Deindustrialisierung und Arbeitsplatzverlust ist in vollem Gange
Beschäftigtenbefragung der IG Metall
10.09.2026
Die Metall- und Elektro-Industrie steckt in der längsten Krise seit Gründung der Bundesrepublik. Die Produktion liegt 15 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, seitdem sind bereits 340.000 Jobs weggefallen. Und diese Entwicklung geht ungebremst weiter: Jeden Monat brechen 10.000 weitere Stellen weg. 2026 droht das dritte Rezessionsjahr nacheinander für M+E zu werden.
Der Grund: Die Kosten sind zu hoch. Viele Unternehmen können in Deutschland nicht mehr rentabel wirtschaften. Sie schreiben Verluste oder verzeichnen nur Mini-Renditen. Energie, Bürokratie, Steuern und Abgaben sowie der Faktor Arbeit machen den Standort Deutschland zu teuer, um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können. Anderswo sind die Rahmenbedingungen oft eindeutig günstiger.
Die Beschäftigtenbefragung der IG Metall geht an der Realität vorbei. Die aktuelle Gesamtmetall-Unternehmensumfrage zeigt, dass die Metall- und Elektro-Industrie nach wie vor in der Krise steckt.
Die Deindustrialisierung mit dem damit verbundenen Arbeitsplatzverlust ist in vollem Gange. Dies nicht wahrnehmen zu wollen, ändert nichts an der Lage. Es muss das gemeinsame Ziel der Tarifparteien sein, die Kosten zu senken und den Standort zu retten. Eine Verkennung der Wirklichkeit ist eine Gefahr für die Akzeptanz des Flächentarifs insgesamt.
Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter warnt in der WELT vor den hohen Arbeitskosten in Deutschland und fordert von der Regierung mehr Ausgabendisziplin und Einsparungen.
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie untergräbt die Autonomie der Sozialpartner, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und das Subsidiaritätsprinzip. Nur sehr wenige Mitgliedstaaten haben die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Es ist ein Umsetzungsdesaster für die Kommission. Grund dafür sind die ausufernden neuen Transparenzverpflichtungen der Richtlinie, die im völligen Gegensatz zu den Plänen der EU-Kommission stehen, Bürokratielasten zu senken.
Standortkosten und Unterauslastung zwingen M+E-Betriebe zu weiterem Personalabbau: Die Produktion ist am Standort Deutschland zu teuer. Deshalb kommt die Stabilisierung der Neuaufträge kaum in den M+E-Betrieben an. Seit 12 Quartalen sind die Kapazitäten daher nicht ausgelastet, was immer mehr Jobs in Deutschlands größter Industriebranche kostet. Im Juli mussten erneut über 10.000 M+E-Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Beschäftigung fiel auf nur noch 3,715 Millionen – der tiefste Stand seit Januar 2014 und ein Minus von fast 350.000 Arbeitsplätzen seit 2019.
Im Einsatz für Deutschlands größte Industriebranche: Als Interessenvertretung der Metall- und Elektro-Industrie ist Gesamtmetall dort aktiv, wo bundesweite gemeinsame Positionen zu erarbeiten und zu vertreten sind.
Gesamtmetall ist der Dachverband der Arbeitgeberverbände der M+E-Industrie mit Sitz am Potsdamer Platz in Berlin. Die Metall- und Elektro-Industrie ist die Schlüsselbranche Deutschlands mit über 25.000 Betrieben und rund 3,9 Millionen Beschäftigten.