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Dauerrezession setzt sich fort

Deindustrialisierung

Nach den heute vom Statis­ti­schen Bundesamt veröf­fent­lichten Zahlen lag die Produk­tion in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) von Januar bis April 2026 um 2,7 Prozent unter dem bereits schwachen Vorjah­res­ni­veau. Zwar ergab sich im April gegenüber dem Vormonat März ein leichtes Plus von 0,3 Prozent, aber im aussa­ge­kräf­ti­geren Drei­mo­nats­ver­gleich sank der Output um 2,0 Prozent. Die M+E-Produk­tion liegt damit um 15 unter dem Niveau von 2018.

Gesamt­me­tall-Chef­volks­wirt Lars Kroemer: „Die mit noch rund 3,77 Millionen Beschäf­tigten größte deutsche Indus­trieb­ranche ist weiter in der längsten Rezession der Nach­kriegs­ge­schichte. Die Auftrags­lage hat sich noch lange nicht in der notwen­digen Breite stabi­li­siert. Die Stand­ort­be­din­gungen sind weiterhin desolat. Allein das verhin­dert Inves­ti­ti­onen, Wachstum und den Erhalt von Arbeits­plätzen. Zusätz­lich sind die Folgen des Iran­kriegs immer stärker zu spüren.“

Die Auftrag­s­ein­gänge in der M+E-Industrie lagen im ersten Jahres­drittel 2026 um 3,9 Prozent über dem Vorjah­res­ni­veau, aller­dings ist die Stabi­li­sie­rung sehr diffe­ren­ziert und von Groß­auf­trägen aus dem Vertei­di­gungs­be­reich geprägt. Rund die Hälfte der M+E-Indus­trie­zweige verbuchte geringere Neuauf­träge als im Vorjah­res­zeit­raum. Im Mai haben die M+E-Unter­nehmen ihre Nachfrage und ihre Auftrags­be­stände zudem wieder deutlich schlechter als noch in den Vormo­naten bewertet. Die Auslas­tung ist mit 79 Prozent unver­än­dert weit unter dem lang­jäh­rigen Mittel von 85 Prozent.

Kroemer: „Ohne eine baldige Trend­wende sind allein in der M+E-Industrie weitere 300.000 Arbeits­plätze gefährdet. Die Bundes­re­gie­rung muss daher jetzt Reformen umsetzen. Bis zum Sommer muss die im Koali­ti­ons­ver­trag verein­barte Reform des Arbeits­zeit­rechts kommen – eine gesetz­lich veran­kerte Wochen­a­r­beits­zeit für alle Arbeit­geber und Beschäf­tigten sowie ein klares Bekenntnis zur Vertrau­ens­a­r­beits­zeit ohne Zeit­er­fas­sung. Zusätz­lich müssen die Sozi­a­l­ver­si­che­rungs­bei­träge endlich stabi­li­siert werden. Es darf nicht zu weiteren direkten oder auch indi­rekten Beitrags­er­hö­hungen, etwa bei der Beitrags­be­mes­sungs­grenze oder in der Pfle­ge­ver­si­che­rung, kommen.“

Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie finden Sie im aktuellen M+E-Konjunk­tur­be­richt.