Bildung

Ausbildung

Ausbildung

Foto: Gesamtmetall

Wer heute einen Arbeitsplatz sucht, hat eine so große Auswahl, wie es sie in dieser Form noch nie gab – auch in der M+E-Industrie. Die Kehrseite: Die Fachkräfte werden knapp. Die M+E-Unternehmen engagieren sich daher überdurchschnittlich stark in der Ausbildung – und mit gutem Grund: Engagement und Wissen der Mitarbeiter sind zwingende Voraussetzung dafür, am und vom Standort Deutschland aus erfolgreich zu sein. Wann immer es ihnen möglich ist, bilden Unternehmen deshalb aus. Sie tun das aus eigenem Interesse, weil qualifizierte Fachleute unverzichtbar sind, insbesondere dann, wenn sie die besonderen Anforderungen des Unternehmens kennen. Aber auch die Auszubildenden selbst profitieren: Laut des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verdienen angehende Mechatroniker mit monatlich 1047 Euro im Westen und 1023 Euro im Osten mit am besten.

Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie bilden weiter auf sehr hohem Niveau aus: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den industriellen Metall- und Elektroberufen – den Kernberufen der M+E-Industrie – stieg 2017 erneut. Mit 73.900 neuen Ausbildungsverträgen ist die Zahl der neuen Auszubildenden auf dem dritthöchsten Wert der Geschichte, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,1 Prozent.

Die Gesamtzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge über alle Berufe und Branchen hinweg lag 2017 bei rund 523.300. Dies entspricht einem leichten Plus gegenüber 2016 um 0,6 Prozent. Die Zahl der unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen in der gesamten Wirtschaft ist mit 48.900 erneut gestiegen und verdeutlicht, dass das Matching zwischen Unternehmen und Bewerbern weiterhin eine zentrale Herausforderung auf dem Ausbildungsstellenmarkt darstellt. Die Besetzungsprobleme der Unternehmen haben erneut zugenommen. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. Eine weitere Herausforderung wird die Bildungsintegration der großen Zahl von Geflüchteten mit Bleibeperspektive sein.

Die Digitalisierung bewirkte in den vergangenen Jahren zahlreiche Veränderungen in den Produktionsabläufen. Auf die sich zunehmend schneller verändernden Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten hatten die Sozialpartner bereits mit der Reform der industriellen Metall- und Elektroberufe in den Jahren 2003 und 2004 reagiert. Seitdem steht die Vermittlung von Prozesskenntnissen und IT-Kompetenzen im Mittelpunkt der Berufsausbildung.

Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall verständigten sich im Frühjahr 2016 darauf, die Industrie-4.0-relevanten Ausbildungsberufe und die darauf aufbauenden Fortbildungen im M+E-Bereich hinsichtlich neuer Anforderungen und beruflicher Perspektiven im Umfeld von Industrie 4.0 zu untersuchen. Mithilfe von Experten aus Unternehmen, Berufsschulen und der Wissenschaft und nach der Auswertung verschiedener Studien wurden Vorschläge für aktualisierte Ausbildungsordnungen und die dafür notwendigen Maßnahmen entwickelt. Diese Handlungsempfehlungen sind inzwischen mit den zuständigen Bundesministerien und Entscheidungsträgern abgestimmt und die vorgeschlagenen Änderungen sollen zügig umgesetzt werden, sodass bereits ab August 2018 nach den neuen Ausbildungsordnungen ausgebildet werden kann. Betroffen sind die Verordnungen der industriellen Metallberufe, der industriellen Elektroberufe und die des Mechatronikers.