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Frauen in Führungspositionen in der M+E-IndustrieErgebnisse einer Unternehmensbefragung im April/Mai 2011 Zusammenfassung
An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 691 Unternehmen aller Größenklassen, die fast 800.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Die Ergebnisse der Umfrage sind für die M+E-Industrie repräsentativ. Die Umfrage hat zunächst ergeben, dass der Anteil von Frauen insgesamt in den befragten M+E-Unternehmen mit 20,7 Prozent eher niedrig ausfällt. Diese Quote wird auch durch die amtliche Statistik bestätigt, die für die M+E-Industrie einen Frauenanteil von 20 Prozent ausweist. Der relativ niedrige Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft setzt sich konsequenterweise auch in dem Anteil von Frauen in Führungspositionen fort: Nach den Ergebnissen der Umfrage sind in den M+E-Unternehmen im Durchschnitt und über alle Betriebsgrößen gerechnet 9,6 Prozent der Führungskräfte auf den ersten fünf Führungsebenen weiblich. Anteil von Frauen in Führungspositionen in kleinen und mittleren Betrieben höher Offensichtlich bieten kleine und mittlere Unternehmen, die oft inhabergeführt sind, mit flachen Hierarchien den Frauen einen direkteren Zugang zu den Führungspositionen. Zudem können diese Unternehmen durch ihre Strukturen flexibler auf individuelle Erfordernisse der Mitarbeiterinnen eingehen. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sich Frauen im überschaubaren Umfeld solcher Betriebe eher zutrauen, sich gegenüber den männlichen Konkurrenten zu behaupten. Immer häufiger werden auch bei der Regelung der Eigentümernachfolge Frauen berücksichtigt. Die Umfrage zeigt aber auch, dass große Unternehmen mehr Schwierigkeiten haben als die kleinen und mittleren Betriebe, ihre Führungspositionen mit Frauen zu besetzen: Knapp 78 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern berichten von Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Frauen für ihre Führungspositionen, während es im Segment der kleineren Unternehmen nur knapp 40 Prozent sind. Als Grund für diese Schwierigkeiten gaben 71 Prozent der großen Unternehmen an, dass es zu wenige Bewerberinnen gibt (vgl. auch S. 7). Unterschiede auf den obersten Führungsebenen sind nicht sehr ausgeprägt Allerdings reicht das Gesamtbild der Besetzung der verschiedenen Führungsebenen nicht, um die These von der „gläsernen Decke“ zu bestätigen, die immer wieder als Hindernis für den Aufstieg der Frauen in die obersten Führungsetagen angenommen wird. Es wurde bislang vermutet, dass Frauen im Laufe der Karriere oftmals zwischen der 4. und 3. Führungsebene hängen bleiben, wofür unterschiedliche Gründe angenommen werden (Familienphase, Abschottung der Männer-Netzwerke, u.a.). Die Kehrseite der Medaille: Es gibt auch kein überdurchschnittlich großes Potenzial an weiblichen Führungskräften auf den unteren Führungsebenen, die für den raschen Aufstieg zur Verfügung stehen. Unternehmen wollen den Frauenanteil in Führungspositionen erhöhen Auch hier hilft ein Blick auf die unterschiedlichen Ergebnisse der verschiedenen Unternehmensgrößen, um den Sachverhalt zu klären (vgl. Grafik): Von den kleinen Unternehmen (bis 50 Mitarbeiter), die ohnehin schon einen überdurchschnittlich hohen Frauenanteil in der Führung von 25 Prozent haben, planen fast drei Viertel keine weiteren Maßnahmen mehr. Ähnlich ist es bei den etwas größeren Unternehmen (50 bis 249 Mitarbeiter). Hier liegt der Frauenanteil in den Führungspositionen immerhin noch bei 15 Prozent. Deshalb sagen knapp zwei Drittel „nein“ zu weiteren Förderungen. Kleine und mittlere Betriebe stehen also nicht vor denselben Problemen wie die größeren Betriebe und setzen daher auch in ihrer Personalpolitik andere Schwerpunkte. Umgekehrt ist es bei den größeren Betrieben, die im Schnitt noch Nachholbedarf bei den Frauen in Führungspositionen haben: Hier wollen fast drei Viertel in den nächsten Jahren gezielte Maßnahmen und Projekte zur Frauenförderung umsetzen. Allerdings gaben auch 78 Prozent der größeren Unternehmen an, Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Frauen für Führungspositionen zu haben, vor allem, weil es zu wenige Bewerberinnen gibt. Nachwuchsgewinnung und Familienfreundlichkeit sind für Unternehmen wichtig So liegt zum Beispiel der Anteil junger Frauen unter den Auszubildenden in technischen Berufen der Metall- und Elektro-Industrie über die Jahre ziemlich stabil bei 7 Prozent. Unter den Studienanfängern bei den Elektroingenieuren waren 2010 nur etwa 11 Prozent Frauen, bei den Maschinenbauingenieuren nur 18 Prozent. Insgesamt lag der Anteil der jungen Frauen an allen Studenten aber bei etwa 50 Prozent. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (56,6 Prozent) gaben an, Projekte und Maßnahmen zur Förderung von Frauen in ihren Unternehmen installiert zu haben. Für die Unternehmen ist dabei der Aspekt einer familienfreundlichen Personalpolitik am wichtigsten (37,3 Prozent). Weitere 35,6 Prozent der Unternehmen gaben an, mit den Projekten und Maßnahmen den Nachwuchs von jungen Frauen und Mädchen für ihr Unternehmen voranbringen bzw. sichern zu wollen. Unternehmen haben Schwierigkeiten, Frauen für ihre Führungspositionen zu gewinnen In mehr als die Hälfte der Unternehmen zeigt sich, dass es schlichtweg zu wenige Bewerberinnen für die freien Führungspositionen gibt. In technisch orientierten Unternehmen ist oftmals eine entsprechende Ausbildung in einem Ingenieur- oder M+E-Beruf Voraussetzung für eine Führungsposition. Bei einem niedrigen Frauenanteil in der Branche allgemein, ist auch der Pool, aus dem potentielle Bewerberinnen für eine Führungsposition rekrutiert werden können, entsprechend klein. Allerdings zeigen sich in dieser Frage auch deutliche Unterschiede in den verschiedenen Betriebsgrößen: Während nur knapp 40 Prozent der Kleinbetriebe von Schwierigkeiten berichten, sind es unter den größeren und großen (ab 250 Mitarbeiter) etwa doppelt so viele (78 Prozent). Unter den kleinen Betrieben beklagten 32 Prozent, dass es zu wenige Bewerberinnen gibt, unter den großen waren es 71 Prozent, mehr als doppelt so viele. |
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