Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander mahnt in der WELT und bei Reuters endlich grundlegende Strukturreformen von der Bundesregierung an:
„So wird das nichts mit dem Industriestandort Deutschland“, sagt Oliver Zander, der Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall. Und klagt darüber, was sein Verband in einer biblischen Referenz als die „vier Plagen“ bezeichnet: Arbeitskosten, Energiepreise, Steuern und Bürokratie. Aus Sicht der Metallarbeitgeber ist es die zentrale Aufgabe der Koalition, die Beiträge zu den Sozialversicherungen auf 40 Prozent oder darunter zu bringen. „Hauptsache, es bleibt jetzt erstmal stabil, und dann im nächsten Schritt geht es in Richtung 40 Prozent“, sagt Zander. Nur so könne der Standort wieder preislich wettbewerbsfähig werden. Es sei nicht mehr attraktiv, am Standort Deutschland zu investieren. Zander bekräftigte seine Forderungen an die Politik, grundlegende Strukturreformen und mehr Entlastungen für die Wirtschaft umzusetzen. ”Wenn es so weiter geht wie bisher, rutschen wir weiter ab.“
Die Umfrage unter den M+E-Unternehmen liefert den Soundtrack zu diesen Forderungen: Als größte Belastungen nennen die Betriebe die klassischen Standortkosten: Arbeitskosten, Energiepreise und Bürokratie. Erst an vierter Stelle taucht die Unsicherheit durch geopolitische Konflikte wie die Trump’schen Handelskriege und die Iran-Krise auf.
Rund 31 Prozent der Betriebe planen laut Umfrage höhere Investitionen im Ausland und 32 Prozent erwarten, Arbeitsplätze im Ausland aufzubauen. ”Die Politik muss was tun, um nicht noch mehr Abwanderung, mehr Abbau, mehr Verlagerung zu erleben”, warnt Zander. Für das laufende Jahr wollen 25 Prozent der Unternehmen ihre Produktion senken und 44 Prozent ihre Ausgaben kappen. Rund vier von zehn Firmen gehen davon aus, dass die Beschäftigung bei ihnen sinkt, und nur 13 Prozent rechnen mit einem Jobaufbau.
Zur Umfrage: Im größten Industriezweig des Landes bewerten 42 Prozent der Betriebe ihre Lage als schlecht und nur 14 Prozent rechnen für 2026 mit einer Besserung. 28 Prozent befürchten sogar, dass sich ihre Situation weiter verschlechtert.