Die Produktion in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) ist 2025 um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das geht aus den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Nach dem Minus von 6,5 Prozent im Jahr 2024 ist dies der zweite Jahresrückgang in Folge in der mit rund 25.000 Betrieben und 3,8 Millionen Beschäftigten größten Industriebranche Deutschlands. Zwei Rezessionsjahre in Folge gab es zuletzt 2019 und 2020 und davor 1992 und 1993. Auch der Absatz von M+E-Produkten lag mit minus 0,8 Prozent erneut unter dem Vorjahr (2024 zu 2023: minus 5,9 Prozent). Dabei gab sowohl der Inlandsabsatz (minus 1,0 Prozent) als auch der Auslandsabsatz (minus 0,7 Prozent) nach. Während der Absatz in der Eurozone auf Vorjahresniveau lag, sank dieser außerhalb der Eurozone deutlich (minus 1,1 Prozent).
Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander: „Für die Metall- und Elektro-Industrie, den Wohlstandsmotor unseres Landes, war das vergangene Jahr ein schreckliches Jahr. Wir verlieren pro Monat fast 10.000 Arbeitsplätze. Die anhaltende Deindustrialisierung ist das Ergebnis miserabler Standortbedingungen, die sich über anderthalb Jahrzehnte verfehlter Wirtschaftspolitik aufgebaut haben. Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten sowie Steuern und Abgaben sind allesamt auf Rekordniveau und international nicht wettbewerbsfähig. Die Bundesregierung hat in ihrem ersten Jahr mit einzelnen Maßnahmen versucht, den Niedergang zu stoppen. Der Weg ist richtig, aber das Tempo der Strukturreformen muss maximal erhöht werden. Insbesondere der weitere Anstieg der Sozialkosten muss sofort gestoppt werden. Noch längere Verzögerungen verhindern Investitionen und vernichten weitere Arbeitsplätze.“
Wie der aktuelle Konjunkturbericht von Gesamtmetall zeigt, gab es zum Jahreswechsel erneute Rückschläge. Trotz des leichten Plus von 2,1 Prozent im vierten Quartal lag die Produktion weiterhin um 13 Prozent unter dem Niveau von 2018. Absatz und Produktion gaben im Dezember zudem um 1,6 bzw. 2,5 Prozent zum Vormonat nach. Die Kapazitätsauslastung sank zum Jahresanfang wieder um 2 Prozentpunkte auf 78 Prozent und liegt damit aktuell wieder 7 Prozentpunkte unter der Normalauslastung.
Zander: „Nach dem historischen Abwärtstrend von zehn Rezessionsquartalen in Folge gab es im vierten Quartal 2025 zwar wieder ein leichtes Hoffnungszeichen. Die Rückschläge zeigen aber, wie fragil die Lage ist. Bereinigt um die einzelnen – meist staatlich finanzierten – Großaufträge, sind die Branchenaufträge weiterhin im Keller. Für 2026 droht daher ein erneuter Produktionsrückgang um 0,5 bis 1,5 Prozent und der Verlust weiterer 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätze in diesem Jahr.“
Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie im aktuellen M+E-Konjunkturbericht.
Alexander Dennebaum
Pressesprecher
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