Die wirtschaftliche Lage der M+E-Industrie zum Jahresbeginn 2014

Die M+E-Industrie wuchs 2013 lediglich um 0,4 Prozent. Allerdings hat sich die Produktion nach einem schwachen Beginn im Jahresverlauf 2013 deutlich erholt, und der Aufwärtstrend hält an: im Januar/Februar 2014 legte die Produktion gegenüber dem 4. Quartal 2013 deutlich zu. Auch der Auftragseingang zieht an. Wachstumsimpulse kommen sowohl aus dem Inlands- als auch aus dem Auslandsgeschäft. Die positiven Prognosen werden zusätzlich durch das ifo Geschäftsklima gestützt: Im März hat sich die ohnehin gute Lagebeurteilung der letzten Monate noch mal deutlich verbessert, allerdings gaben die Erwartungen leicht nach, nachdem sie im Vormonat noch ein Zweijahreshoch markiert haben. Zudem kommen aus dem Euro-Raum ermutigende Nachrichten über die Erholung der Konjunktur. Wechselhaft zeigte sich in den letzten Monaten die Beschäftigung, die zuletzt im Februar wieder zulegte. Für 2014 ist aber mit einem geringeren Beschäftigungszuwachs zu rechnen als 2013 (+42.000). Die Erträge der M+E-Unternehmen werden ersten Umfragen zufolge 2013 wieder das Vorjahresniveau erreichen. Für das weitere Geschäft der M+E-Industrie sind die inländischen Investitionen von zentraler Bedeutung. Auch hier gibt es Hoffnungszeichen: Nach sechs Quartalen des Rückgangs sind die Ausrüstungsinvestitionen vom zweiten Quartal 2013 an wieder gestiegen. Ob die Unternehmen wieder verstärkt investieren oder die Verunsicherung anhält, hängt nun auch von der konkreten Umsetzung des Regierungsprogrammes ab. Die Renten- und Mindestlohnpläne der Bundesregierung dürften aufgrund ihrer Kostenbelastungen die künftige Wettbewerbsfähigkeit schwächen.

Auftragseingang. Im Januar/Februar 2014 ist der Auftragseingang gegenüber dem 4. Quartal 2013 um 0,8 Prozent gestiegen. Die Auslandsaufträge konnten nur um 0,4 Prozent zulegen, das Inlandsgeschäft wuchs um 1,3 Prozent. Zwischen den Branchen gab es deutliche Unterschiede: ein deutliches Plus verzeichnete die Metallverarbeitung (+4,5 Prozent), leichte Zuwächse der Fahrzeugbau (+1,3 Prozent). Der Maschinenbau (+0,3 Prozent) und der Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik (+0,1 Prozent) stagnierten (Grafik).

Produktion. Die Produktion stieg im Januar/Februar 2014 gegenüber dem 4. Quartal 2013 mit 2,0 Prozent deutlich. Am stärksten legte der Fahrzeugbau zu (2,3 Prozent), gefolgt vom Bereich Elektro, DV-Geräte, Feinmechanik/Optik (+2,1 Prozent) und der Metallverarbeitung (+1,5 Prozent). Der Maschinenbau gab hingegen leicht nach (-0,3 Prozent). Die Kapazitätsauslastung stieg im Januar 2014 leicht auf 84,6 Prozent (Grafik).

Beschäftigung. Die M+E-Beschäftigung lag im Februar 2014 saisonbereinigt mit 3.728.200 Mitarbeitern um 0,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl um 3.500. Die weiteren Beschäftigungspläne der M+E-Industrie sind leicht positiv, mit einem ähnlich starken Beschäftigungsaufbau wie in 2013 (+42.000) ist 2014 aber nicht zu rechnen. Seit der Beschäftigungswende im März 2010 zählt die M+E-Industrie per Saldo rund 291.000 Neueinstellungen. Durch die Krise 2008/09 hatte die Branche 231.000 Arbeitsplätze verloren, relativ wenig im Vergleich zum Produktionseinbruch. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 457.000. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer sank noch einmal von 205.000 im Juni 2012 auf 200.000 im Juni 2013 (Grafik).

Arbeitsmarkt. Auf dem Arbeitsmarkt klafft die Schere zwischen Arbeitslosigkeit und offenen Stellen weiter auseinander. Die Bundesagentur für Arbeit zählte im März 2014 in den M+E-Berufen saisonbereinigt 161.000 Arbeitslose, 7.200 weniger als im Vorjahresmonat. Andererseits waren 96.100 ungeförderte offene Stellen gemeldet, eine minimale Abnahme von 100 gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Dezember 2013 gab es in der M+E-Industrie nach ersten BA-Prognosen rund 26.300 Kurzarbeiter. Der Höhepunkt der vergangenen Krise lag im Mai 2009 bei 975.000 Kurzarbeitern. Die Anzeigen der M+E-Betriebe zur Kurzarbeit betrugen im Februar 2014 nur noch rund 12.700.

Verdienste. Im 4. Quartal 2013 stiegen die Bruttomonatsverdienste in der M+E-Industrie (Vollzeit inkl. Mehrarbeit, Kurzarbeit, ohne Sonderzahlungen) um 3,0 Prozent und die Bruttostundenverdienste um 2,7 Prozent. Für das gesamte Jahr 2013 ergibt sich im Schnitt ein Zuwachs bei den Monatsverdiensten um 2,7 Prozent und bei den Stundenverdiensten um 5,8 Prozent. Im Durchschnitt des Jahres 2012 waren die Monatsverdienste um 3 Prozent und die Stundenverdienste um 2,8 Prozent gestiegen.

Kosten, Produktivität. 2013 stiegen die Arbeitskosten je Stunde um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2012: +3,9 Prozent). Die Produktivität fiel um -0,7 Prozent (2012: -1,9 Prozent). Entsprechend erhöhten sich die Lohnstückkosten um 4,1 Prozent (2012: +5,8 Prozent) (Grafik). Uneinheitlich zeigen sich die Energiepreise: während Öl- und Gaspreise im Dezember 2013 gegenüber dem Vorjahresmonat nachgaben (Öl: -9 Prozent; Gas: -4 Prozent) sind die Strompreise mit +11 Prozent deutlich gestiegen. Bei den Stahlpreisen zeichnet sich weiterhin eine Entspannung gegenüber dem Vorjahr ab, im 4. Quartal 2013 sind jedoch die Preise einiger Sorten gegenüber dem 3. Quartal wieder gestiegen.

Preise. Die 2013 moderate Konjunkturentwicklung drückt auf die Verkaufspreise. Die Preise für M+E-Erzeugnisse fielen im 4. Quartal 2013 um 0,4 Prozent (nach +0,4 Prozent in 2012), die Exportpreise sanken um 0,8 Prozent (2012: +1,5 Prozent) und die Importpreise gingen sogar um 2,3 Prozent (2012: +1,1 Prozent) zurück. Die Verbraucherpreise sind 2013 um 1,5 Prozent und damit spürbar langsamer gestiegen als 2012 (+2,0 Prozent). Im Februar 2014 lag der Verbraucherpreisanstieg bei 1,2 Prozent. (Grafik).

Erträge. Nach der ifo-Umfrage von September 2013 erwarten die M+E-Unternehmen 2013 Gewinne nach Steuern in von Höhe von bis zu 4,3 Prozent des Um­satzes, nach 4,0 Prozent im Jahr 2012. Die Erträge liegen damit weiterhin unter dem Vorkrisen­niveau von 2007 (4,8 Prozent). Die Zahl der Insolvenzen im M+E-Gewerbe (Industrie + Handwerk) lag im dritten Quartal 2013 mit 331 Insolvenzen deutlich über dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraumes (275 Insolvenzen).

Geschäftsklima. Der ifo-Geschäftsklimaindex für die M+E-Industrie hat im März 2014 seinen positiven Trend der letzten Monate bestätigt. Der Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage stieg von +24 auf +28. Allerdings gaben die Erwartungen der M+E-Unternehmen leicht nach und fielen von +20 auf +18 Punkte. (Grafik).

Aussichten 2013/2014. Mit einem nur leichten Produktionsplus von 0,4 Prozent ist die M+E-Industrie 2013 wie bereits in 2012 (+0,1 Prozent gegenüber 2011) ohne ein nennenswertes Wachstum geblieben. Für 2014 erwarten wir ein Produktionswachstum in der M+E-Industrie von rund 3 Prozent. Die Beschäftigung liegt mittlerweile deutlich über dem Vorkrisenniveau, allerdings ist für die kommenden Monate mit keinem größerem Beschäftigungszuwachs mehr zu rechnen.

Stand: 15.04.2014