Tarifrunde 2016: Arbeitgeber bieten 1,2 Prozent

Tarifrunde 2016: Arbeitgeber bieten 1,2 Prozent

Tarifrunde 2016: Arbeitgeber bieten 1,2 Prozent

Berlin. Die Arbeitgeber der M+E-Industrie haben heute in den Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Osnabrück-Emsland ein Angebot vorgelegt. Das Angebot setzt sich zusammen aus einer Tabellenerhöhung von 0,9 Prozent ab 1. April 2016 bei einer Laufzeit von 12 Monaten und einer Einmalzahlung.

Dieses Angebot schöpft den selbst nach gewerkschaftseigener Definition vorhandenen realen Verteilungsspielraum (Trendrate der gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung plus erwartete Preissteigerung) aus. Das garantiere den Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie erneut einen deutlichen Reallohnzuwachs, betonte Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger. "Natürlich liegt das Angebot deutlich unter dem, was die IG Metall gefordert hat, und vielleicht auch unter dem, was sich viele Mitarbeiter wünschen würden. Aber die Differenz liegt nicht an uns, sondern daran, dass die IG Metall ihre Forderung nicht an der wirtschaftlichen Realität orientiert hat, sondern sie mit 90 Prozent heißer Luft künstlich aufgeblasenen hat."

Es gehe nach einem Tarifzuwachs von 14 Prozent seit 2012 - bei einem Produktivitätswachstum von lediglich 2 Prozent – nicht nur darum, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, sondern auch darum, das Vertrauen der Unternehmen in den Standort und die Tarifbindung nicht noch weiter erodieren zu lassen.

Mit einem Angebot in der 2. Runde setzen die Arbeitgeber zudem das Zeichen, zu einer raschen Einigung kommen zu wollen. Dulger weiter: "Das ist natürlich schwer, weil wir mit der sich zunehmend verschlechterten wirtschaftlichen Lage immer weiter auseinander liegen. Aber die IG Metall, die noch in jeder Tarifverhandlung der jüngeren Geschichte das Angebot völlig unabhängig vom Inhalt als "Provokation" bezeichnet hat, muss ihren Höhenflug beenden und auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Anders werden wir nicht zu einer Lösung kommen können."