Sons zum Equal Pay Day: “Wer nach Gesetz ruft, will keine Lösung”

Sons zum Equal Pay Day: “Wer nach Gesetz ruft, will keine Lösung”

Sons zum Equal Pay Day: “Wer nach Gesetz ruft, will keine Lösung”

Berlin. Die Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Gabriele Sons, mahnt in der Debatte um Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen mehr Ehrlichkeit bei der Ursachenforschung an. Entscheidend seien vor allem die Berufswahl und in zweiter Linie familienbedingte Auszeiten: "Wer mit den pauschalen Prozentsätzen nach gesetzlichen Lösungen ruft, will nur raschen Beifall, nicht aber wirkliche Lösungen."

Beim echten Vergleich zwischen den Entgelten von Männern und Frauen gleichen Alters, gleicher Ausbildung und gleichen Berufs in vergleichbaren Branchen verringert sich die Lohnlücke bereits erheblich auf 8 bis 13 Prozent. Diese Lücke wiederum beruht vor allem auf familienbedingten Auszeiten. "Hier zeigt sich, wo Gesellschaft und Politik wirklich aktiv werden müssen", so Sons weiter. "Wir müssen gemeinsam junge Frauen ausdrücklich ermutigen, auch ganz selbstverständlich eine Karriere als Mechatronikerin, Industriemechanikerin oder Ingenieurin anzustreben. Und die Politik muss ihr Versprechen halten, flächendeckende Kinderbetreuung mit beschäftigungsfreundlichen Öffnungszeiten sicherzustellen– damit jede Mutter frei entscheiden kann, wie schnell sie wieder arbeiten gehen möchte."

Sons fordert Unternehmen und Bewerberinnen auf, die noch verbleibende Lücke gemeinsam anzugehen: "Sicherlich gibt es auch heute noch Vorgesetzte, die Frauen und vor allem Müttern weniger zutrauen als Männern. Mit diesem Vorurteil müssen wir aufräumen. Gleichzeitig neigen selbst hervorragend ausgebildete Frauen bei Verhandlungen manchmal dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen". Dieses Verhalten verändere sich jedoch: "Es gab noch nie eine Frauengeneration, die zahlreicher und zugleich besser ausgebildet war als die heutige. Diese Frauen brauchen wir dauerhaft im Arbeitsmarkt und vor allem in Führungspositionen. Sie werden souverän ihren Weg gehen und selbstbewusst für ihre Interessen eintreten."

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