M+E-Geschäftsklima verharrt im August 2026 den 39. Monat in Folge im Rezessionsbereich
Erwartungen in Deutschlands Leitindustrie erneut mit Rückschlag.
25.08.2026
Wenn es sich in Deutschland nicht mehr rechnet und man hier Geld verliert, geht man ins Ausland. Dramatisch ist, dass diese Verlagerung mittlerweile auch die Wissensbereiche erfasst – und üblicherweise folgt die Produktion dem Wissensbereich. Die Ebene dahinter, die nicht verlagern kann, die stirbt einen leisen Tod. Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter warnt in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor den Konsequenzen unzureichender Reformen.
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel: Digitalisierung, Fachkräftemangel, internationale Zusammenarbeit und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung erfordern neue arbeitszeitpolitische Antworten. Die geltenden Regelungen zur Arbeitszeiterfassung und Höchstarbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß und stehen einer modernen Arbeitsorganisation zunehmend im Weg. Eine Flexibilisierung ist nicht nur notwendig, sondern rechtlich möglich!
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie untergräbt die Autonomie der Sozialpartner, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und das Subsidiaritätsprinzip. Nur sehr wenige Mitgliedstaaten haben die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Es ist ein Umsetzungsdesaster für die Kommission. Grund dafür sind die ausufernden neuen Transparenzverpflichtungen der Richtlinie, die im völligen Gegensatz zu den Plänen der EU-Kommission stehen, Bürokratielasten zu senken.
Die Metall- und Elektro-Industrie steckt in der Krise: Vielen Unternehmen im wichtigsten Industriezweig des Landes geht es schlecht. Das Erfolgsmodell ganzer Regionen steht infrage, Tausende Arbeitsplätze sind schon weg.
Die Zahlen sind unten. Und trotzdem nehmen wir die Köpfe hoch: M+E hat engagierte Unternehmer und motivierte Beschäftigte, herausragende Produkte und bahnbrechende Ideen. Jetzt braucht unsere Branche auch wieder die passenden Rahmenbedingungen für Erfolg „made in Germany“.
Dafür kommt es auf die richtigen Entscheidungen und Veränderungen an.
M+E-Arbeitslosigkeit steigt über kritische Marke: Im August 2026 waren rund 180.300 Personen mit M+E-typischen qualifizierten Jobs (Berufsabschluss oder Akademiker) arbeitslos gemeldet. Der höchste Stand seit Februar 2021 – als die Corona-Krise weltweit zu Stillstand führte – und abgesehen davon der höchste Wert in einem August seit 2010. Dass sich der Arbeitsmarkt weiter verschlechtert, zeigt deutlich, dass die Standortkrise anhält. Deutschland braucht das vom Kanzler angekündigte Tempo bei der Umsetzung der Strukturreformen, sonst setzt sich die Deindustrialisierung fort.
Im Einsatz für Deutschlands größte Industriebranche: Als Interessenvertretung der Metall- und Elektro-Industrie ist Gesamtmetall dort aktiv, wo bundesweite gemeinsame Positionen zu erarbeiten und zu vertreten sind.
Gesamtmetall ist der Dachverband der Arbeitgeberverbände der M+E-Industrie mit Sitz am Potsdamer Platz in Berlin. Die Metall- und Elektro-Industrie ist die Schlüsselbranche Deutschlands mit über 25.000 Betrieben und rund 3,9 Millionen Beschäftigten.