Bildung

Ausbildung

Ausbildung

Foto: Gesamtmetall

Die M+E-Unternehmen engagieren sich überdurchschnittlich stark in der Ausbildung – und mit gutem Grund: Engagement und Wissen der Mitarbeiter sind zwingende Voraussetzung dafür, am und vom Standort Deutschland aus erfolgreich zu sein. Wann immer es ihnen möglich ist, bilden Unternehmen deshalb aus. Sie tun das aus eigenem Interesse, weil qualifizierte Fachleute unverzichtbar sind, insbesondere dann, wenn sie die besonderen Anforderungen des Unternehmens kennen. Aber auch die Auszubildenden selbst profitieren: Laut des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verdienen angehende Mechatroniker mit monatlich 964 Euro im Westen und 943 Euro im Osten mit am besten.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den industriellen Metall- und Elektro-Berufen ist 2015 gegenüber 2014 leicht gestiegen. Mit 70.480 Verträgen lag der Wert 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert und hat damit gegen den Trend zugelegt: Die Gesamtzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2015 ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Insgesamt wurden 522.094 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 0,2 Prozent weniger als 2014.

Bei der Bundesagentur für Arbeit wurden rund 520.000 Ausbildungsplätze gemeldet, 1,6 Prozent mehr als 2014. Es blieben aber auch mehr Stellen unbesetzt. Mit rund 41.000 unbesetzten Ausbildungsstellen (+ 10,4 Prozent) ist ein neuer Höchststand der gemeldeten unbesetzten Stellen zu verzeichnen. Hauptursache sind Besetzungsprobleme der Ausbildungsunternehmen und Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt.

Eine besondere Herausforderung wird die Bildungsintegration der großen Zahl von Geflüchteten mit Bleibeperspektive sein. Dies spiegelt sich auf dem Ausbildungsmarkt 2015 noch nicht wider, da zunächst die Asylverfahren und die Sprach- und Integrationskurse für die Geflüchteten im Vordergrund stehen.

Die Digitalisierung und der damit verbundene Übergang in ein neues industrielles Zeitalter (Industrie 4.0) haben bereits in den vergangen Jahren zahlreiche Veränderungen in den Produktionsabläufen bewirkt. Auf die neuen Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten haben die Sozialpartner bereits mit der Reform der industriellen Metall- und Elektro-Berufe in den Jahren 2003 und 2004 reagiert. Seitdem stehen die Vermittlung von Prozess- und IT-Kompetenzen im Mittelpunkt der Berufsausbildung. Durch die technologieoffene Beschreibung der Kompetenzen ist eine Ausbildung auch im aktuellen technischen Kontext im Rahmen der bestehenden Ausbildungsberufe möglich.

Im Rahmen noch laufender wissenschaftlicher Forschungsprojekte und betrieblicher Studien werden zukünftige Qualifikationsanforderungen prognostiziert. Eines ist schon jetzt sehr deutlich: Die duale Berufsausbildung steht vor neuen Herausforderungen:

  • IT-Kenntnisse und deren Anwendung werden von zentralerer Bedeutung sein
  • Fachkenntnisse und Prozesskenntnisse sind erforderlich, um komplexe Produktionsanlagen zu betreiben
  • Informations- und Produktionstechnik werden verknüpft angewandt werden
  • Für den kontinuierlichen Erwerb von Qualifikationen sind erweiterte Selbstlernkompetenz und Selbstorganisation notwendig
  • Englisch wird zur Basiskompetenz

Am 20. April 2016 haben sich die Sozialpartner Gesamtmetall und IG Metall gemeinsam mit den Fachverbänden VDMA und ZVEI auf ein Verfahren geeinigt, um als zuständige, federführende Organisationen für die Neuordnung der Metall- und Elektro-Berufe schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Bis Ende 2016 werden die ersten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vorliegen.