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Arbeitszeit / Foto © AdobeStock/Sutthiphong

Arbeitszeitreform: Vereinbarungen des Koalitionsvertrages unverwässert umsetzen!

Die Arbeits­welt befindet sich im Wandel: Digi­ta­li­sie­rung, Fach­kräf­temangel, inter­na­ti­o­nale Zusam­me­n­a­r­beit und der Wunsch nach mehr Selbst­be­stim­mung erfordern neue arbeits­zeit­po­li­ti­sche Antworten. Das geltende Arbeits­zeit­recht stammt in wesent­li­chen Teilen aus einer anderen Zeit. Starre Tages­höchst­a­r­beits­zeiten und überholte regu­la­to­ri­sche Vorgaben erschweren flexible Arbeits­mo­delle und werden den Anfor­de­rungen moderner Arbeits­or­ga­ni­sa­tion immer weniger gerecht.
Was wir fordern

Darum geht es in der Tarifrunde

Die Metall- und Elektro-Industrie steckt in der längsten Krise seit Gründung der Bundesrepublik. Die Produktion liegt 15 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, seitdem sind bereits 340.000 Jobs weggefallen. Und diese Entwicklung geht ungebremst weiter: Jeden Monat brechen 10.000 weitere Stellen weg. 2026 droht das dritte Rezessionsjahr nacheinander für M+E zu werden.

Der Grund: Die Kosten sind zu hoch. Viele Unternehmen können in Deutschland nicht mehr rentabel wirtschaften. Sie schreiben Verluste oder verzeichnen nur Mini-Renditen. Energie, Bürokratie, Steuern und Abgaben sowie der Faktor Arbeit machen den Standort Deutschland zu teuer, um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können. Anderswo sind die Rahmenbedingungen oft eindeutig günstiger.

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Kampagnenlogo zur Tarifrunde in der M+E-Industrie 2026

Verkennung der Wirklichkeit

Die Beschäftigtenbefragung der IG Metall geht an der Realität vorbei. Die aktuelle Gesamtmetall-Unternehmensumfrage zeigt, dass die Metall- und Elektro-Industrie nach wie vor in der Krise steckt.

Die Dein­dus­tri­a­li­sie­rung mit dem damit verbun­denen Arbeits­platz­ver­lust ist in vollem Gange. Dies nicht wahr­nehmen zu wollen, ändert nichts an der Lage. Es muss das gemein­same Ziel der Tarif­par­teien sein, die Kosten zu senken und den Standort zu retten. Eine Verken­nung der Wirk­lich­keit ist eine Gefahr für die Akzeptanz des Flächen­ta­rifs insgesamt.

So ist die Lage

Gesamtmetall-Unternehmensumfrage 2026
Das Bild zeigt Kurven und Graphen.

M+E-Geschäftsklima seit drei Jahren ununterbrochen im Rezessionsbereich

Die M+E-Produktion sinkt trotz stabilerer Aufträge weiter. Im Juli wurde der schwächste Monatswert seit August 2021 verbucht, als aufgrund von Materialengpässen viele Bänder notgedrungen stillstanden. Es zeigt sich deutlich, dass aufgrund der hohen Standortkosten die Stabilisierung der Neuaufträge an vielen Stellen verpufft.
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Das Bild zeigt das Thema des Tages der Metall- und Elektro-Industrie 2026.

Der Tag der Metall- und Elektro-Industrie 2026

Danke an alle Gäste. Das waren unsere Redner und Panelisten am 8. September.
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Das Bild zeigt die Perspektiven, das Magazin der Metall- und Elektro-Industrie.

Perspektiven. Das Magazin der Metall- und Elektro-Industrie

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Gesamtmetall-Vorschläge zum Bürokratieabbau

Wird wirklich genug Bürokratie in der EU abgebaut? Wir haben enorme Zweifel!

