Bundesarbeitsministerin muss Koalitionsvertrag einhalten
Arbeitszeitreform
10.06.2026
„Mittelständler sterben leise“, betont Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter im ZEIT-Interview. Die Industrie erleidet einen großen Stellenabbau und einen breiten Rückgang der Produktion. Diese Wirtschaftskrise ist anders. Es gibt vier Punkte, an denen die Politik ansetzen muss: hohe Bürokratiekosten, hohe Energiekosten, hohe Arbeitskosten und eine hohe Steuerlast.
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie untergräbt die Autonomie der Sozialpartner, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und das Subsidiaritätsprinzip. Nur sehr wenige Mitgliedstaaten haben die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Es ist ein Umsetzungsdesaster für die Kommission. Grund dafür sind die ausufernden neuen Transparenzverpflichtungen der Richtlinie, die im völligen Gegensatz zu den Plänen der EU-Kommission stehen, Bürokratielasten zu senken.
Die Metall- und Elektro-Industrie steckt in der Krise: Vielen Unternehmen im wichtigsten Industriezweig des Landes geht es schlecht. Das Erfolgsmodell ganzer Regionen steht infrage, Tausende Arbeitsplätze sind schon weg.
Die Zahlen sind unten. Und trotzdem nehmen wir die Köpfe hoch: M+E hat engagierte Unternehmer und motivierte Beschäftigte, herausragende Produkte und bahnbrechende Ideen. Jetzt braucht unsere Branche auch wieder die passenden Rahmenbedingungen für Erfolg „made in Germany“.
Dafür kommt es auf die richtigen Entscheidungen und Veränderungen an.
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel: Digitalisierung, Fachkräftemangel, internationale Zusammenarbeit und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung erfordern neue arbeitszeitpolitische Antworten. Die geltenden Regelungen zur Arbeitszeiterfassung und Höchstarbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß und stehen einer modernen Arbeitsorganisation zunehmend im Weg. Eine Flexibilisierung ist nicht nur notwendig, sondern rechtlich möglich!
Die M+E-Produktion sinkt weiter: Im ersten Jahresdrittel 2026 lag die Produktion in der M+E-Industrie um 2,7 Prozent unter dem bereits schwachen Vorjahreszeitraum. Einzelne M+E-Zweige wie der Sonstige Fahrzeugbau (insbesondere Verteidigungsaufträge) und die Elektrotechnik (u.a. Komponenten für die Energiewende) verzeichnen zwar ein Plus, im überwiegenden Teil der Branche sank der Output aber zum Teil spürbar. Die stärksten Rückgänge verzeichneten die beiden größten M+E-Zweige Automotive (-5,8 Prozent) und Maschinenbau (-3,5 Prozent). Allein diese beiden M+E-Zweige haben zusammen mehr als 1,7 Millionen Arbeitsplätze – das sind über 40 Prozent aller M+E-Beschäftigten. Die Bundesregierung muss jetzt Strukturreformen umsetzen, damit sich investieren und produzieren in Deutschland wieder lohnt. Sonst setzen sich Deindustrialisierung und Jobabbau ungebremst weiter fort.
Im Einsatz für Deutschlands größte Industriebranche: Als Interessenvertretung der Metall- und Elektro-Industrie ist Gesamtmetall dort aktiv, wo bundesweite gemeinsame Positionen zu erarbeiten und zu vertreten sind.
Gesamtmetall ist der Dachverband der Arbeitgeberverbände der M+E-Industrie mit Sitz am Potsdamer Platz in Berlin. Die Metall- und Elektro-Industrie ist die Schlüsselbranche Deutschlands mit über 25.000 Betrieben und rund 3,9 Millionen Beschäftigten.