Das vom ifo-Institut für Gesamtmetall monatlich erhobene Geschäftsklima für die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) verharrte im Mai 2026 unverändert bei minus zwölf Punkten. Der zentrale Stimmungsindikator für die mit fast 3,8 Millionen Beschäftigten größte deutsche Industriebranche ist damit seit 36 Monaten ununterbrochen im Rezessionsbereich. Das ist die längste Negativphase seit den frühen 1990er-Jahren, als das M+E-Geschäftsklima 40 Monate in Folge negativ war.
Die aktuelle Lage wurde im Mai 2026 mit minus neun Punkten (Saldo aus positiver und negativer Lageeinschätzung) etwas weniger negativ als im April (minus elf Punkte) eingeschätzt. Dagegen waren die Erwartungen für die nächsten Monate mit minus 16 Punkten erneut pessimistischer (April: minus 14 Punkte) und fielen auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Hintergrund ist ein deutlicher Rückgang der Nachfrage und eine erneut schlechtere Beurteilung des Auftragsbestandes.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Die Lage in der Metall- und Elektro-Industrie ist unverändert miserabel. Und das ist nicht die Schuld von US-Präsident Trump oder des Irankriegs. Die schlechten Investitions- und Standortbedingungen in Deutschland sind über Jahrzehnte hinweg hausgemacht. Um die vier großen Plagen – hohe Steuern und Sozialabgaben, steigende Energiekosten und weiter wachsende Bürokratie – loszuwerden, muss die Bundesregierung dringend Strukturreformen umsetzen. Anderenfalls setzt sich die Deindustrialisierung in Deutschland fort. Allein in der M+E-Industrie gehen Monat für Monat rund 10.000 Arbeitsplätze verloren. Es wird allerhöchste Zeit für Reformen!
Alexander Dennebaum
Pressesprecher
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