Die neuen tariflichen Regelungen zur Arbeitszeit: Mehr Flexibilität – mehr Volumen

Die neuen tariflichen Regelungen zur Arbeitszeit: Mehr Flexibilität – mehr Volumen

Die neuen tariflichen Regelungen zur Arbeitszeit: Mehr Flexibilität – mehr Volumen

Je komplexer und komplizierter ein Sachverhalt, desto größer ist die Sehnsucht nach Vereinfachung. Das erklärt vielleicht, warum über den Tarifabschluss 2018 in der Metall- und Elektro-Industrie bisweilen unter der Überschrift "28-Stunden-Woche" berichtet wurde. Dabei ist die richtige Überschrift "Mehr Flexibilität – mehr Volumen".

Denn mit dem Tarifabschluss haben wir den Grundstein für ein flexibles Arbeitszeitsystem für das 21. Jahrhundert gelegt. Durch den Abschluss erhalten die Betriebe die Möglichkeit, deutlich mehr Arbeitszeitvolumen flexibler zu vereinbaren. Das ist ein großer Erfolg. Damit werden wir auch in der Lage sein, unseren Mitarbeitern mehr Zeitsouveränität zuzugestehen.

Bei der Arbeitszeit war es den Unternehmen immer ein Bedürfnis, Mitarbeiter zu unterstützen, die die Arbeitszeit vorübergehend reduzieren müssen. Für uns als Unternehmer ist es aber auch eine Frage der Existenz, stets genügend Arbeitsvolumen zur Verfügung zu haben, um Kundenaufträge abarbeiten zu können. Deshalb war die Vorgabe der Arbeitgeber: Wir müssen bei betrieblichem Bedarf länger arbeiten können – dann sind auch zusätzliche Möglichkeiten für kürzere Arbeitszeiten denkbar. Und genau das haben wir nun vereinbart.

Beschäftigte erhalten die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit für einen begrenzten Zeitraum abzusenken und danach wieder in Vollzeit zurückzukehren. Dabei ist der Anteil der Beschäftigten, die davon Gebrauch machen können, durch eine Quote begrenzt.

Noch wichtiger ist: Im Gegenzug kann der Anteil der Beschäftigten, die länger als 35 Stunden arbeiten dürfen, bei Bedarf deutlich erhöht werden. Damit wird nicht nur Arbeitsvolumen, was durch Teilzeit wegfällt, ausgeglichen, sondern die Kapazitäten können bei Bedarf insgesamt erweitert werden.