"Wir verfressen unsere Zukunft"

"Wir verfressen unsere Zukunft"

"Wir verfressen unsere Zukunft"

Foto: Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander zu den Rentenplänen der Großen Koalition im Handelsblatt:

Die Rentenpläne sind das krasse Gegenteil von Generationengerechtigkeit. Bereits gut versorgte Rentnergenerationen profitieren. Die Kosten - Jahr für Jahr bis zum elffachen der Steuersenkung für Hotels - müssen die jüngeren Generationen tragen.

Die Rentenpläne sind auch unsolide finanziert. Es wird deshalb zu weiteren Beitrags- und Steuererhöhungen kommen. Gleichzeitig bleiben Infrastruktur, Bildungssektor und Kinderbetreuung unterfinanziert. Im Grunde verfressen wir unsere Zukunft, weil immer mehr ins Soziale geht und wir zu wenig in die Zukunft investieren.

Problematisch ist auch ein weiterer Aspekt: es werden wieder neue Anreize geschaffen, vorzeitig aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Damit wird der mühsam eingeleitete Mentalitätswandel konterkariert. Unsere Unternehmen wollen die Beschäftigten aber halten, weil sie deren Wissen und deren Erfahrung brauchen und schätzen. So steigt die Zahl der Beschäftigten in der Altersgruppe 60+ seit dem Ende der flächendeckenden Vorruhestandsreglungen kontinuierlich an.

Für diejenigen Arbeitnehmer, die tatsächlich besonders belastet sind, gibt es in unserer Branche mit dem Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ) längst tarifpolitische Lösungen.