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17 Wirtschaftsverbände fordern Ende des nationalen Lieferkettengesetzes

Kein deutscher Sonderweg

Nach der ersten Lesung zur Änderung des Liefer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setzes (LkSG) im Deutschen Bundestag fordern 17 führende Wirt­schafts­ver­bände das voll­stän­dige Aussetzen des LkSG. Die bislang vorge­se­henen Ände­rungen reichen aus Sicht der Verbände nicht aus, um Unter­nehmen spürbar zu entlasten.

Der Gesetz­ent­wurf beschränkt sich im Wesent­li­chen auf die Strei­chung der Berichts­pflicht und eine Redu­zie­rung von Sank­ti­onen. Die umfas­senden Sorg­falts­pflichten entlang globaler Liefer­ketten sowie die detail­lierten Doku­men­ta­ti­ons­an­for­de­rungen bleiben jedoch bestehen. „Spürbare Entlas­tungen sind somit nicht zu erwarten“, stellen die Verbände in einem Schreiben an Bundestag und Bundes­re­gie­rung klar.

Kern­for­de­rung der Verbände ist daher, das LkSG auszu­setzen. Gleich­zeitig müsse die Bundes­re­gie­rung ihre Zusage aus dem Koali­ti­ons­ver­trag einlösen und die im Dezember 2025 auf EU-Ebene beschlos­senen Ände­rungen zur Liefer­ket­ten­re­gu­lie­rung („Omnibus I“) zügig in einer büro­kra­tie­armen und praxis­nahen Form umsetzen. „Dieses Verspre­chen muss jetzt eingelöst werden.“

Sollte das LkSG nicht ausge­setzt werden, treten die Verbände dafür ein, zumindest den nati­o­nalen Anwen­dungs­be­reich unver­züg­lich an den der euro­pä­i­schen Liefer­ket­ten­richt­linie (CSDDD) anzu­passen. Dieser erfasst nur noch sehr große Unter­nehmen. Entspre­chend sollten Unter­nehmen, die künftig nicht mehr von der euro­pä­i­schen Regelung erfasst sind, auch national nicht länger verpflichtet werden, so die Verbände. Andern­falls drohten Wett­be­werbs­nach­teile und Rechts­un­si­cher­heit.

„Deut­sch­land muss seinen nati­o­nalen Sonderweg beenden und die laufende LkSG-Novelle gezielt für spürbare Entlas­tungen nutzen“, betonen die Verbände. Diese bis 2029 zu verschieben, sei keine Option. “Wir fordern Bundestag und Bundes­re­gie­rung auf, die notwen­digen Maßnahmen unver­züg­lich auf den Weg zu bringen”, so die klare Botschaft.