Entwurf zum Teilzeitrecht enthält schwerwiegende wie unnötige Belastungen für Unternehmen

Entwurf zum Teilzeitrecht enthält schwerwiegende wie unnötige Belastungen für Unternehmen

Entwurf zum Teilzeitrecht enthält schwerwiegende wie unnötige Belastungen für Unternehmen

Karsten Tacke, Geschäftsführer Tarif- und Sozialpolitik und stellvertretender Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall, auf N24 zum Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums zum Rückkehrrecht aus Teil- in Vollzeit:

"Der Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts enthält Belastungen für die Unternehmen, die ebenso schwerwiegend wie unnötig sind.

Die Belastungen sind unnötig, weil bei uns in der M+E-Industrie die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit in noch nicht einmal 2 Prozent der Unternehmen scheitert. Dort, wo sie scheitert, gibt es betriebliche Gründe, die die Ausweitung nicht möglich machen. Sie sind schwerwiegend, weil unter dem Deckmantel der planbaren befristeten Teilzeit ein unplanbares ständiges Rückkehrrecht auf die frühere Arbeitszeit geliefert wird.

Dem Arbeitgeber wird nämlich einseitig die volle Beweislast auferlegt, dass der Wunsch des Arbeitnehmers auf Verlängerung der Arbeitszeit vor Ablauf der vereinbarten Frist im Einzelfall nicht umsetzbar ist. Nach der bisher bekannten einengenden Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts wird daraus im Ergebnis eben doch ein Rückkehranspruch in Vollzeit und eben nicht nur die angeblich angestrebte befristete Teilzeit.

Der Gesetzentwurf bleibt die Antwort schuldig, wie ein Arbeitgeber seine Ressourcenplanung gestalten soll, wenn die Arbeitnehmer in diesem Umfang von Voll- auf Teilzeit und zurück umschalten können.

Das ist weder im Interesse der Betriebe noch der Beschäftigten: Für die Betriebe bleibt der Entwurf die Antwort schuldig, wie mittelständische Arbeitgeber bei diesem Arbeitszeitroulette ihren Betriebsablauf sicherstellen sollen. Aus Sicht der Beschäftigten wird der Arbeitszeitwunsch des Einzelnen entweder durch die Kollegen oder durch Befristungen, Teilzeit oder Zeitarbeit aufgefangen werden. Auch diese Kollegen brauchen Planbarkeit!"