Bildung

Ausbildung

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Große Auswahl an Arbeitsplätzen in der M+E-Industrie

Foto: Gesamtmetall

Wer heute einen Arbeitsplatz sucht, hat eine so große Auswahl, wie es sie in dieser Form noch nie gab – auch in der M+E-Industrie. Die Kehrseite: Die Fachkräfte werden knapp. Die M+E-Unternehmen engagieren sich daher überdurchschnittlich stark in der Ausbildung – und mit gutem Grund: Engagement und Wissen der Mitarbeiter sind zwingende Voraussetzung dafür, am und vom Standort Deutschland aus erfolgreich zu sein. Wann immer es ihnen möglich ist, bilden Unternehmen deshalb aus. Sie tun das aus eigenem Interesse, weil qualifizierte Fachleute unverzichtbar sind, insbesondere dann, wenn sie die besonderen Anforderungen des Unternehmens kennen. Aber auch die Auszubildenden selbst profitieren: Laut des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verdienen angehende Mechatroniker mit monatlich 1047 Euro im Westen und 1023 Euro im Osten mit am besten.

Immer mehr junge Menschen starten eine Ausbildung in den industriellen Metall- und Elektroberufen (M+E-Berufe). Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Jahr 2018 erneut deutlich gestiegen. Insgesamt wurden bis Jahresende 78.127 neue Verträge geschlossen – das ist der höchste Wert seit Beginn der Finanzkrise 2008. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Verträge um 5,7 Prozent (2017: 73.882 Verträge). Insbesondere die Berufe der Informations- und Kommunikationstechnik legten mit 13,4 Prozent auf 16.341 Verträge zu (2017: 14.412 Verträge). Das zeigt den steigenden Bedarf an IT-Spezialisten für Digitalisierung und Industrie 4.0. Die meisten Verträge gab es bei den Fachinformatikern (14.910), den Industriemechanikern (12.816) und den Mechatronikern (8.237). Insgesamt geben die M+E-Betriebe rund 200.000 jungen Menschen eine Zukunftsperspektive in einer prosperierenden Branche und lassen sich das rund vier Milliarden Euro kosten.

Die Zahl der unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen in der gesamten Wirtschaft verdeutlicht, dass das Matching zwischen Unternehmen und Bewerbern weiterhin eine zentrale Herausforderung auf dem Ausbildungsstellenmarkt darstellt. Die Besetzungsprobleme der Unternehmen haben erneut zugenommen. Auch bei M+E blieben rund 8.000 Plätze unbesetzt. Jedoch gibt es deutliche regionale Unterschiede. Eine weitere Herausforderung wird die Bildungsintegration der großen Zahl von Geflüchteten mit Bleibeperspektive sein.

Die Digitalisierung bewirkte in den vergangenen Jahren zahlreiche Veränderungen in den Produktionsabläufen. Auf die sich zunehmend schneller verändernden Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten hatten die Sozialpartner bereits mit der Reform der industriellen Metall- und Elektroberufe in den Jahren 2003 und 2004 reagiert. Seitdem steht die Vermittlung von Prozesskenntnissen und IT-Kompetenzen im Mittelpunkt der Berufsausbildung.

Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall verständigten sich im Frühjahr 2016 darauf, die Industrie-4.0-relevanten Ausbildungsberufe und die darauf aufbauenden Fortbildungen im M+E-Bereich hinsichtlich neuer Anforderungen und beruflicher Perspektiven im Umfeld von Industrie 4.0 zu untersuchen. Mithilfe von Experten aus Unternehmen, Berufsschulen und der Wissenschaft und nach der Auswertung verschiedener Studien wurden Vorschläge für aktualisierte Ausbildungsordnungen und die dafür notwendigen Maßnahmen entwickelt. Diese Handlungsempfehlungen wurden mit den zuständigen Bundesministerien und Entscheidungsträgern abgestimmt, sodass bereits ab August 2018 nach den neuen Ausbildungsordnungen ausgebildet wird. Betroffen sind die Verordnungen der industriellen Metallberufe, der industriellen Elektroberufe und die des Mechatronikers.