Bildung

Ausbildung

Ausbildung

Foto: Gesamtmetall

Wer heute einen Arbeitsplatz sucht, hat eine so große Auswahl, wie es sie in dieser Form noch nie gab – auch in der M+E-Industrie. Die Kehrseite: Die Fachkräfte werden knapp. Die M+E-Unternehmen engagieren sich daher überdurchschnittlich stark in der Ausbildung – und mit gutem Grund: Engagement und Wissen der Mitarbeiter sind zwingende Voraussetzung dafür, am und vom Standort Deutschland aus erfolgreich zu sein. Wann immer es ihnen möglich ist, bilden Unternehmen deshalb aus. Sie tun das aus eigenem Interesse, weil qualifizierte Fachleute unverzichtbar sind, insbesondere dann, wenn sie die besonderen Anforderungen des Unternehmens kennen. Aber auch die Auszubildenden selbst profitieren: Laut des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verdienen angehende Mechatroniker mit monatlich 1027 Euro im Westen und 1005 Euro im Osten mit am besten.

Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie bilden weiter auf sehr hohem Niveau aus: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den industriellen Metall- und Elektroberufen – den Kernberufen der M+E-Industrie – stieg 2016 erneut. Mit 71.653 Verträgen lag der Wert um 1,7 Prozent höher als im Vorjahr. Mit Blick auf die Anforderungen der Digitalisierung in den M+E-Betrieben ist der Zuwachs von 6,2 Prozent bei den technischen IT-Berufen besonders erfreulich.

Die Gesamtzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge über alle Berufe und Branchen hinweg lag 2016 bei rund 520.300. Dies entspricht einem leichten Rückgang gegenüber 2015 um 0,4 Prozent. Die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsplätze blieben 2016 mit 563.809 gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Die bundesweite Nachfrage nach Ausbildungsplätzen lag mit 540.881 etwas unter dem Vorjahresniveau.

Die Zahl der unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen in der gesamten Wirtschaft ist mit 43.500 erneut gestiegen und verdeutlicht, dass das Matching zwischen Unternehmen und Bewerbern weiterhin eine zentrale Herausforderung auf dem Ausbildungsstellenmarkt darstellt. Die Besetzungsprobleme der Unternehmen haben erneut zugenommen. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. Eine weitere Herausforderung wird die Bildungsintegration der großen Zahl von Geflüchteten mit Bleibeperspektive sein.

Die Digitalisierung bewirkte in den vergangenen Jahren zahlreiche Veränderungen in den Produktionsabläufen. Auf die sich zunehmend schneller verändernden Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten hatten die Sozialpartner bereits mit der Reform der industriellen Metall- und Elektroberufe in den Jahren 2003 und 2004 reagiert. Seitdem steht die Vermittlung von Prozesskenntnissen und IT-Kompetenzen im Mittelpunkt der Berufsausbildung.

Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall verständigten sich im Frühjahr 2016 darauf, die Industrie-4.0-relevanten Ausbildungsberufe und die darauf aufbauenden Fortbildungen im M+E-Bereich hinsichtlich neuer Anforderungen und beruflicher Perspektiven im Umfeld von Industrie 4.0 zu untersuchen. Unter Einbeziehung von Experten aus Unternehmen, Berufsschulen und der Wissenschaft und nach Auswertung vorliegender Studien sollten Vorschläge zur Aktualisierung und die dafür notwendigen Maßnahmen entwickelt werden. Seit April 2017 liegt das Ergebnis in Form gemeinsamer Handlungsempfehlungen zu Ausbildung und Fortbildung für Industrie 4.0 vor. Die darin konkret beschriebenen Vorschläge zur Anpassung der Berufsbilder an die Anforderungen von Digitalisierung und Industrie 4.0 werden derzeit in einem "agilen Verfahren" mit den zuständigen Bundesministerien und Entscheidungsträgern abgestimmt.