Bildung

Fachkräftemangel

Fachkräftemangel

Foto: fischer Automotive Systems/Wilhelm Mierendorf

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) gehört zu den Wirtschaftsbereichen mit der höchsten MINT-Beschäftigung in Deutschland. Mehr als drei Millionen Akademiker, Meister und Techniker sowie beruflich ausgebildete Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) arbeiten in der M+E-Industrie. Das ist etwa ein Viertel aller MINT-Beschäftigten in Deutschland. Diese Fachkräfte aller Qualifikationsstufen sind wichtig für unsere Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Deshalb ist die M+E-Industrie von einer MINT-Fachkräftelücke besonders betroffen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) fehlten im April 2017 237.500 Arbeitskräfte im so genannten MINT-Bereich. Damit hat die MINT-Lücke den Höchststand seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2011 erreicht. Allein im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der fehlenden Arbeitskräfte im MINT-Bereich um 38,6 Prozent - und wäre ohne Zuwanderung noch größer.

Zukünftig wird sich diese Lücke vor allem bei den beruflich ausgebildeten MINT-Fachkräften noch deutlich verschärfen, wenn nicht zusätzliche Potenziale erschlossen und mehr junge Menschen für diese Berufe gewonnen werden. Auch die Rente mit 63 hat die Engpässe bei den MINT-Beschäftigten weiter verschärft. Der erwartete Engpass bei den MINT-Akademikern hat sich durch die steigende Zahl der Studierenden und den steigenden Anteil der MINT-Studenten in jüngster Zeit spürbar verringert.

Die Unternehmen und Verbände der M+E-Industrie arbeiten seit vielen Jahren daran, mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen den Nachwuchs an MINT-Fachkräften für die Branche zu sichern. Einige Beispiele:
 
  • Derzeit machen rund 200.000 Jugendliche eine Ausbildung in der M+E-Industrie, die Mehrzahl von ihnen in einem der MINT-Berufe. Rund 84 Prozent der M+E-Betriebe, die ausbilden können, haben im Jahr 2015 tatsächlich auch ausgebildet (Quelle: IAB-Betriebspanel).
  • Seit 28 Jahren informieren die M+E-Arbeitgeber Schülerinnen und Schüler in Deutschland mit den M+E-InfoMobilen über die Ausbildungsmöglichkeiten in den technischen Berufen der M+E-Industrie. Von 2014 bis 2016 wurden die InfoMobile durch neue InfoTrucks ersetzt. Insgesamt 10 dieser hochmodernen Fahrzeuge sind seit Beginn des Jahres 2017 im Einsatz.
  • Unter der Marke "think ING" informieren die M+E-Verbände Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen über das Studium und den Beruf der Ingenieure.
  • Die M+E-Verbände fördern das nationale Excellence-Netzwerk MINT-EC von Gymnasien mit ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 267 zertifizierten Schulen mit rund 270.000 Schülerinnen und Schülern sowie 21.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK).