Familienarbeitszeit kostet allein bei M+E bis zu 7,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung

Familienarbeitszeit kostet allein bei M+E bis zu 7,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung

Familienarbeitszeit kostet allein bei M+E bis zu 7,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung

Berlin. Die vom Familienministerium geplante Familienarbeitszeit geht in der deutschen Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) zu Lasten von Arbeitszeitvolumen und Wertschöpfung. Sollte die Familienarbeitszeit, wie vom Ministerium geplant, tatsächlich kommen, gäbe es in der M+E-Industrie einen Rückgang der Arbeitszeit in Höhe von bis zu 110.000 Vollzeitäquivalenten - darunter zum großen Teil MINT-Fachkräfte. Gerade im Umfeld eines immer weiter zunehmenden Fachkräftemangels würde dies allein in der M+E-Industrie zu einem Verlust an Wertschöpfung von bis zu 7,5 Milliarden Euro führen. Gleichzeitig würden die Kosten für die staatlichen Subventionen (300 Euro monatlich) für die gesamte Wirtschaft bei rund 6 Milliarden Euro liegen. Über alle Branchen hinweg kann das Vorhaben sogar über 720.000 Vollzeitäquivalente kosten, wie Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln zeigen.

"Leider erweist sich eine scheinbar gute Idee aus dem Familienministerium, wenn man genau hinguckt, als verheerend", erklärte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. "Wenn der Ingenieur in der Industrie seine Arbeitszeit von 35 auf 28 Stunden reduziert, die Referentin im Familienministerium von 20 auf 27 Stunden aufstockt, dann ist das in der Gesamtsumme in der Tat ausgeglichen. Aber dem M+E-Betrieb nutzt die aufgestockte Arbeitszeit im Familienministerium nicht das Geringste, und auch das Familienministerium muss erst einmal diese zusätzliche Arbeitszeit der Referentin benötigen."

Zander betonte, dass die Arbeitgeber ausdrücklich hinter dem Ziel stehen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die stärkere Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben zu fördern. Die Unternehmen in der M+E-Industrie tun bereits einiges auf diesem Gebiet – von der Arbeitszeitflexibilität über Homeoffice und Betriebskitas bis hin zu Langzeitkonten, der Übernahme von Kinderbetreuungskosten oder Kinderferienprogramme (siehe auch: www.familienfreundliche-industrie.de). Und wenn der Gesetzgeber eine stärkere Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben wünscht, so sollte der Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen vorangetrieben werden. Deren Qualität muss weiter und deutlich gestärkt werden. Die Betreuungsmöglichkeiten müssen auch zu Randzeiten und gegebenenfalls rund um die Uhr verfügbar sein.