Bildung

Fachkräftemangel

Fachkräftemangel

Foto: fischer Automotive Systems/Wilhelm Mierendorf

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) gehört zu den Wirtschaftsbereichen mit der höchsten MINT-Beschäftigung in Deutschland. Mehr als drei Millionen Akademiker, Meister und Techniker sowie beruflich ausgebildete Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) arbeiten in der M+E-Industrie. Das ist etwa ein Viertel aller MINT-Beschäftigten in Deutschland. Diese Fachkräfte aller Qualifikationsstufen sind wichtig für unsere Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Deshalb ist die M+E-Industrie von einer MINT-Fachkräftelücke besonders betroffen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) fehlten in Deutschland im September 2015 insgesamt rund 164.400 Fachkräfte mit einem akademischen oder beruflichen MINT-Abschluss. Dies ist der höchste Stand seit Herbst 2012.

Zukünftig wird sich diese Lücke vor allem bei den beruflich ausgebildeten MINT-Fachkräften noch deutlich verschärfen, wenn nicht zusätzliche Potenziale erschlossen werden. Der erwartete Engpass bei den MINT-Akademikern hat sich durch die steigende Zahl der Studierenden und den steigenden Anteil der MINT-Studenten in jüngster Zeit spürbar verringert.

Leider bestätigt der aktuelle MINT-Herbstreport auch, dass die Rente mit 63 weiter die Engpässe bei den MINT-Beschäftigten verschärft. Es geht dabei vor allem um die Facharbeiter in den MINT-Berufen. Ein halbes Jahr nach Einführung der neuen Regelung lag die Beschäftigung in dieser Berufsgruppe um 10.000 Personen niedriger als sie eigentlich hätte sein können.
 
Die Unternehmen und Verbände der M+E-Industrie arbeiten seit vielen Jahren daran, mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen den Nachwuchs an MINT-Fachkräften für die Branche zu sichern. Einige Beispiele:
 
  • Derzeit machen rund 210.000 Jugendliche eine Ausbildung in der M+E-Industrie, die Mehrzahl von ihnen in einem der MINT-Berufe. Rund 83 Prozent der M+E-Betriebe, die ausbilden können, haben im Jahr 2014 tatsächlich auch ausgebildet (Quelle: IAB-Betriebspanel).
  • Seit 27 Jahren informieren die M+E-Arbeitgeber Schülerinnen und Schüler in Deutschland mit den M+E-InfoMobilen über die Ausbildungsmöglichkeiten in den technischen Berufen der M+E-Industrie. Seit Herbst 2015 sind fünf neue InfoTrucks im Einsatz. Insgesamt 10 dieser hochmodernen Fahrzeuge werden bis Ende 2016 die InfoMobile ablösen.
  • Unter der Marke "think ING" informieren die M+E-Verbände Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen über das Studium und den Beruf der Ingenieure.
  • Die M+E-Verbände fördern das nationale Excellence-Netzwerk MINT-EC von Gymnasien mit ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 247 zertifizierten Schulen mit rund 270.000 Schülerinnen und Schülern sowie 21.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK).