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Thema Flexible Beschäftigungsformen in der M+E-Industrie 



Zusammenfassung: Bei M+E dominiert Vollzeit

In der Metall-und Elektro-Industrie arbeiten rund 95 Prozent aller Stammarbeitskräfte in Vollzeit. Gerade in den mittelständischen Familienunternehmen gibt es eine hohe Bindung der Beschäftigten an den Betrieb – und umgekehrt. Allerdings brauchen die Unternehmen ein Mindestmaß an Flexibilität in der Personal­pla­nung, um die wachsenden Schwankungen der Märkte ausgleichen zu können. Flexible Beschäftigungsformen spielen in der M+E-Industrie aber nur eine geringe Rolle: Gemessen an der Stammbelegschaft lag der Anteil der Zeitarbeitnehmer auf dem Höhepunkt des Aufschwungs 2008 lediglich bei 6,4 Prozent. Die Unternehmen setzen auch in der unsicheren Erholungsphase deutlich weniger Zeitarbeit ein als erwartet: Der Anteil war im Juni 2010 nur auf 4,5 Prozent gestiegen und lag im Sommer 2011 immer noch bei erst 5 Prozent.

Seit Frühjahr 2010 sind zudem 135.000 neue Stammarbeitsplätze aufgebaut worden, aber nur 40.000 Zeitarbeitsstellen.

Gerade 3,2 Prozent aller Arbeitsverhältnisse bei M+E waren Mitte 2010 befristet, ihr Anteil ist gegenüber 2009 sogar leicht gesunken.

Ende 2010 arbeiteten nur 4,7 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit und nur 3 Prozent der Mitarbeiter bei M+E waren geringfügig beschäftigt.

Aktuelle Lage in der Metall- und Elektro-Industrie

Die M+E-Industrie als führende Exportbranche und als Innovationsmotor der Wirtschaft ist auf die ausreichende Ausstattung mit hoch qualifizierten Fachkräften angewiesen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. In der M+E-Industrie sind rund 16 Prozent der Beschäftigten akademisch ausgebildet – die Hälfte von ihnen Ingenieure –, und etwa 65 Prozent sind ausgebildete Fachkräfte.

In der M+E-Industrie hat die Vollzeitbeschäftigung nach wie vor ein hohes Gewicht: Etwa 95 Prozent aller Stammarbeitskräfte in der M+E-Industrie arbeiten in einem solchen Beschäftigungsverhältnis. Gerade in den mittelständischen Familienunternehmen gibt es eine hohe Bindung der Be-schäftigten an den Betrieb – und umgekehrt. Das Know-how der Stammbelegschaften ist wesentlich für den Erfolg des Betriebes.

Allerdings: Die Unternehmen brauchen ein Mindestmaß an Flexibilität in der Personalplanung, um die zunehmenden Schwankungen der Märkte ausgleichen zu können. Dabei können unter anderem befristete Beschäftigungsverhältnisse und Zeitarbeit – auch als Einstieg in einen dauerhaften Arbeitsplatz – notwendig sein.

1. Zeitarbeit

In der M+E-Industrie waren nach den Ergebnissen des IAB-Betriebspanels im Juni 2008 – also in der Hochphase des Konjunkturbooms – rund 234.000 Zeitarbeitnehmer beschäftigt. Gemessen an den Stammbelegschaften entspricht das etwa 6,4 Prozent (die Zeitarbeitnehmer zählen nicht zur Stammbelegschaft, deshalb gibt es auch keine echte Quote der Zeitarbeitnehmer an der Stammbelegschaft). Im Juni 2009, mitten in der Krise, lag dieses Verhältnis nur noch bei 3,7 Prozent. Das entspricht etwa 130.000 Zeitarbeitnehmern in der M+E-Industrie. Bis Mitte 2010 war der Zahl nur gering gestiegen, auf 155.000 Zeitarbeitnehmer. Im Zuge des Erholungsprozesses dürfte sich diese Zahl bis Mitte 2011 auf 180.000 erhöht haben. Der Anteil der Zeitarbeiter, gemessen an der Stammbelegschaft, lag mit gerade einmal 5 Prozent nach wie vor deutlich unter dem ohnehin niedrigen Höchststand im Boom von 6,4 Prozent.

Laut IAB-Betriebspanel nutzten im Juni 2010 in der M+E-Industrie überhaupt nur 37 Prozent der Betriebe das Instrument der Zeitarbeit. Dieser Wert liegt spürbar niedriger als der Durchschnitt der Jahre zuvor: 2006 hatten 40 Prozent der M+E-Betriebe auch Zeitarbeitnehmer beschäftigt, 2007 waren es 44 Prozent.

Fakten Zeitarbeit:
Umfang jeweils gemessen an der Stammbelegschaft:
Mitte 2011: 5 Prozent (Gesamtmetall)
Juni 2010: 4,5% (IAB)
Juni 2009: 3,7% (IAB)
Juni 2008: 6,4% (IAB)
Juni 2007: 5,9% (IAB)


Anteil Betriebe mit Zeitarbeit im Juni 2010: 37 Prozent

Quellen: IAB Betriebspanel, Gesamtmetall

Von einer Verdrängung der Stammbelegschaften durch Zeitarbeit kann keine Rede sein: Im vorigen Aufschwung (2006-2008) standen 240.000 zusätzlichen Stammarbeitsplätzen in der M+E-Industrie nur 60.000 neue Zeitarbeitsstellen gegenüber. Im jüngsten Aufschwung (März 2010 bis Juli 2011) schufen die M+E-Betriebe rund 135.000 zusätzliche Stammarbeitsplätze – Tendenz weiter steigend – aber nur 40.000 neue Zeitarbeitsstellen.