Die Bürokratie wird in den nächsten Jahren nicht schrumpfen, sondern wachsen – nur langsamer als befürchtet. Unter dem Strich gibt es keinen Abbau von Regulierung, sondern einen Aufbau.
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„Aus Plänen müssen auch tatsächlich Reformen werden, die ihre Wirkung entfalten“

Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter warnt in der WELT vor den hohen Arbeitskosten in Deutschland und fordert von der Regierung mehr Ausgabendisziplin und Einsparungen.

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Das Bild zeigt den Gesamtmetall-Präsidenten Dr. Udo Dinglreiter. © Robert Recker

Entgeltgleichheit als Umsetzungsdesaster

Die EU-Entgel­t­trans­pa­renz­richt­­linie unter­­gräbt die Autonomie der Sozi­a­l­­partner, die Wett­­be­werbs­­fä­hig­keit der Unter­­nehmen und das Subsi­­dia­ri­täts­­prinzip. Nur sehr wenige Mitglie­d­s­taaten haben die Richtlinie in nati­o­nales Recht umgesetzt. Es ist ein Umsetzungsdesaster für die Kommission. Grund dafür sind die ausufernden neuen Trans­pa­renz­ver­pflich­tungen der Richt­linie, die im völligen Gegensatz zu den Plänen der EU-Kommis­sion stehen, Büro­kra­tie­lasten zu senken.

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Entgeltgleichheit (Equal Pay) / Foto © AdobeStock/Robert Kneschke

Familienfreundliche Industrie

Familie und Beruf gehören zusammen. Die Unter­nehmen der Metall- und Elektro-Industrie und ihre 3,8 Millionen Beschäf­tigten beweisen Tag für Tag, wie eine moderne Arbeits­welt aussieht, die beides ermög­licht: Flexi­bi­lität, Sicher­heit und echte Unter­stüt­zung für Eltern und Pflegende. Wir zeigen hier Best-Practice-Beispiele aus über 25.000 Betrieben.
Best-Practice-Beispiele
Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter, Gesamtmetall-Präsidium
Jeder Politiker sollte sich in Anbe­tracht der wirt­schaft­li­chen Situation fragen, ob sein Handeln die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Standorts stärkt.
Bürokratie-Schizophrenie der EU-Politik / Foto © generative KI by AdobeFirefly

Bürokratie-Schizophrenie der EU-Politik

Die Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit wird durch die Regulierungsdichte auf EU-Ebene gefährdet.
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Bildungsinitiativen von Gesamtmetall © AdobeStock/Maksym Yemelyanov

Die Bildungsinitiativen von Gesamtmetall

Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie engagieren sich seit Jahrzehnten in der Nachwuchssicherung
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Themen

Wir brauchen auch in Zukunft starke Stammbelegschaften. Flexible Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit, Werkverträge und Befristungen sind aber unverzichtbar für die M+E-Industrie.

Qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu binden, wird immer schwieriger. Die M+E-Industrie wirbt seit über 30 Jahren mit dem InfoTruck an Schulen um Nachwuchs und engagiert sich für mehr und besseren MINT-Unterricht.

Die Arbeitswelt wandelt sich, auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Dringend erforderlich ist und bleibt die Ausweitung der Beschäftigung älterer Menschen, von Frauen und Migranten.

Die Tarifautonomie in der Bundesrepublik Deutschland beruht auf dem Grundgesetz (Art. 9, 3) und dem Tarifvertragsgesetz. Dieses regelt, was ein Tarifvertrag ist und wer einen abschließen kann.

Termine & Veranstaltungen

Verband kommt von Verbinden. Ob vor Ort, hybrid oder digital, Gesamtmetall steht im Austausch mit Politik, Gewerkschaften und Öffentlichkeit. In verschiedenen Formaten – vom politischen Top-Event über Gesprächsreihen bis zum lockeren Austausch – informieren wir über unsere Positionen und bringen Entscheider miteinander ins Gespräch.

Eine Teilnahme ist nur mit persönlicher Einladung möglich.

Personaldebatte September

23.09.2026, 08:00 – 09:00 Uhr, Café Einstein, Unter den Linden 42, 10117 Berlin

Gesamtmetall M+E-Zeitung

Wie kommt die Wirtschaft wieder in die Spur? Die M+E-Zeitung zeigt es.

