Gesamtmetall empfiehlt Übernahme des Pilotabschlusses

Gesamtmetall empfiehlt Übernahme des Pilotabschlusses

Gesamtmetall empfiehlt Übernahme des Pilotabschlusses

Berlin/Sindelfingen. Der Vorstand des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall hat den heute in Sindelfingen vereinbarten Tarifvertrag für die baden-württembergische Metall- und Elektro-Industrie zur Übernahme in den anderen Tarifgebieten empfohlen. „Der Vertrag bedeutet für unsere Mitarbeiter ein kräftiges Reallohnplus. Er sichert den Betrieben die notwendige Flexibilität und gibt zugleich den Jugendlichen mehr Sicherheit und den Zeitarbeitern bessere Perspektiven. Das war eine schwierige Gratwanderung, bei der wir manchmal nur in Trippelschritten vorankamen. Am Ende aber haben wir Fehltritte vermieden und gemeinsam unser Ziel erreicht“, erklärte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser.

Vor allem bei der Zeitarbeit sei ein schwieriger Spagat gelungen, so Kannegiesser: „In den ersten zwei Jahren kann weiterhin jeder Betrieb selbst entscheiden, ob und wie er Zeitarbeitnehmer einsetzen möchte.“ Damit bleibe die betriebliche Handlungsfreiheit auch künftig erhalten. Umgekehrt erhielten Zeitarbeitnehmer, die länger als 24 Monate beim gleichen Kunden tätig seien, von diesem künftig ein Übernahmeangebot. „Nimmt man noch die absehbare materielle Besserstellung der Zeitarbeiter durch Branchenzuschläge dazu, über die die IG Metall gerade mit den Arbeitgebern der Zeitarbeit verhandelt, muss mit diesem Gesamtpaket die Debatte über Zeitarbeit endgültig befriedet sein – nicht nur zwischen den Tarifparteien, sondern auch auf der politischen Ebene“, forderte Kannegiesser.

Seien sich Geschäftsleitung und Betriebsrat einig, könnten sie für das jeweilige Unternehmen abweichende, passgenauere Lösungen ermöglichen und weitere Flexibilitätsbausteine vereinbaren, so Kannegiesser. „Dabei gilt immer der Grundsatz: Wer externe Flexibilität einschränkt, muss dafür die innerbetriebliche Flexibilität ausweiten. Damit bleiben unsere Betriebe beweglich und die Arbeitsplätze sicher.“

Mit den Vereinbarungen für die Jugendlichen habe die M+E-Industrie eine doppelte Antwort auf den wachsenden Fachkräftebedarf der Unternehmen gefunden, lobte Kannegiesser: „Zum einen entwickeln wir gemeinsam mit der IG Metall Fördermodelle, um benachteiligte Jugendliche fit für eine reguläre Ausbildung zu machen. Zum anderen machen wir allen neuen Facharbeitern, die wir ausgebildet haben, weil wir sie brauchen, ein unbefristetes Stellenangebot. Damit zeigen wir, wie attraktiv unsere Branche ist und welche Perspektiven sie bietet.“ So habe die M+E-Industrie im Wettbewerb um kluge Köpfe die Nase vorn.

Entscheidend für die Übernahme-Vereinbarung sei, dass der Arbeitgeber seinen Bedarf selbst festlegen könne und dadurch auch bestimme, wie viele Jugendliche nach der Ausbildung unbefristet übernehmen werden. „Die unbefristete Übernahme ist wie bisher auch der betriebliche Normalfall. Für welche und wie viele Ausgebildete sie gilt, bestimmt allein der Arbeitgeber. Denn nur so erhalten wir die Motivation der Auszubildenden und der Betriebe“, betonte Kannegiesser. Zudem gälten die gleichen Ausnahmen wie bisher: Bei akuten Beschäftigungsproblemen des Betriebes oder personenbedingten Gründen brauche auch künftig kein Ausgebildeter übernommen zu werden.