Nach den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen ist die Produktion in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) im ersten Quartal 2026 um 2,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025 eingebrochen. Gegenüber dem bereits sehr schwachen Vorjahresniveau ergab sich einen Rückgang um 1,3 Prozent.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Damit ist die mit noch rund 3,77 Millionen Beschäftigten größte deutsche Industriebranche weiter in der längsten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Die Lage ist dramatisch: Seit 2018 ist die M+E-Produktion um 15 Prozent geschrumpft. Die Auslastung lag im April mit 79 Prozent unverändert weit unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent. Eine Trendwende in den nächsten Monaten ist daher unwahrscheinlich, zumal die Folgen des Irankriegs immer stärker zu spüren sind.“
Die Auftragseingänge in der M+E-Industrie sanken nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal 2026 um 3,7 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025. Rund die Hälfte der M+E-Industriezweige verbuchten geringere Neuaufträge als zum Jahresende.
Kroemer: „Die Auftragseingänge sind derzeit von Großaufträgen verzerrt. In der notwendigen Breite ist keine Stabilisierung zu sehen und vor allem gibt es kaum Effekte auf die Produktion in Deutschland. Dies zeigt, wie tief die strukturellen Standortprobleme liegen. Die vier großen Plagen – hohe Steuern, steigende Abgaben, nicht wettbewerbsfähige Energiekosten und immer neue Bürokratie – sind ungelöst. Die gesamte Bundesregierung muss diese mit mutigen Strukturreformen angehen und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit des Standortes wiederherstellen. Zusätzliche, schuldenfinanzierte Staatsausgaben werden Deutschland nicht aus der Krise führen. Es braucht stattdessen echte Einsparungen in den öffentlichen Haushalten und Sozialkassen. Das gelingt nur durch eine Rückbesinnung auf die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Der Aufschwung der Wirtschaft ist für beide Regierungsparteien elementare Voraussetzung dafür, im Urteil der Wähler zu bestehen.“
Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie finden Sie im aktuellen M+E-Konjunkturbericht.
Alexander Dennebaum
Pressesprecher
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