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Wettbewerber der deutschen M+E-Industrie

Wettbewerber der deutschen M+E-Industrie

Wettbewerber der deutschen Metall- und Elektro-Industrie

Foto: Gesamtmetall

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) in Deutschland sieht sich im internationalen Vergleich einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Insbesondere steigende Arbeits- und Lohnstückkosten, hohe Energiepreise sowie eine hohe Steuern- und Abgabenlast erschweren die Wettbewerbsbedingungen für deutsche M+E-Unternehmen zunehmend. Diese Entwicklung schwächt die Position der M+E-Industrie am Standort in Deutschland und macht gleichzeitig Investitionen im Ausland attraktiver.

Insbesondere die Arbeitskosten belasten die Wettbewerbssituation. Die deutsche M+E-Industrie hat mit 43,42 Euro je Stunde die höchsten Belastungen zu schultern. Damit liegen die deutschen Unternehmen rund 75 Prozent über dem Mittelwert der Vergleichsländer und noch fast zehn Prozent über dem Wert von Österreich, dass mit 39,56 Euro je Stunde die zweithöchsten Arbeitskosten aufweist. Ähnlich hohe Kosten wie in Österreich fallen nur noch in den USA und Frankreich an. Auch bei den Lohnstückkosten liegen die deutschen Unternehmen im Spitzenfeld, das von Großbritannien, gefolgt von Italien, Frankreich und Japan, angeführt wird. Zwar gelingt es den M+E-Unternehmen hier, einen Teil der hohen Arbeitskosten durch eine höhere Arbeitsproduktivität  auszugleichen. Im Vergleich zu den Wettbewerbern in Mittelosteuropa und Österreich gelingt dies allerdings nicht. Dies spiegelt die aktuelle Produktivitätsschwäche in der deutschen M+E-Industrie wider.

Auch die hohen Energiekosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit stark. Deutschlands Stromkosten für die Industrie gehören nach Angaben der Internationalen Energie Agentur (IEA) zu den höchsten im Ländervergleich. Mit 131,0 Euro je MWh liegen im Jahr 2018 die Stromkosten 23,5 Prozent über dem Durchschnitt der Vergleichsländer.  Nur Japan (141,3 Euro je MWh) und Italien (158,2 Euro je MWh) weisen höhere Stromkosten auf. Preistreiber in Deutschland sind Abgaben wie die EEG-Umlage oder die Netzentgelte, die nicht absetzbar sind, und daher voll auf der Kostenseite der Unternehmen zu Buche schlagen.

Hohe Belastungen hat  die M+E-Industrie auch bei Steuern und Abgaben zu tragen. Bei der Einkommensteuer zählt Deutschland mit einem Spitzensteuersatz von 47,5 Prozent zu den vier Ländern mit dem höchsten Einkommensteuersatz im Ländervergleich – gemeinsam mit Japan (55,9 Prozent), Frankreich (54,5 Prozent) und Österreich (48,0 Prozent). Aber auch Italien (47,2 Prozent) und die USA (46,3 Prozent) liegen nicht deutlich hinter Österreich oder Deutschland. Auch bei den Unternehmenssteuern gehört Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Steuersätzen. Aus Körperschaftsteuer und durchschnittlicher Gewerbesteuer ergibt sich im Jahr 2018 eine kombinierte Belastung des Gewinns von 31 Prozent, die nur noch von der Steuerbelastung in Frankreich 34,4 Prozent übertroffen wird und ähnlich hoch ist wie die Belastung von 29,7 Prozent in Japan. Deutlich unterschritten werden diese Steuersätze von Ungarn (9,0 Prozent), Polen, Tschechien und Großbritannien (je 19,0 Prozent) sowie der Slowakei (21,0 Prozent). In einem mittleren Bereich zwischen 25,0 und 27,8 Prozent bewegen sich Österreich, China, die USA, Südkorea.

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