Beschäftigung

Befristungen

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Foto: AdobeStock/ehrenberg-bilder

Die Große Koalition hat den Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits unverantwortlich viel Flexibilität beim Personaleinsatz genommen. Nach Zeitarbeit und Werkverträgen sollen nun auch die wichtigen Befristungsmöglichkeiten der Unternehmen eingeschränkt werden. Unternehmen müssen aber, um wettbewerbsfähig zu sein, flexibel Personal auf- und abbauen können. Sie brauchen Kapazitätsreserven.

Der eigentliche Missbrauch von Befristungen findet im öffentlichen Dienst, in der Politik, an Schulen und Universitäten statt. Wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich von einer Befristung zur nächsten hangeln. Lehrer, die vor den Ferien entlassen werden, und die erst nach den Ferien einen neuen Halbjahresvertrag erhalten. Doch diese Fälle geht die Bundesregierung nicht an.

Der Blick auf die Zahlen bestärkt das: So liegt der Anteil an befristeter Beschäftigung bei uns in der M+E-Industrie bei 4 Prozent. Im öffentlichen Dienst sind es 7,1 Prozent, bei NGOs wie Gewerkschaften oder Umweltschutzorganisationen im Schnitt 14,4 Prozent, bei wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen: 37 Prozent.

Und der Staat hat sich selber noch das Instrument der "Haushaltsbefristung" geschaffen, das es nur für den öffentlichen Dienst gibt, eine "Budgetbefristung" für die private Wirtschaft gibt es nicht. Wenn die Politik den Missbrauch befristeter Beschäftigung bekämpfen will, soll sie bitte den Mut haben und bei sich selber anfangen - und als erstes die eigene Sonderreglung "Haushaltbefristung" abschaffen.

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