Tarifrunden

Ergebnisse der Tarifrunde 2013

Ergebnisse der Tarifrunde 2013

Foto: Hessenmetall

1. Entgelt

Die Tabellenentgelte werden nach zwei Nullmonaten(Mai/Juni) zum 1. Juli 2013 um 3,4 Prozent für zehn Monate und am 1. Mai 2014 um weitere 2,2 Prozent für acht Monate erhöht. Daraus ergibt sich, zusammen mit der Vorbelastung aus dem Tarifabschluss 2012, im Bundesdurchschnitt eine Belastung für das Kalenderjahr 2013 von 2,96 Prozent. Über die gesamte Laufzeit gerechnet beträgt die Belastung 2,91 Prozent.

Die M+E-Arbeitgeber haben stets darauf hingewiesen, dass ein Abschluss der hohen Vorbelastung durch den Tarifvertrag 2012 Rechnung tragen müsse. Dafür sorgen die beiden Nullmonate zu Beginn der Laufzeit. Sie federn die 4,3-Prozent-Erhöhung in den Monaten Januar bis April 2013 in der Jahresrechnung ab.

Das macht die Belastung der Unternehmen im Kalenderjahr 2013 verkraftbar. Sie liegt mit 2,96 Prozent deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 3,41 Prozent, obwohl sich die M+E-Produktion 2013 vermutlich leicht besser als 2012 entwickeln wird. Auch über die gesamte Laufzeit betrachtet liegt die durchschnittliche Belastung mit 2,9 Prozent deutlich unter jener des vorigen Abschlusses von 3,7 Prozent.

2. Laufzeit

Der Tarifvertrag hat eine Gesamtlaufzeit von 20 Monaten, vom 1. Mai 2013 bis zum 31. Dezember 2014.

Die Arbeitgeber haben stets für einen langlaufenden Tarifabschluss geworben, um den Unternehmen in einem unsicheren und volatilen Umfeld Planungssicherheit zu geben. Das ist mit der Laufzeit von 20 Monaten gelungen. Die Betriebe können nun ihre ganze Kraft darauf konzentrieren, den Konjunkturmotor wieder in Schwung zu bringen.

Außerdem haben die Tarifparteien genügend Zeit, um unbelastet durch Tarifverhandlungen über die Herausforderungen zu sprechen, die sich infolge des demografischen Wandels ergeben. Eine solche Gesprächsverpflichtung hatten die Sozialpartner im Abschluss 2012 vereinbart.

3. Verhandlungsprozess

Der Pilotabschluss kam in der vierten Verhandlungsrunde nach nur wenigen Stunden in Bayern zustande.

Die Arbeitgeber haben sich wiederholt für einen gestrafften Verhandlungsprozess und gegen unnötige Rituale ausgesprochen. In der aktuellen Tarifrunde haben sie deshalb Tempo gemacht und schon in der zweiten Runde ein Angebot vorgelegt – so früh war dies zuletzt im Jahr 2000, also vor 13 Jahren, geschehen.

Der schnelle Pilotabschluss zeigt: Die Tarifpartner in der Metall- und Elektro-Industrie haben nicht nur die Inhalte der Tarifpolitik erfolgreich modernisiert, sondern auch die Abläufe. Besonderes Novum in diesem Jahr: Mit Angelique Renkhoff-Mücke hat erstmals eine Frau einen Pilotabschluss gezimmert. Auch hier ist M+E vorbildlich und auf der Höhe der Zeit. Der Pilotabschluss 2013 für die M+E-Industrie wurde nach fast zwei Jahrzehnten erstmals wieder in Bayern vereinbart. Damit erhält Bayern wieder die tarifpolitische Bedeutung, die dem Land aufgrund seiner starken Metall- und Elektro-Industrie zusteht.