Das vom ifo-Institut für Gesamtmetall monatlich erhobene Geschäftsklima für die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) verharrte im August 2026 mit minus 3 Punkten fast unverändert im negativen Bereich (Juli 2026: minus 5 Punkte). Damit ist der zentrale Stimmungsindikator für die mit über 3,7 Millionen Beschäftigten größte deutsche Industriebranche seit nunmehr 39 Monaten ununterbrochen im Rezessionsbereich, was dem bisherigen Negativrekord der Strukturkrise von 1991 bis 1994 entspricht. Während die aktuelle Lage mit minus 1 Punkt nicht mehr ganz so negativ wie in den Vormonaten eingeschätzt wurde (Juli: minus 8 Punkte), blickten die Unternehmen wieder pessimistischer auf die kommenden Monate. Hier fiel der Indikator von minus 1 Punkt im Juli auf minus 6 Punkte.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Die Nachfrageentwicklung wurde im August 2026 wieder deutlich schwächer beurteilt. Damit haben sich auch die Erwartungen für die kommenden Monate eingetrübt. Das zeigt, dass die Lage in der M+E-Industrie weiterhin sehr fragil und unsicher ist. Wir sehen noch keine selbsttragende Stabilisierung. Angesichts der anhaltenden Unterauslastung planen die M+E-Unternehmen mit weiteren Personalanpassungen.“
Entgegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind die privaten Investitionen im 2. Quartal 2026 nach den heute ebenfalls veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes wieder gesunken. Damit lagen diese real um 11 Prozent unter dem Niveau von 2019. Die privaten Ausrüstungsinvestitionen sanken sogar um 14 Prozent.
Die Sommerpause ist vorbei. Die Bundesregierung kann und muss jetzt zeigen, dass sie verstanden hat.
Kroemer: „Aufs Jahr gerechnet liegen die privaten Investitionen real um 77 Milliarden Euro unter dem Niveau von 2019, weil der Standort Deutschland international nicht wettbewerbsfähig ist. Das kostet immer mehr Jobs und gefährdet nachhaltig Wachstum und Wohlstand. Die Sommerpause ist vorbei. Jetzt muss Tempo gemacht werden und weitere Reformen müssen auf den Weg gebracht werden. Zuallererst müssen die Sozialversicherungsbeiträge stabilisiert und langfristig wieder auf die 40-Prozent-Grenze zurückgeführt werden. Außerdem warten wir noch immer auf den bereits vor dem Sommer versprochenen Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums zur Reform des Arbeitszeitrechts. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte gesetzlich verankerte Wochenarbeitszeit ohne Tarifvorbehalt muss jetzt endlich kommen. Ebenso wie das klare Bekenntnis zur Vertrauensarbeitszeit ohne Zeiterfassung. Die Bundesregierung kann und muss jetzt zeigen, dass sie verstanden hat.“
Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie im aktuellen M+E-Konjunkturbericht.