Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warnt in der BILD die Regierung:
„Wir sind nicht mehr bereit, auf eine ferne ‚Jahreszeit der Reformen‘ zu warten. Wenn bis zum Sommer 2026 kein klares politisches Reformsignal kommt, wird das Vertrauen in die Regierung deutlich bröckeln.“ Ohne Gegenmaßnahmen der Regierung drohe eine Abgaben-Explosion: „Wenn wir nicht gegensteuern, steigen die Gesamtsozialversicherungsbeiträge bis 2035 auf rund 50 Prozent – im Worst Case sogar auf 53,7 Prozent. Das wäre der endgültige Verlust der Wettbewerbsfähigkeit“, so Zander. Seine Forderung: Unternehmenssteuerreform vorziehen, Sozialbeiträge stabilisieren. Sonst verliert Deutschland weiter an Boden – wirtschaftlich und politisch.
Der Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer spricht von „vier Plagen“, unter denen die Industrie leide: „Zu hohe Steuern und Sozialabgaben, Bürokratie und explodierende Energiekosten. Diese vier Bremsklötze müssen sofort von der Politik angegangen werden.“
Die Lage sei dramatisch. „Der Jahresbeginn 2026 war miserabel: Neuaufträge und Produktion sind deutlich rückläufig, die Kapazitätsauslastung liegt nur noch bei 78 statt den üblichen 85 Prozent.“ Das Rekordplus bei Rüstungsaufträgen gleiche die Einbrüche in der Autoindustrie und im Maschinenbau nicht aus. „Einzig der Staatskonsum steigt, die privaten Investitionen fehlen.“
Die Folgen sind konkret: „Die Firmen der Metall- und Elektro-Industrie kürzen aktuell ihre Investitionen.“ Laut Verband könnten allein 2026 bis zu 150.000 Stellen verloren gehen. In einer Umfrage des Arbeitgeberverbands gab rund die Hälfte der Betriebe an, dass Stellen abgebaut würden oder dies geplant sei. „Jeder dritte Betrieb greift bereits zu betriebsbedingten Kündigungen. Das sind keine Zahlen, die man politisch weiter ignorieren kann.“
Zander macht klar: „Die Stellen können nur gerettet werden, wenn private Investitionen wieder anziehen. Für bessere Standortbedingungen braucht es deutliche Reformsignale.“
