus früher in Rente gehen. Ihr Anteil ist trotz "Rente mit 67" von 56 auf 44 Prozent gesunken.

Auch bei den Azubis steht M+E hoch im Kurs. Während andere Branchen um Bewerber ringen, wächst die Zahl der Ausbildungsverträge in der Metall- und Elektro-Industrie. Bis Jahresende 2012 wurden nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 73.550 neue Verträge geschlossen – ein Plus von 1,6 Prozent trotz unsicherer konjunktureller Aussichten der Unternehmen.

Ebenso sind mehr Ingenieurabsolventen zu verzeichnen: fast 57.000 in 2011 und damit ein Zuwachs von 66 Prozent seit 2005, so eine Studie des VDI. Dennoch bleibt qualifizierter Nachwuchs Mangelware. Spätestens ab 2020 werden mehr Ingenieure in den Ruhestand gehen, als aus den Hochschulen nachrücken. Die gemeinsamen Anstrengungen von Politik und Wirtschaft dürfen daher nicht erlahmen.