MINT-Lücke seit Anfang 2014 um 70 Prozent gestiegen – vor allem Facharbeiter gefragt

MINT-Lücke seit Anfang 2014 um 70 Prozent gestiegen – vor allem Facharbeiter gefragt

MINT-Lücke seit Anfang 2014 um 70 Prozent gestiegen – vor allem Facharbeiter gefragt

Berlin. Den Unternehmen fehlten im April 171.400 Arbeitskräfte im so genannten MINT-Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dies waren 25 Prozent mehr als noch im April 2015 und 70 Prozent mehr als zu Beginn des Jahres 2014. Inzwischen sind sechs von zehn fehlenden MINT-Kräften solche mit einer abgeschlossenen MINT-Berufsausbildung. Doch viele Regionen sind auch nicht auf den künftigen Bedarf an MINT-Akademikern im Zuge der Digitalisierung vorbereitet.

Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative "MINT Zukunft schaffen", sagt: "Während bei den MINT-Akademikern kontinuierlich Beschäftigung aufgebaut wird, ist die Zahl der Erwerbstätigen mit einer MINT-Berufsausbildung seit 2011 um jährlich 36.000 zurückgegangen. Die Unternehmen würden gerne einstellen, finden aber kaum mehr MINT-Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt – der Nachwuchs fehlt. Die Flüchtlingsmigration im vergangenen Jahr hat bisher kaum zur MINT-Fachkräftesicherung beigetragen, und die abschlagsfreie Rente mit 63 hat den Betrieben zusätzlich knapp 20.000 wertvolle Fachkräfte entzogen."

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, betont: "Die Regionen in Deutschland sind unterschiedlich gut auf die Herausforderung der Digitalisierung vorbereitet. Der Anteil der IT-Berufe an den Beschäftigten liegt in den Städten vier- bis fünfmal so hoch wie auf dem Land. Einen gravierenden Rückstand weisen ländliche Regionen auch in puncto Breitbandinternet auf. Einzelne Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sind zwar gut aufgestellt, doch die Potenziale der Digitalisierung drohen in den östlichen Bundesländern und auf dem Land dauerhaft brachzuliegen."

Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, erklärt: "In den vergangenen Jahren hat neben der größeren Zahl älterer Mitarbeiter vor allem die Zuwanderung für die Beschäftigungsdynamik in den MINT-Berufen gesorgt. Allein bei den MINT-Facharbeitern war der Zuwachs zehnmal so hoch wie bei den einheimischen Fachleuten. Ohne dieses stärkere Wachstum der ausländischen MINT-Beschäftigten in den letzten zwei Jahren läge die Fachkräftelücke heute um etwa 66.000 MINT-Kräfte höher."

Der MINT-Report wird zweimal jährlich durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative "MINT Zukunft schaffen".