Bildung

Fachkräftemangel

Fachkräftemangel

Fachkräftemangel in MINT-Berufen

Foto: Gesamtmetall

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) gehört zu den Wirtschaftsbereichen mit der höchsten MINT-Beschäftigung in Deutschland. Mehr als drei Millionen Akademiker, Meister und Techniker sowie beruflich ausgebildete Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) arbeiten in der M+E-Industrie. Das ist etwa ein Viertel aller MINT-Beschäftigten in Deutschland. Diese Fachkräfte aller Qualifikationsstufen sind wichtig für unsere Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Deshalb ist die M+E-Industrie von einer MINT-Fachkräftelücke besonders betroffen. Seit März gab es durch das Corona-Virus und die Maßnahmen gegen dessen Ausbreitung jedoch einen großen konjunkturellen Einbruch. Dieser betraf neben vielen Dienstleistungsbereichen auch sehr stark die international vernetzte Industrie. Die Nachfrage nach Personen mit einer MINT-Ausbildung hatte sich daher deutlich verringert, mittlerweile aber fast wieder kompensiert. Im April 2021 lagen in den MINT-Berufen insgesamt rund 359.900 zu besetzende Stellen vor. Gleichzeitig waren bundesweit 228.500 Personen arbeitslos gemeldet, die gerne einem MINT-Erwerbsberuf nachgehen würden. Die MINT-Lücke steigt nach Tiefständen im Herbst mit 109.000 wieder an und beträgt im April 145.100. Strukturelle Effekte durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie werden den Bedarf in den kommenden Jahren stark erhöhen, während durch die Pandemie ein Rückgang des MINT-Nachwuchses zu befürchten ist.

Der Fachkräftemangel bleibt also ein ernstes Problem. Um Herausforderungen wie den Klimawandel oder den Strukturwandel in der Industrie zu bewältigen, sind gerade MINT-Qualifikationen gefragt. Zukünftig wird sich diese Lücke vor allem bei den beruflich ausgebildeten MINT-Fachkräften noch deutlich verschärfen, wenn nicht zusätzliche Potenziale erschlossen und mehr junge Menschen für diese Berufe gewonnen werden. Der Anteil der Frauen sowohl bei den akademischen Berufen als auch bei den dualen Ausbildungsberufen ist viel zu gering. Auch die Rente mit 63 hat die Engpässe bei den MINT-Beschäftigten weiter verschärft. Der erwartete Engpass bei den MINT-Akademikern hat sich durch die steigende Zahl der Studierenden und den steigenden Anteil der MINT-Studenten in jüngster Zeit spürbar verringert.

Die Unternehmen und Verbände der M+E-Industrie arbeiten seit vielen Jahren daran, mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen den Nachwuchs an MINT-Fachkräften für die Branche zu sichern. Einige Beispiele:
 
  • Derzeit machen rund 200.000 Jugendliche eine Ausbildung in der M+E-Industrie, die Mehrzahl von ihnen in einem der MINT-Berufe. Rund 85 Prozent der M+E-Betriebe, die ausbilden können, haben im Jahr 2017 tatsächlich auch ausgebildet (Quelle: IAB-Betriebspanel).
  • Seit 1990 Jahren informieren die M+E-Arbeitgeber Schülerinnen und Schüler in Deutschland mit den M+E-InfoMobilen über die Ausbildungsmöglichkeiten in den technischen Berufen der M+E-Industrie. Von 2014 bis 2016 wurden die InfoMobile durch neue InfoTrucks ersetzt. Insgesamt 10 dieser hochmodernen Fahrzeuge sind seit Beginn des Jahres 2017 im Einsatz.
  • Unter der Marke "think ING" informieren die M+E-Verbände Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen über das Studium und den Beruf der Ingenieure.
  • Die M+E-Verbände fördern das nationale Excellence-Netzwerk MINT-EC von Gymnasien mit ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 295 zertifizierten Schulen mit rund 315.000 Schülerinnen und Schülern sowie 25.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK).