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Zahlen und Graphen aus der Volkswirtschaft

Ohne Industrie kein Wohlstand Konjunkturbericht

M+E-Industrie mit schwachem Jahresstart – bereits vor dem Irankrieg fehlte die nötige Dynamik

Die M+E-Produk­tion brach im Januar um 3,2% ein. Das war der zweite Monats­rü­ck­gang in Folge, wodurch der Output 1,4% unter dem bereits schwachen Vorjah­res­ni­veau lag. Damit befand sich die Produk­tion bereits vor dem Iran-Krieg erneut spürbar unter Druck.

Die M+E-Umsätze konnten sich durch die Abrech­nung einiger Groß­auf­träge zum Jahresstart stabi­li­sieren und das Vorjah­res­ni­veau über­treffen. Erstmals seit einem halben Jahr war der preis­be­rei­nigte Absatz im Drei­mo­nats­ver­gleich wieder im Plus. Aller­dings wird die Stabi­li­sie­rung nur von wenigen Indus­trie­zweigen getragen und ist entspre­chend sehr diffe­ren­ziert.

Die M+E-Neuauf­träge lagen im Januar um 7,2% unter dem Vormonat. Nachdem zum Jahres­ende einige Groß­auf­träge vor allem aus dem Vertei­di­gungs­be­reich verbucht wurden, war dies die erwartete Korrektur. In Breite ist die Auftrags­lage weiter schwach: Die Auslas­tung sank Anfang 2026 auf nur noch 78% – normal wären 85%. Ein Drittel der M+E-Unter­nehmen meldet Auftrags­mangel als Produk­ti­ons­hin­dernis. Zumindest wurde die Nach­fra­ge­ent­wick­lung im Februar und März über­wie­gend positiv bewertet, wodurch die Auftrags­be­stände nicht mehr ganz so negativ wie noch zum Jahres­an­fang beurteilt wurden. Durch den Irankrieg drohen erneute Rück­schläge.

Die Zahl der M+E-Beschäf­tigten fiel im Januar auf 3,77 Mio. (-2,6% zum Vorjahr). Seit zwei Jahren ist die Beschäf­ti­gung damit unun­ter­bro­chen rück­läufig. Im Vergleich zu 2019 sind fast 300.000 M+E-Arbeits­plätze verloren gegangen. Die Arbeits­lo­sig­keit in M+E-Berufen erreichte im März 2026 das höchste Niveau in einem März seit 2014. Die Pläne zum Perso­na­l­abbau sind weiterhin über­wie­gend negativ, stabi­li­sierten sich jedoch in den letzten Monaten etwas.

Das M+E-Geschäfts­klima ging im März wieder zurück und lag weiter im Rezes­si­ons­be­reich. Sowohl Lage als auch Erwar­tungen wurden etwas pessi­mis­ti­scher einge­schätzt. Die Stimmung trübte sich zwar bislang weniger stark ein, als infolge der enormen Verun­si­che­rung durch den Irankrieg befürchtet wurde. Produk­tions- und Export­pläne blieben unge­achtet der neuen Unsi­cher­heiten zwar im positiven Bereich, das volle Ausmaß der drohenden Eska­la­tion sowie die damit einher­ge­henden Kosten­stei­ge­rungen bei Energie und einigen Rohstoffen sind aber bei Weitem noch nicht absehbar und waren vor allem zum Zeitpunkt der Befragung noch unklar, womit neue Rück­schläge zu erwarten sind.

Die privaten Ausrüs­tungs­in­ves­ti­ti­onen brachen Ende 2025 nochmals ein, wohin­gegen die Staats­aus­gaben deutlich expan­dierten und das BIP stützten. Die Wett­be­werbs­po­si­ti­onzu außer­eu­ro­pä­i­schen Stand­orten wird von jedem dritten M+E-Unter­nehmen negativ bewertet. Die Inves­ti­ti­ons­pläne der Unter­nehmen sind daher weiter negativ. Der Standort ist nach­haltig geschä­digt. Ohne mutige Struk­tur­re­formen setzt sich die Dein­dus­tri­a­li­sie­rung fort.