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M+E-Arbeitslosigkeit steigt den 40. Monat in Folge

Beschäftigungsrückgang

Die Lage am Arbeits­markt in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) trübt sich weiter ein. Nach den heute von der Bunde­s­agentur für Arbeit veröf­fent­lichten Zahlen waren im Mai 2026 sieben Prozent mehr Personen in quali­fi­zierten M+E-Berufen arbeitslos gemeldet als noch im Vorjah­res­monat. Saison­be­rei­nigt nahm die Arbeits­lo­sig­keit den 40. Monat in Folge zu. Erstmals seit dem Corona-Jahr 2020 wurde die Marke von 175.000 Arbeits­losen in M+E-Berufen wieder über­schritten. Die Anzahl der offenen Stellen stabi­li­sierte sich dagegen weiter und lag erstmals seit mehr als drei Jahren wieder über dem Niveau des Vorjah­res­mo­nats. Hier spiegelt sich ein zuneh­mender Mismatch am Arbeits­markt wider.

Gesamt­me­tall-Haupt­ge­schäfts­führer Oliver Zander: “Die Auswir­kungen der Dein­dus­tri­a­li­sie­rung werden auch auf dem Arbeits­markt immer sicht­barer. Dabei ist der Beschäf­ti­gungs­rü­ck­gang in der M+E-Industrie bislang nicht annähernd so hoch wie der Produk­ti­ons­rü­ck­gang. Die Auslas­tung liegt unter 80 Prozent, d. h. jede fünfte Maschine steht still. Ohne eine baldige Trend­wende sind allein in der M+E-Industrie weitere 300.000 Arbeits­plätze gefährdet.

Die Bundes­re­gie­rung muss daher jetzt Reformen umsetzen. Bis zum Sommer muss die im Koali­ti­ons­ver­trag verein­barte Reform des Arbeits­zeit­rechts kommen – eine gesetz­lich veran­kerte Wochen­a­r­beits­zeit für alle Arbeit­geber und Beschäf­tigten sowie ein klares Bekenntnis zur Vertrau­ens­a­r­beits­zeit ohne Zeit­er­fas­sung. Zusätz­lich müssen die Sozi­a­l­ver­si­che­rungs­bei­träge endlich stabi­li­siert werden. Es darf nicht zu weiteren direkten oder auch indi­rekten Beitrags­er­hö­hungen, etwa bei der Beitrags­be­mes­sungs­grenze oder in der Pfle­ge­ver­si­che­rung, kommen.“

Ange­sichts der weiterhin desolaten Auslas­tung waren die Perso­nal­pläne der M+E-Unter­nehmen im Mai 2026 weiter – und damit seit fast drei Jahren unun­ter­bro­chen – abwärts­ge­richtet. Der monatlich vom ifo-Institut erhobene Saldo aus Auf- und Abbau lag bei minus 19 Punkten. Unver­än­dert zum Vormonat müssen 29 Prozent der M+E-Unter­nehmen (weitere) Stellen streichen, während nur zehn Prozent mit Erwei­te­rungen planen (April 2026: neun Prozent).