Informationen von den Arbeitgebern der Metall- und Elektro-Industrie für die Beschäftigten
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Grafik der Woche

Standortkosten und Unterauslastung zwingen M+E-Betriebe zu weiterem Personalabbau: Die Produktion ist am Standort Deutschland zu teuer. Deshalb kommt die Stabilisierung der Neuaufträge kaum in den M+E-Betrieben an. Seit 12 Quartalen sind die Kapazitäten daher nicht ausgelastet, was immer mehr Jobs in Deutschlands größter Industriebranche kostet. Im Juli mussten erneut über 10.000 M+E-Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Beschäftigung fiel auf nur noch 3,715 Millionen – der tiefste Stand seit Januar 2014 und ein Minus von fast 350.000 Arbeitsplätzen seit 2019.

Mehr Zahlen & Fakten

Gesamtmetall Grafik der Woche

Konjunktur-Kennzahlen (letzte verfügbare Monatswerte)

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Arbeiten bei Gesamtmetall

Im Einsatz für Deutschlands größte Industriebranche: Als Interessenvertretung der Metall- und Elektro-Industrie ist Gesamtmetall dort aktiv, wo bundesweite gemeinsame Positionen zu erarbeiten und zu vertreten sind.

Gesamtmetall ist der Dachverband der Arbeitgeberverbände der M+E-Industrie mit Sitz am Potsdamer Platz in Berlin. Die Metall- und Elektro-Industrie ist die Schlüsselbranche Deutschlands mit über 25.000 Betrieben und rund 3,9 Millionen Beschäftigten.

Zur Karriereseite

Arbeiten bei Gesamtmetall

Verbandsgeschichte

  • 1890

    Der „Verband Deutscher Metallindustrieller“ wird in Berlin als ein Verband der Verbände gegründet. Das spätere Kerngeschäft, die Koordinierung der Tarifpolitik, spielte zunächst keine Rolle. Der erste „Gesamtmetall-Vorsitzende“ nach der Gründung am 19.03. war der Berliner Metallindustrielle Paul Heckmann. Die Verbandsrepräsentanz lag in der Schlesischen Straße, gegenüber dem Heckmannschen Betrieb. In seine Amtszeit bis 1910 fiel vor allem das Werben um die Gründung und den Anschluss von regionalen Mitgliedsverbänden, die ursprünglich zur Streikabwehr entstanden waren, an den nationalen Spitzenverband.

  • 1891

    Einen ersten verbindlichen Rahmen von Vorschriften zu den Arbeitsabläufen und zur allgemeinen Sicherheit in den Betrieben bot die „Normal-Arbeitsordnung des Gesamtverbandes. Sie wurde den Betrieben der Mitgliedsverbände zur Einführung empfohlen. Damals wurden die meisten Arbeitsschritte im Betrieb selbst ausgeführt.

  • 1911

    Anton von Rieppel war einer der Gründungsväter des MAN-Konzerns und führte den Verband von 1911 bis 1919 durch die schwere Zeit des Ersten Weltkrieges. Für ihn hatten nur große und feste Organisationen genug Schlagkraft zur Interessendurchsetzung. Er setzte die Einigungsarbeit konsequent fort und initiierte die Gründung von Landesverbänden. In seine Amtszeit fiel auch das Stinnes-Legien-Abkommen 1918, welches die Grundlagen des Flächentarifvertragssystems legte.

  • 1918

    Mit dem Stinnes-Legien-Abkommen verständigten sich Vertreter der Metallindustrie mit den Gewerkschaften über die grundsätzlichen Fragen einer Wirtschafts- und Sozialverfassung in der Weimarer Republik.

