Tarifpolitik

Tarifpolitik bedeutet, die Arbeitsbedingungen konkret auszugestalten. Dahinter verbirgt sich sehr viel mehr als die bloße Frage, um wieviel Prozent Löhne und Gehälter steigen sollen. Es gilt eine Fülle von Details zu klären - von den Berechnungsgrundlagen der Einkommen bis zur Regelung von Art und Umfang der Arbeitspausen.

In Deutschland handeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Arbeitsbeziehungen selber aus. Dabei gibt es drei Möglichkeiten. Ein Unternehmen kann:
  • mit jedem Mitarbeiter einzeln die Details vereinbaren - die sogenannte einzelvertragliche Regelung;
  • mit der zuständigen Gewerkschaft einen Haustarifvertrag abschließen, der dann für alle Mitarbeiter gilt, oder
  • einem Arbeitgeberverband mit Tarifbindung ("T-Verband") beitreten, der dann mit der Gewerkschaft verhandelt - dies ist der Flächentarifvertrag.

Jedes Unternehmen entscheidet selber, welche Form der Regelung den eigenen Anforderungen am besten entspricht.

Die Arbeitgeberverbände unterstützen und beraten ihre Mitgliedsunternehmen dabei und bieten deshalb neben dem T-Verband auch die Möglichkeit, Mitglied in einem Verband ohne Tarifbindung ("OT-Verband") zu werden.

Ein wegweisender Meilenstein der Tarifgeschichte war das Entgeltrahmenabkommen (ERA-TV). Damit wurde die traditionelle Unterscheidung zwischen Arbeitern (die Lohn beziehen) und Angestellten (die Gehalt bekommen) zugunsten eines einheitlichen Entlohnungssystems (Entgelt) aufgegeben.