Beschäftigung

Arbeitszufriedenheit

Arbeitszufriedenheit

Foto: Gesamtmetall

Gesamtmetall hat im Jahr 2002 eine umfassende Bestandsaufnahme der Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen in der Metall- und Elektro-Industrie vorgelegt. Eine Dekade später haben wir beim Institut für Demoskopie Allensbach erneut eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben. Wir wollten wissen, was sich in den zurückliegenden zehn Jahren verändert hat – nicht zuletzt bei der Arbeitszufriedenheit.

Das Ergebnis: Auch wenn viele Mitarbeiter eine ambivalente Bilanz der Veränderungen in ihrem Arbeitsbereich ziehen und die überwältigende Mehrheit von steigenden Anforderungen berichtet, beeinträchtigt dies nicht die Arbeitszufriedenheit. Im Gegenteil: Die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter ist mit den Arbeitsbedingungen insgesamt zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Insgesamt 77 Prozent ziehen eine positive Bilanz ihrer Arbeitsbedingungen, 18 Prozent sind weniger zufrieden und nur eine verschwindende Minderheit von 3 Prozent ist eindeutig unzufrieden.

Der Stolz auf die eigene Tätigkeit ist in den letzten zehn Jahren sogar signifikant gewachsen. Schon 2002 waren 60 Prozent der Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie auf ihre Arbeit ziemlich oder sogar sehr stolz, heute 68 Prozent. Lediglich eine kleine Minderheit von 5 Prozent kann sich mit der eigenen Arbeit überhaupt nicht identifizieren. Auch bei der Frage, wie interessant die Tätigkeit ist, zieht eine überwältigende Mehrheit der Beschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie eine positive Bilanz. 70 Prozent empfinden die eigene Arbeit als interessant oder sogar sehr interessant, lediglich 7 Prozent als nicht sonderlich oder überhaupt nicht interessant.

Folgt man aber manchen Berichten über die Arbeitswelt – oder einigen Gewerkschaftsumfragen wie dem jährlichen DGB-Index "Gute Arbeit" – sieht man "die Deutschen als Heer von Lohnsklaven auf der Galeere bis zum Einsetzen der Ohnmacht rudern. Freudlos, in Angst erstarrt und ohne Hoffnung", wie es in einem Zeitungskommentar zum Ausdruck kam. Anstelle des alten Proletariats wird von interessierter Seite das Bild eines neuen Prekariats bemüht, verbunden mit einem Rückfall in längst überwunden geglaubte Rhetorik. Die Menschen haben aber anscheinend ein ganz anderes Bild von ihrer Arbeit.

Auch sind die Beschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie mit ihrer tatsächlichen Arbeitszeit sehr zufrieden – allenfalls wünscht sich eine Mehrheit eine längere Arbeitszeit. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative Studie von TNS Emnid unter Beschäftigten in der M+E-Industrie. Danach liegt die durchschnittliche gewünschte Arbeitszeit bei 36,6 Stunden in der Woche, die vertraglich festgelegte bei 36,8 Stunden. Dabei macht ein Fünftel aller M+E-Befragten keine zusätzlichen Überstunden, 53 Prozent maximal 5 Überstunden in der Woche. Zu 77 Prozent werden diese Überstunden durch Freizeit ausgeglichen, 31 Prozent der Befragten geben zudem an, Überstunden bezahlt zu bekommen.

Besonders bemerkenswert ist der Blick auf die Arbeitszeitwünsche im Detail. So wünschen sich nur 13 Prozent aller M+E-Arbeitnehmer eine Wochenarbeitszeit von weniger als 30 Stunden – 35 Prozent möchten allerdings länger als 39 Stunden arbeiten. Diese Umfrage bestätigt die Ergebnisse der Befragung der IG Metall von 2013 unter Beschäftigten aller Branchen, die damals ergab: 29 Prozent aller Beschäftigten wünscht sich eine Arbeitszeit von mehr als 35 Stunden.