  • 1920

    Eine prägende Gestalt der erschütterungsreichen Weimarer Republik – Ernst von Borsig setzte sozialpolitische Maßstäbe und engagierte sich für eine fundierte Berufsausbildung, die heute als Vorbild gilt: „Die Ausbildung muss auf eine Höhe gebracht werden, die es ermöglicht, einen Qualitätsarbeiter heranzuziehen, der mithelfen kann, den Ruf deutscher Arbeit im Ausland Geltung zu verschaffen und ihn zu erhalten.“ Seine Amtszeit dauerte bis 1933.

  • 1933

    Die Tarifautonomie hatte in der staatlich gelenkten und gleichgeschalteten Wirtschaft des Dritten Reichs keinen Platz. Bis zum 13.12.1933 amtierte Rudolf Blohm, Mitinhaber der Werft Blohm & Voss, als kommissarischer Vorsitzender des Verbandes. Er leitete jene Mitgliederversammlung, in welcher der einstimmige Auflösungsbeschluss unter dem massiven Druck der Nationalsozialisten gefasst wurde.

  • 1949

    Die Tarifautonomie von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden wird im Grundgesetz festgeschrieben. Gesamtmetall wurde am 25.03. (wieder) gegründet, der Neuaufbau verbandlicher Strukturen beginnt. Die Wiedergründung des Gesamtverbandes und das Aufleben des Tarifwesens im Wirtschaftswunder sind eng verknüpft mit dem Namen Hans Bilstein. Der sauerländische Automobilzulieferer war auch Verhandlungsführer beim Abschluss des ersten Schlichtungs- und Schiedsabkommens mit der IG Metall 1955: Jeder staatlichen Einmischung in die eigenverantwortliche Regelung der Arbeitsbeziehungen wurde eine Absage erteilt. Seine Amtszeit währte bis 1959.

  • 1953

    Als Ausdruck sozialpolitischer Solidarität unter den Unternehmen wird die Gefahrengemeinschaft zur gegenseitigen finanziellen Unterstützung bei der Abwehr von Streiks gegründet.

  • 1955

    Der Abschluss des ersten Schlichtungs- und Schiedsabkommens mit der IG Metall erteilte jeder staatlichen Einmischung in die eigenverantwortliche Regelung der Arbeitsbeziehungen eine klare Absage.

  • 1958

    Mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft intensivierte sich die Kooperation der Metallarbeitgeberverbände. Dem Comité des Liason des Industries Metaliques Europeenes tritt auch Gesamtmetall bei.

  • 1959

    Bei der Wahl von Dr.-Ing. Ludwig Caemmerer zum Vorsitzenden war absehbar, dass dieser die Aufgabe wegen seines Alters nur für eine kurze Zeit innehaben würde. Er setzte den von Hans Bilstein eingeschlagenen Weg sozialpartnerschaftlicher Verständigung fort und forcierte die Reform der innerverbandlichen Organisation und Meinungsbildung, vor allem durch die Verstärkung der tarifpolitischen Koordination durch Gesamtmetall. Er amtierte bis 1961.

  • 1961

    Mit dem Amtsantritt des niederrheinischen Maschinenfabrikanten Herbert van Hüllen fand nicht nur ein Generationswechsel statt. Mit dem zunehmend unruhigen sozialpolitischen Klima erweitern sich auch die Schwerpunkte von Gesamtmetall, um „ein einheitliches Vorgehen der Mitgliedsverbände in allen Fragen von allgemeinem Interesse zu sichern“, wie es in der Satzung hieß. Die Geschäftsstelle wurde ausgebaut. Herbert van Hüllen stand bis 1976 an der Spitze von Gesamtmetall.

  • 1962

    Unternehmen sind nur dann erfolgreich, wenn sie ihre Produktionsmethoden ständig modernisieren. Deshalb gründete die Mitgliederversammlung von Gesamtmetall 1962 das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V. (ifaa). Es entwickelt praxisgerechte Lösungen für eine wettbewerbsfähige Arbeits- und Betriebsorganisation.

