726.000 Jobs stehen bis 2040 in der europäischen Automobilindustrie auf dem Spiel
Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation
16.07.2026
Wenn es sich in Deutschland nicht mehr rechnet und man hier Geld verliert, geht man ins Ausland. Dramatisch ist, dass diese Verlagerung mittlerweile auch die Wissensbereiche erfasst – und üblicherweise folgt die Produktion dem Wissensbereich. Die Ebene dahinter, die nicht verlagern kann, die stirbt einen leisen Tod. Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter warnt in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor den Konsequenzen unzureichender Reformen.
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel: Digitalisierung, Fachkräftemangel, internationale Zusammenarbeit und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung erfordern neue arbeitszeitpolitische Antworten. Die geltenden Regelungen zur Arbeitszeiterfassung und Höchstarbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß und stehen einer modernen Arbeitsorganisation zunehmend im Weg. Eine Flexibilisierung ist nicht nur notwendig, sondern rechtlich möglich!
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie untergräbt die Autonomie der Sozialpartner, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und das Subsidiaritätsprinzip. Nur sehr wenige Mitgliedstaaten haben die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Es ist ein Umsetzungsdesaster für die Kommission. Grund dafür sind die ausufernden neuen Transparenzverpflichtungen der Richtlinie, die im völligen Gegensatz zu den Plänen der EU-Kommission stehen, Bürokratielasten zu senken.
Die Metall- und Elektro-Industrie steckt in der Krise: Vielen Unternehmen im wichtigsten Industriezweig des Landes geht es schlecht. Das Erfolgsmodell ganzer Regionen steht infrage, Tausende Arbeitsplätze sind schon weg.
Die Zahlen sind unten. Und trotzdem nehmen wir die Köpfe hoch: M+E hat engagierte Unternehmer und motivierte Beschäftigte, herausragende Produkte und bahnbrechende Ideen. Jetzt braucht unsere Branche auch wieder die passenden Rahmenbedingungen für Erfolg „made in Germany“.
Dafür kommt es auf die richtigen Entscheidungen und Veränderungen an.
Personalabbau beschleunigt: Allein im April gingen über 15.000 Arbeitsplätze in Deutschlands größter Industrie verloren – der höchste Verlust innerhalb eines Monats seit dem Höhepunkt der Corona-Krise im Juli 2020. Die deutsche Standortkrise hat seit 2019 über 300.000 Jobs in der M+E-Industrie gekostet. Nur wenige M+E-Zweige konnten sich dem Abbau entziehen. Ursache: Durch die hohen Standortkosten können Wettbewerber auf den Weltmärkten günstigere Preise anbieten. Investitionen gehen an ausländische Standorte, wodurch Produktivität und globale Wettbewerbsfähigkeit weiter sinken. Die anhaltend hohe Unterauslastung zwingt die Unternehmen zum Personalabbau. Der Standort Deutschland braucht jetzt Strukturreformen, damit Industrie und Arbeitsplätze Zukunft haben.
Im Einsatz für Deutschlands größte Industriebranche: Als Interessenvertretung der Metall- und Elektro-Industrie ist Gesamtmetall dort aktiv, wo bundesweite gemeinsame Positionen zu erarbeiten und zu vertreten sind.
Gesamtmetall ist der Dachverband der Arbeitgeberverbände der M+E-Industrie mit Sitz am Potsdamer Platz in Berlin. Die Metall- und Elektro-Industrie ist die Schlüsselbranche Deutschlands mit über 25.000 Betrieben und rund 3,9 Millionen Beschäftigten.