Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warnt im rbb24 inforadio vor einem drastischen Anstieg der gesamten Beiträge zur Sozialversicherung:
„Das muss unbedingt kommen. Die Sozialkosten sind schon jetzt zu hoch. Wir sind bei 42 Prozent. Wenn wir nichts machen, sind wir in zehn Jahren bei 50 Prozent. Das ist von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zusammen aufzubringen und das ist dann zu viel. Es liegt nun am Bundesrat, zu verhindern, dass die Krankenkassenbeiträge weiter steigen. Das Sparpaket sei extra gemacht worden, damit die Krankenkassenbeiträge stabil bleiben. Wir sind jetzt schon zwei Prozent zu hoch, 40 Prozent ist das Maximum beim Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Zur Not muss eine pauschale Kürzung von fünf Prozent beim Gesamtsozialversicherungsbeitrag her.
Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig, wir haben leider schon seit 2009 250.000 Arbeitsplätze verloren, wir rechnen nochmal mit 150.000. Wir haben die längste Krise der Republik: Zehn Quartale Rezession in der Metall- und Elektro Industrie, wir müssen jetzt was machen.
Wir stehen vor der demographischen Welle, jetzt gehen die Boomer in Rente. […] Da kann man sich ausmalen, was passiert, wenn alle in Rente gehen, was das für die Kosten bedeutet, bei Gesundheit und Rente beispielsweise.
Die daraus resultierenden höheren Arbeitskosten haben verheerende Folgen, Es gibt noch mehr Jobverluste. Wir haben weniger Investitionen, als wir tatsächlich abschreiben müssen […]. Wenn wir das nicht drehen, werden wir verarmen, wir werden wirklich eine Deindustrialisierung erleben, die wir jetzt schon sehen, noch viel stärker. Das müssen wir verhindern. Und deshalb sind auch die Arbeitskosten, die Sozialkosten, ein Thema.
Die von der Bundesregierung angekündigte Verschärfung von Sanktionen beim Bürgergeld ist richtig, sie werden aber keine großen Einsparungen bringen. Wichtiger ist etwas anderes: Der Kern ist, dass man Menschen wieder in Arbeit bringt. Das spart richtig Geld im Bürgergeld.“