2. Befristete Beschäftigung

Die M+E-Unternehmen nutzen auch das Instrument der befristeten Beschäftigung, um beim Beschäftigungsaufbau flexibel reagieren zu können. Zudem wächst z.B. durch die Zunahme von Projektarbeit der Bedarf an zeitlich begrenzten, auf die Laufzeit von Projekten und Vorhaben abgestimmten Beschäftigungsverhältnissen. Zudem sind alle Ausbildungsverhältnisse befristet – sie werden allerdings nicht als befristete Beschäftigung gewertet, da es sich um Ausbildungsverträge handelt. Nicht zuletzt wird durch die Vorschriften des TV Beschäftigungssicherung die Übernahme von Auszubildenden für mindestens ein Jahr vorgeschrieben. Auch hierdurch entstehen, sofern eine unbefristete Übernahme nicht möglich oder nicht gewollt ist, befristete Arbeitsverhältnisse.

Die Daten des IAB Betriebspanels zeigen, dass im Juni 2010 nur 3,2 Prozent der Mitarbeiter in der M+E-Industrie befristet beschäftigt waren. Zwar wurden Neueinstellungen in den vergangenen Jahren in der M+E-Industrie im Schnitt zu 50 Prozent befristet vorgenommen. Doch selbst im Krisenjahr 2009 haben die Betriebe 84 Prozent der befristeten Neueinstellungen später in unbefristete Verträge umgewandelt.
Trotz der erheblichen Unsicherheit der Unternehmen über die weitere konjunkturelle Entwicklung ist der Anteil an Befristungen 2010 im Vergleich zu 2009 sogar leicht gesunken!

Fakten befristete Beschäftigung:
Juni 2010: Anteil an allen Beschäftigten 3,2 Prozent
(78 % Männer, 22% Frauen)
Vergleichsdaten: 2009: 3,3 Prozent, 2008: 4,9 Prozent, 2007: 4,2 Prozent, 2006: 3,6 Prozent

Juni 2009: Anteil Betriebe mit befristet Beschäftigten: 46% (mit deutlichem Trend zu Großbetrieben); im Vergleich: Juni 2006: 53%

In der Mehrheit der Betriebe läuft die Befristung zwischen 6 und 12 Monate. Unter den Neueinstellungen der letzten Jahre waren knapp 50 % befristet; 2009 deutlich weniger (40%)

Quelle: IAB Betriebspanel

3. Teilzeitarbeit

Die M+E-Industrie beschäftigte im Jahr 2009 in Schnitt etwa 160.000 Mitarbeiter/innen in Teil­zeitarbeit, das waren im Schnitt knapp 5 Prozent aller Beschäftigten. Teilzeitarbeitsplätze ermöglichen vor allem Frauen mit Familie eine Beschäftigung. Deshalb sind auch 73 Prozent dieser Arbeitsplätze von Frauen besetzt.

Fakten Teilzeitarbeit:
Anteil Teilzeitbeschäftigte 2009 insgesamt (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) 4,7% aller Beschäftigten (73% Frauen, 27% Männer)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Anteil Betriebe mit Teilzeitbeschäftigten 30.6.2009: 88%

Quelle: IAB Betriebspanel

4. Geringfügig entlohnte Beschäftigte (Mini-Jobs):

Zusätzlich zur Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Vollzeit und Teilzeit) gab es in den M+E-Unternehmen zum Stichtag 30.6.2010 rund 106.000 geringfügig entlohnte Beschäftigte (entspricht 3 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten). Damit entfielen auf die M+E-Industrie nur etwa 4 Prozent aller geringfügig entlohnten Beschäftigten in Deutschland. Davon übten 32 Prozent diese Tätigkeit nur als Nebenbeschäftigung aus, die übrigen als ausschließliche Beschäftigung.

Fakten Mini-Jobs:
Anzahl geringfügig Beschäftigter gemessen an allen Beschäftigten zum 30.6.2010: 3 Prozent
(mit deutlich höherem Anteil bei kleineren Betrieben bis 100 Beschäftigte). Davon ist dies für 1/3 lediglich eine zusätzliche Tätigkeit zum Hauptberuf, 2/3 über nur einen Mini-Job aus.
Vergleichsdaten: 2009: 2,9 Prozent, 2008: 3,3 Prozent, 2007: 3,5 Prozent (BA)

Quellen: Bundesagentur für Arbeit

5. Midi-Jobs (400-800 Euro):

In der Befragung durch das IAB-Betriebspanel zum Stichtag 30.6.2010 gaben 18 Prozent der M+E-Betriebe an, dass sie auch Mitarbeiter in so genannten Midi-Jobs beschäftigen, also mit einer Entlohnung zwischen 400 und 800 Euro. Allerdings sind es in den betroffenen Betrieben jeweils nur einzelne Fälle, so dass Zahl der Midi-Jobs insgesamt in der M+E-Industrie, gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten, bei weniger als 0,1 Prozent liegt.

Fakten Teilzeitarbeit:
Anteil der Betriebe mit Midi-Jobs, 30.6.2010: 18 Prozent (zum Vergleich: 30.6.2009: 17 Prozent)
Zahl der Midi-Jobs gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten zum 30.6.2010 < 0,1 Prozent
(zum Vergleich: 30.6.2008: 0,3 Prozent)

Quelle: IAB Betriebspanel
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