Studie: Strukturbericht 2017

Studie: Strukturbericht 2017

Studie: Strukturbericht 2017

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) hat eine große und kontinuierlich wachsende Bedeutung für die deutsche Wirtschaft: Nach Umsätzen und Beschäftigten hat sie einen Anteil von mehr als drei Fünfteln am gesamten Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland. Einschließlich der Zulieferungen aus anderen Branchen hängen an der M+E-Wirtschaft insgesamt ein Fünftel der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung und 18 Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland – das sind 8 Millionen Beschäftigte. Vom Erfolg der deutschen M+E-Wirtschaft auf den In- und Auslandsmärkten profitieren also auch ihre Zulieferer, da durch die Herstellung von M+E-Produkten in anderen Wirtschaftszweigen in Deutschland und Europa Wertschöpfung und Beschäftigung entstehen.

Die deutsche M+E-Industrie zeigte im Jahr 2016 ein relativ geringes Umsatzwachstum. Absolut und relativ war der Zuwachs der kleinste seit 2013. Die Entwicklung war aber dennoch besser als in den Nicht-M+E-Industriebranchen. Es gelang der M+E-Industrie zudem, sich weiterhin auf den internationalen Märkten zu behaupten. Ihr Anteil an der Welt-Bruttowertschöpfung im M+E-Bereich liegt seit 2000 in etwa konstant bei 9 Prozent, der Anteil an den M+E-Exporten bei rund 10 Prozent. Dabei helfen ihre traditionellen Stärken: internationale Vernetzung, Forschung, Entwicklung und Innovation sowie ein guter Ausbildungsstand der Mitarbeiter. Die Spezialisierung auf Medium-Hightech-Produkte und das breite und komplexe Produktportfolio unterstützen die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Jedoch belastet in der Metall- und Elektro-Industrie die Entwicklung der Arbeits- und Lohnstückkosten die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ganz erheblich. Mit 42,80 Euro liegt Deutschland hier im internationalen Vergleich auf Platz 4 – nur in Norwegen, Belgien und Schweden sind die Arbeitskosten höher. Auch eine wachsende Produktivität kann die steigenden Kosten nicht ausgleichen. Das Produktivitätswachstum ist in den vergangenen Jahren hinter den steigenden Arbeitskosten zurückgeblieben. Zwischen 2012 und 2015 sind die Lohnstückkosten um 8,5 Prozent gestiegen. Außerdem steigen bei wichtigen europäischen Wettbewerbern die Arbeitskosten weitaus geringer.