Gesamtmetall zum Tarifabschluss in der Stahlindustrie

Gesamtmetall zum Tarifabschluss in der Stahlindustrie

Gesamtmetall zum Tarifabschluss in der Stahlindustrie

Nach Ansicht des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall sind Tarifabschlüsse in weltweit vernetzten Branchen nicht mehr übertragbar. Dies bestätigt der aktuelle Tarifabschluss in der Stahlindustrie, der weder strukturell noch konjunkturell Vorbild für die Metall- und Elektro-Industrie ist. Während die Vereinbarung bei Stahl im Wesentlichen für das konjunkturell noch gute Jahr 2008 gilt, muss sich der erst am Jahresende abzuschließende M+E-Tarifvertrag an den wirtschaftlichen Möglichkeiten des deutlich schwächeren Jahres 2009 orientieren.

Weder das konjunkturelle noch das strukturelle Umfeld der M+E-Industrie erlauben einen Tarifabschluss in ähnlichen Größenordnungen wie in der Stahlindustrie. So befindet sich die Stahlindustrie in einer wesentlich günstigeren Marktsituation: Sie konnte ihre Preise im Januar gegenüber dem Vorjahr um 2,5 bis 4 Prozent erhöhen – in der M+E-Industrie lag der Erzeugerpreisanstieg dagegen bei nur 0,6 Prozent. Deutliche Unterschiede zwischen beiden Bereichen gibt es auch in der Belastung durch einen Tarifabschluss: Der direkte Anteil der Löhne und Gehälter am Umsatz beträgt bei Stahl 9 Prozent, in der M+E-Industrie liegt er dagegen mit 16 Prozent fast doppelt so hoch.

Schließlich ist nach Ansicht von Gesamtmetall zu beachten, dass der Flächentarifvertrag der M+E-Industrie von mehr als 4.000 Unternehmen in 80 Sparten mit sehr unterschiedlichen Wirtschaftsaussichten in 2009 verkraftet werden muss, während der Stahlabschluss nur eine relativ kleine Zahl von Unternehmen mit nahezu gleichlaufenden Firmenkonjunkturen in 2008 berührt.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall ist der Dachverband von 21 Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie. In den M+E-Verbänden sind insgesamt 6.100 Unternehmen mit mehr als 2 Millionen Beschäftigten organisiert.