  • 1977

    Mit Dr. Wolfram Thiele stand wieder ein MAN-Vorstand, aber erstmals ein Präsident an der Spitze. Die Mitgliederversammlung hatte die Bildung eines Präsidiums beschlossen. Seine Amtszeit bis 1985 war geprägt von einer Achterbahnfahrt: Extrem hohen Wachstumsraten folgten Jahre mit sinkender Produktion. Auch der Verteilungskonflikt mit der IG Metall erhielt durch die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche eine neue Qualität.

  • 1984

    Der sogenannte Leber-Kompromiss von 1984 bot den Unternehmen erstmals die Möglichkeit, ihr Arbeitszeitvolumen zu variieren und modernen Produktionsstrukturen gerecht zu werden. Der Kompromiss basierte auf dem „Tausch“: Weniger Wochenarbeitszeit gegen mehr Flexibilität.

  • 1985

    Das Thema Arbeitszeit konnte erst in der Präsidentschaft von Dr. Werner Stumpfe (bis 1992), Vorstand der Mannesmann Demag AG, befriedet werden: Die Wochenarbeitszeit wurde mit Lohnausgleich weiter verkürzt, im Gegenzug wurde die Arbeitszeitgestaltung spürbar flexibilisiert. Mit der Wiedervereinigung rückte der Neuaufbau von Verbandsstrukturen in Ostdeutschland in den Fokus.

  • 27.09.1990

    Die vier neu gegründeten ostdeutschen Metall-Landesverbände schließen sich Gesamtmetall an. Damit wurde die deutsche Einheit auch bei den Arbeitgeberverbänden vollzogen.

  • 1992

    Mit Dr. Hans-Joachim Gottschol, geschäftsführender Gesellschafter der Gottschol-Aluminium GmbH in Ennepetal im südlichen Ruhrgebiet, übernahm wieder ein Mittelständler bis 1996 die Verbandsführung. In die schwierige wirtschaftliche und tarifpolitische Zeit der Nachwendejahre fiel auch die Debatte um die Rückkehr des Verbandes von Köln nach Berlin.

  • 1996

    In Personalunion von Ehren- und Hauptamt hat Dr. Werner Stumpfe den Verband zum zweiten Mal bis 2000 und in einer kritischen Phase gelenkt. Mit bundesweiten Strukturen von Verbänden ohne Tarifbindung wurde die Möglichkeit geschaffen, Firmen zu halten, die sich sonst komplett verabschiedet hätten. Gleichzeitig legte er mit der angebotenen „Neuen Partnerschaft“ die Grundlage für einen konstruktiveren Dialog mit der IG Metall.

  • 2000

    Für den mittelständischen Wäschereitechnik-Unternehmer Martin Kannegiesser aus dem westfälischen Vlotho galt es, die betriebliche Wirklichkeit in allen Facetten auf den Flächentarifvertrag zu übertragen – nicht umgekehrt. In seine Amtszeit bis 2012 fielen mit der Gründung der MetallRente, dem ERA-Tarifvertrag und Pforzheimer Abkommen, dem flexiblen Renten-Übergang und dem Krisentarifvertrag wegweisende Entscheidungen.

  • 2001

    Das von den Sozialpartnern getragene Branchenversorgungswerk MetallRente wird gegründet und entwickelt sich binnen kurzem zur größten Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Bereits zur Jahrhundertwende 1900 beschäftigte sich der Gesamtverband mit dem Thema Altersvorsorge: Überlegt wurde, für alle M+E-Mitarbeiter eine Lebensversicherung sowie eine gemeinsame Pensions- und Unterstützungskasse anzubieten – zu vorteilhaften Großkunden-Tarifen.

  • 2002

    Die Lohnrahmentarifverträge für Arbeiter und die Gehaltsrahmentarifverträge für Angestellte werden zu einem gemeinsam geltenden Entgeltrahmentarifvertrag (Fachsprache: ERA) zusammengeführt.

  • 2003

    Nach fast 50 Jahren in Köln zog der Verband nach Berlin um – an den Ort der einstigen Gründung. Am Potsdamer Platz wird ein neues Gebäude auf historischem Boden bezogen.

