Nach Daten des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der M+E-Beschäftigten im Juli auf 3,715 Millionen gesunken, womit der tiefste Stand seit Januar 2014 verzeichnet wurde. Im Vergleich zum Juni gingen erneut über 10.000 M+E-Arbeitsplätze verloren. Der Rückgang hat sich damit nochmals beschleunigt. Seit 2019 summiert sich der Abbau auf fast 350.000 Stellen. Dennoch ist der Druck auf die Arbeitsplätze unverändert groß: Seit 2018 ist die M+E Produktion fast doppelt so stark geschrumpft wie die Beschäftigung, die Unterauslastung hält unvermindert an. Daher waren die Personalpläne im August den 38. Monat in Folge im negativen Bereich.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Zu viele Unternehmen können am Standort nicht mehr rentabel produzieren. Der Industrie- und Produktionsstandort Deutschland ist international nicht mehr ausreichend wettbewerbsfähig. Das liegt an zu hohen Steuern, Bürokratielasten, den hohen Energiepreisen und den hohen Arbeitskosten, die nicht zuletzt durch die steigenden Sozialbeiträge nach oben getrieben werden. Die Handelspolitik Chinas, die US-Zölle und die Lage am Golf machen die Lage nicht besser – aber sie sind nicht die Ursache unserer Probleme, und sie dürfen nicht als Ausrede herhalten“.
Kroemer betonte, dass es keine Anzeichen für eine Trendwende gebe. „Ohne echte Reformen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes wieder stärken, wird die De-Industrialisierung weiter gehen. Allein in der M+E-Industrie sind weitere 300.000 Arbeitsplätze gefährdet. Noch halten die Firmen es mehrheitlich für möglich, dass ein Wideraufbau nach Reformen gelingt. Viele haben allerdings auch schon die Hoffnung aufgegeben und entsprechende Investitionsentscheidungen getroffen. Die Politik darf deshalb weder auf Zeit spielen noch auf Gesundbeten setzen – sie muss handeln. Und zwar schnell und überzeugend.“
Alexander Dennebaum
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