"Lebensfremde Forderungen"

"Lebensfremde Forderungen"

"Lebensfremde Forderungen"

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander kommentiert im Handelsblatt die neue Arbeitskosten-Studie des IMK:

"Die Forderung der Hans-Böckler-Stiftung nach höheren Lohnsteigerungen ist wieder einmal lebensfremd. Die gewerkschaftsnahe Wissenschaft sollte sich stärker mit der Realität der Unternehmen auseinandersetzen, denn dort entscheidet sich knallhart an der Wettbewerbsfähigkeit, ob deren Produkte gekauft werden oder nicht.

Beim Vergleich der industriellen Arbeitskosten liegt Deutschland mit 38 Euro je Stunde eindeutig in der Spitzengruppe. Die deutsche Industrie steht in einem harten internationalen Wettbewerb, den sie bei sehr hohen Lohnstückkosten meistern muss. Daran hängt der Wohlstand in unserem Land. Geringe Produktivität und hohe Lohnzuwächse haben dafür gesorgt, dass die Lohnstückkosten beispielsweise in der Metall- und Elektro-Industrie seit der Finanzkrise 2008 um 18 Prozent gestiegen sind. Der aktuelle Tarifabschluss sieht noch weitere Gehaltssteigerungen vor. Als große Exportindustrie ist das nur schwer zu verkraften. Ohne die aktuell positiven Sonderfaktoren niedriger Ölpreis, niedriger Zins und schwacher Euro wäre Deutschland in einer Rezession.

Irgendwann können unsere Unternehmen durch Innovationen und Rationalisierungen den Nachteil der hohen Arbeitskosten nicht mehr kompensieren, daher brauchen wir weder höhere Löhne noch eine weitere Steigerung der Lohnzusatzkosten.

Hier ist auch die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen in der kommenden Legislaturperiode so zu setzen, dass die Unternehmen wieder wettbewerbsfähiger zu ihren internationalen Konkurrenten werden, denn nur so können die Arbeitsplätze in der Industrie gesichert werden. Wir brauchen vier Jahre für die Wirtschaft."