MINT-Herbstreport 2020

MINT-Herbstreport 2020

MINT-Herbstreport 2020

Der mit der Corona-Krise verbundene konjunkturelle Einbruch macht sich auch im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bemerkbar. Die MINT-Lücke verkleinerte sich im Oktober gegenüber dem langjährigen Mittel um 54 Prozent auf 108.700. Die Nachfrage und der Bedarf an MINT-Kräften werden jedoch in den nächsten Jahren strukturell bedingt weiter stark zunehmen. Das geht aus dem aktuellen MINT-Report hervor, der zwei Mal jährlich vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln erstellt wird.

Besonders stark ist im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt die Lücke in den Maschinen- und Fahrzeugbauberufen mit minus 89 Prozent und in den Metallberufen mit minus 95 Prozent gesunken. In den Elektro- und Energie-berufen, den Bau-Berufen und den IT-Berufen bleiben die Lücken aber auf einem hohen Niveau. Hier bleibt die Nachfrage trotz Corona-Krise fast ungebremst.

Auch die aktuelle Situation verschärft die Lage noch einmal: Die Corona-Krise hat das Tempo der Veränderung deutlich gesteigert und den Bedarf erhöht, besonders im Kontext der Digitalisierung von Schulen. Vor allem die Schulschließungen haben dazu geführt, dass erhebliche Lernlücken gerade im Hinblick auf die erforderlichen MINT-Kompetenzen entstanden sind. Dies dürfte die Gewinnung von zukünftigen Fachkräften noch zusätzlich erschweren.

Die Unternehmen der M+E-Industrie stehen vor dem Spagat, den tiefen konjunkturellen Einbruch der Coronakrise zu überstehen und zugleich in die Zukunft zu investieren. Die M+E-Industrie investiert pro Jahr rund 105 Milliarden Euro in Innovationen – das sind 61 Prozent der deutschen Innovationsaufwendungen. Rund 37 Prozent der MINT-Beschäftigten sind in der M+E-Industrie beschäftigt. Daher sind Berufsausbildung und die Sicherung des MINT-Nachwuchses für die Industrie besonders wichtig, um über Innovationen die Weichen für die Digitalisierung und die Dekarbonisierung und damit für nachhaltiges Wachstum zu stellen.

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Nationalen Initiative MINT Zukunft.

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