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Sehr differenzierte Stabilisierung der Neuaufträge

Produktion sinkt im Juli weiter deutlich

Die Metall- und Elektro-Industrie bleibt in der Rezession. Nach Daten des Statis­ti­schen Bundes­amtes stiegen zwar die Auftrag­s­ein­gänge im Juli insgesamt um 5,0 Prozent zum Vormonat. Aller­dings war das Plus fast ausschließ­lich auf den Wirt­schafts­zweig „Sons­tiger Fahr­zeugbau“ zurück­zu­führen, in dem vertei­di­gungs­re­le­vante Bereiche stecken, aber mit 161.000 nur 4 Prozent aller Beschäf­tigten der M+E-Industrie arbeiten. Bei Auto­mo­tive, wo es über 700.000 Arbeits­plätze gibt, gab es ande­rer­seits einen deut­li­chen Einbruch (-12,5 Prozent). Hier wurde das geringste Auftrags­vo­lumen seit Mai 2020 verbucht, als Corona-bedingt viele Bänder still­standen.

„Die Stabi­li­sie­rung der Neuauf­träge bleibt extrem diffe­ren­ziert über die einzelnen Branchen hinweg und von Staats­auf­trägen abhängig. Das ist mit Blick auf die stei­genden Zinsen und den drin­genden Konso­li­die­rungs­be­darf nicht nach­haltig. Zudem münden die Auftrag­s­ein­gänge aufgrund der hohen Stand­ort­kosten zu wenig in Auslas­tung und Produk­tion in den hiesigen Betrieben. Deshalb kann man nur dringend raten, diese zugegeben schöne Schwalbe nicht mit dem Sommer zu verwech­seln“, so Gesamt­me­tall-Haupt­ge­schäfts­führer Oliver Zander.

Die M+E-Produk­tion brach im Juli um 2,4 Prozent zum Vormonat ein. Damit fiel der Output auf den tiefsten Monats­wert seit August 2021, als erheb­liche Mate­ri­a­leng­pässe zu Produk­ti­ons­aus­fällen führten. Auch die Vormonate wurden von den Statis­ti­kern nach unten korri­giert, so dass sich im aussa­ge­kräf­ti­geren 3-Monats­ver­gleich ein Produk­ti­ons­rü­ck­gang um 0,3 Prozent und für das laufende Jahr ein Minus von 2,6 Prozent ergab. Vor allem bei Auto­mo­tive und im Maschi­nenbau lag die Produk­tion deutlich unter dem bereits schwachen Vorjah­res­ni­veau.

Zander: „Die Stand­ort­schwä­chen fressen sich unge­bremst weiter durch das Fundament des deutschen Wohl­stands. Die Ursachen sind bekannt: über­bor­dende Büro­kratie, zu hohe Steuern und steigende Ener­gie­preise sowie die hohen Arbeits­kosten. Wenn diese Punkte nicht energisch ange­gangen werden, und zwar alle, dann wird sich die Lage auch nicht bessern können. Die Bundes­re­gie­rung muss die Reform der Arbeits­zeit wie im Koali­ti­ons­ver­trag verein­bart umsetzen, um den Unter­nehmen zu signa­li­sieren, dass man überhaupt noch bereit und willens ist, Reformen anzugehen. Und sie muss die Sozi­a­l­ver­si­che­rungs­bei­träge schnells­tens stabi­li­sieren und perspek­ti­visch senken, damit den Arbeit­neh­mern mehr netto vom brutto bleibt und die Arbeits­kosten der Unter­nehmen sinken“.