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M+E-Arbeitsmarkt nach zweieinhalb Jahren Rezession stark unter Druck

Personalpläne weiter abwärtsgerichtet

Die Lage am Arbeits­markt in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) bleibt weiter ange­spannt. Nach den heute von der Bunde­s­agentur für Arbeit veröf­fent­lichten Zahlen lag die Arbeits­lo­sig­keit in quali­fi­zierten M+E-Berufen im November 2025 um 10 Prozent über dem Vorjah­res­monat. Saison­be­rei­nigt stieg die Anzahl auf über 171.300. Dies bedeutet ein Plus um 0,7 Prozent zum Oktober 2025 und den höchsten Stand seit Februar 2021 – also mitten in der Corona-Krise. Demge­gen­über stabi­li­siert sich die Anzahl der offenen Stellen. Saison­be­rei­nigt lag die Zahl im November bei 123.400. Das waren zwar weiterhin 5 Prozent weniger als im Vorjahr, im Vergleich zum Sommer 2025 wurden aber über 4.000 offene Stellen mehr gemeldet.

Gesamt­me­tall-Chef­volks­wirt Lars Kroemer: „Die M+E-Industrie mit ihren rund 3,8 Millionen Beschäf­tigten ist seit zwei­ein­halb Jahren in der Rezession – einen so langen Zeitraum gab es noch nie seit Gründung der Bundes­re­pu­blik. Um der laufenden Dein­dus­tri­a­li­sie­rung entge­gen­zu­wirken, müssen sich die poli­ti­schen Rahmen­be­din­gungen schnellst­mög­lich ändern. Die massiven Kosten­pro­bleme des Standorts bei Energie, Sozi­a­l­ab­gaben und Büro­kratie müssen durch struk­tu­relle Reformen nach­haltig gelöst werden. Unter­neh­men­s­in­ves­ti­ti­onen müssen in Deutschland wieder attrak­tiver werden. Nur so können Arbeits­plätze, Wert­schöp­fung und Einkommen gesichert werden. Denn ohne stabile Wirt­schaft gibt es auch keine stabile Regierung.“

Obwohl sich die Anzahl der offenen Stellen stabi­li­siert, sind die Perso­nal­pläne der M+E-Unter­nehmen im Saldo unver­än­dert abwärts­ge­richtet. Die monatlich vom ifo-Institut für die M+E-Industrie erhobenen Perso­nal­pläne lagen im November 2025 mit minus 30 Punkten unver­än­dert auf dem tiefsten Stand seit Juni 2020 – dem Höhepunkt der Corona-Krise. 35 Prozent der M+E-Unter­nehmen müssen Stellen streichen, während nur 5 Prozent mit Erwei­te­rungen planen. Damit waren die Perso­nal­pläne den 29. Monat in Folge im negativen Bereich, was die längste Nega­tiv­phase seit den frühen 2000er-Jahren – vor den Sozial- und Arbeits­mark­t­re­formen der Agenda 2010 – darstellt. Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie im aktuellen M+E-Konjunk­tur­be­richt unter

Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie im aktuellen M+E-Konjunk­tur­be­richt.