M+E-Sozialpartner analysieren Qualifizierungsbedarf und Berufsbilder für Industrie 4.0

M+E-Sozialpartner analysieren Qualifizierungsbedarf und Berufsbilder für Industrie 4.0

M+E-Sozialpartner analysieren Qualifizierungsbedarf und Berufsbilder für Industrie 4.0

Berlin/Frankfurt am Main. Die Wirtschaftsverbände Gesamtmetall, VDMA und ZVEI haben heute mit der IG Metall eine "Sozialpartnervereinbarung" geschlossen. Darin verabreden sie, die Industrie-4.0-relevanten Ausbildungsberufe sowie die darauf aufbauenden Fortbildungen im M+E-Bereich gemeinsam hinsichtlich sich verändernder Anforderungen und neuer beruflicher Perspektiven zu überprüfen.

Die Partner wollen hierbei unter anderem Handlungsempfehlungen für die Metall- und Elektroberufe ableiten. Dazu gehören z.B. Gestaltungshinweise für die betriebliche sowie die schulische Ausbildung, Änderungen in den curricularen Vorgaben oder neue Berufs-/Fortbildungsprofile sowie gezielte Informationen über branchenübergreifende Qualifikationsprofile.

Die Partner unterstreichen, dass bereits heute in der Metall- und Elektro-Industrie sowie der Informationstechnik ein innovatives Strukturmodell in der Berufsausbildung und moderne Berufe bestehen, die gemeinsam entwickelt wurden. Zu diesen Berufen gehören zum Beispiel Elektroniker für Informations- und Systemtechnik, Mechatroniker und Produktionstechnologe. Diese Berufsbilder sind prozessorientiert und gestaltungsoffenen und werden der von Industrie 4.0 geforderten Systemorientierung und der damit verbundenen Wertschöpfung und Vernetzung branchenübergreifend gerecht. Darauf könne man aufbauen, betonen die Partner.

Bis Ende 2016 wollen sie einen konkreten Vorschlag erarbeiten, der als Grundlage für weitere Maßnahmen und Initiativen, wie etwa eine inhaltliche Anpassung von Berufsbildern, dient. Ein gemeinsames Team der Vereinbarungspartner wird den Arbeitsprozess organisieren. Die Expertisen betrieblicher Experten und Wissenschaftler sollen in diese Arbeit einbezogen werden.

Hintergrund der Vereinbarung ist die Digitalisierung, die die technologische Entwicklung in der Metall- und Elektro-Industrie rasant vorantreibt - Stichwort Industrie 4.0. Wachstum und Beschäftigung lassen sich bei diesem Wandel nur sichern, wenn die Metall- und Elektro-Industrie auch weiterhin ihre Spitzenposition auf den Weltmärkten behauptet. Daher muss Industrie 4.0 in den Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden.

"Im Zentrum von Industrie 4.0 muss weiterhin der Mensch stehen. Erfahrung, Kompetenz und Professionalität der Fachkräfte bilden auch zukünftig die Basis für ihre erfolgreiche berufliche Entwicklung und die Sicherung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Unternehmen", heißt es in der Vereinbarung. Aus-, Fort- und Weiterbildung spielten daher eine Schlüsselrolle.