  • 25.02.2004

    Mit dem richtungweisenden Pforzheimer Abkommen wurde der Flächentarifvertrag modernisiert und flexibilisiert. Überbetriebliche Notwendigkeiten können einfacher in Einklang gebracht werden.

  • 2010

    Der Krisentarifabschluss zeigte die besondere Verantwortung der Sozialpartner. In der bis dahin größten Rezession der Nachkriegsgeschichte wurden mehr als 800.000 Arbeitsplätze gesichert und die Realeinkommen stabilisiert.

  • 2012

    Für den geschäftsführenden Gesellschafter der Prominent GmbH in Heidelberg, Dr. Rainer Dulger, waren die Bewahrung der Flexibilität der M+E-Unternehmen und die Modernisierung des Flächentarifvertrags wichtige Anliegen. Seine Amtszeit bis 2020 prägten lange Jahre wirtschaftlicher Prosperität. Erstmals seit der Wiedervereinigung wurde 2018 die Marke von vier Millionen M+E-Beschäftigten wieder übertroffen. Erst der Beginn der Corona-Krise brachte diese Entwicklung zum Stillstand.

  • 19.03.2015

    Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wird 125 Jahre alt und feiert dies mit einem großen Festakt in Berlin in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck.

  • 2018

    30 Jahre mobile Berufsinformation: Mehr als sechseinhalb Millionen Besucher, die meisten davon Schülerinnen und Schüler, haben seit 1988 die Info-Mobile und Info-Trucks der Metall- und Elektro-Industrie besucht.

  • 15.11.2018

    100 Jahre Stinnes-Legien-Abkommen: Mit der wegweisenden Einigung erkannten sich Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften gegenseitig an – die eigentliche Geburtsstunde des heutigen Tarifsystems und der Tarifautonomie.

  • 2020

    Von November 2020 bis Ende 2025 amtierte Dr. Stefan Wolf, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Automobilzulieferers ElringKlinger AG, als Präsident von Gesamtmetall. Der mittelständische Unternehmer war bereits seit langem ehrenamtlich in den M+E-Verbänden engagiert. Er hatte mitten in der Corona-Zeit das Amt über­nommen und für den Standort, die Branche und die Unter­nehmen in schwierigen Zeiten mit enormem Enga­ge­ment, uner­müd­li­cher Energie und klaren Worten gekämpft.

  • 2020

    Die Corona-Pandemie stellte die Tarifrunde 2020 unter besondere Herausforderungen. Am Ende konnte ein Lösungsansatz für die aktuellen Probleme, wie Kurzarbeit und Kinderbetreuung im Lockdown, gefunden werden – und zwar ohne nennenswerte Mehrkosten für die Betriebe und mit Planungssicherheit für die Beschäftigten.

  • 01.06.2021

    In Berlin/Brandenburg und Sachsen wird erstmals eine Öffnung für Betriebe zur Angleichung der Arbeitszeit in Ost und West vereinbart. Die Betriebe können damit freiwillig unter Vereinbarung einer Kompensation die Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden absenken.

  • 2023

    Welche politischen Konzepte gibt es, um die Soziale Marktwirtschaft zu stärken, unser Land zu modernisieren und wettbewerbsfähig für die Zukunft zu gestalten? Das war das Thema des ersten Tags der Metall- und Elektro-Industrie – mit viel politischer Prominenz. Die neue Veranstaltungsreihe findet künftig jedes Jahr statt.

  • 2026

    Seit dem 01.01.2026 ist Dr. Udo Dingl­reiter neuer Präsident des Arbeit­ge­ber­ver­bands Gesamt­me­tall. Der Mitin­haber und Geschäfts­führer des Maschinen- und Anla­gen­bauers R. Scheuchl GmbH im baye­ri­schen Ortenburg ist der 15. Präsident in der 135-jährigen Geschichte von Gesamt­me­tall. Damit ist er der zweite baye­ri­sche Gesamt­me­tall-Präsident nach Anton von Rieppel (1911 bis 1919) und der erste aus einem nicht tarif­ge­bun­denen Unter­nehmen.