Bildung

Neue Berufe

Neue Berufe

Foto: Sirona Dental Systems GmbH/Alessandro Balzarin

Die Unternehmen wissen am besten, welche Mitarbeiter sie an welchem Arbeitsplatz brauchen. Wenn der Gesetzgeber Ausbildungsberufe neu ordnet, sind daher auch betriebliche Praktiker beider Sozialpartner beteiligt. Ein wichtiges Thema sind die neuen zweijährigen Berufsausbildungen.

Auf der einen Seite werden heute Arbeitsplätze mit weniger komplexen Anforderungen, beispielsweise im Bereich der Serienfertigung, mit "überqualifizierten" Absolventen drei- oder dreieinhalbjähriger Berufsausbildungen besetzt. Auf der anderen Seite wurden Tätigkeiten auf "Einfach-Arbeitsplätzen", die bis in die 1980er Jahre mit Un- und Angelernten besetzt werden konnten, auf Grund des Wandels zu einer prozessorientierten betrieblichen Arbeitsorganisation zumindest so anspruchsvoll, dass es hier zunehmend einer wenigstens zweijährigen Facharbeiterausbildung bedarf.

Und nicht zuletzt sind die zweijährigen Ausbildungen auch eine Chance für gering qualifizierte Jugendliche mit niedrigen Abschlüssen und schlechten Noten, denen der Schritt von der Schule ins Berufsleben und damit in die dreieinhalbjährige komplexere und theoretisch anspruchsvollere Ausbildung nicht gelang.

Seit 2013 können Unternehmen im neuen zweijährigen Beruf "Fachkraft für Metalltechnik" ausbilden. Er löste elf der so genannten Altberufe ab, die teilweise noch aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts stammten. Die bekanntesten waren der Teilezurichter, der Drahtzieher und der Federmacher. Die neue Fachkraft für Metalltechnik hat vier Fachrichtungen, in denen die Altberufe inhaltlich zusammengefasst wurden. Die zweijährige Ausbildungszeit kann auf die der dreieinhalbjährigen industriellen Metallberufe angerechnet werden.

Bereits mit der Neuordnung der industriellen Metallberufe im Jahr 1987 wurden viele solcher vergleichbaren Altberufe abgelöst. Aus dem Maschinenschlosser und dem Betriebsschlosser (beide von 1937) wurde der Industriemechaniker, der heute ausbildungsstärkste industrielle Metallberuf.

Mit der Fachkraft für Metalltechnik (2013) entstand nach dem Maschinen- und Anlagenführer (2004) und dem Industrieelektriker (2009) der dritte neue zweijährige Ausbildungsberuf für den Bereich der Metall- und Elektro-Industrie. Die Ausbildungszahlen dieser Berufe können sich sehen lassen und belegen abseits der bildungspolitischen Diskussion über die Existenzberechtigung zweijähriger Berufe den tatsächlichen Bedarf der Wirtschaft: So wurden seit Bestehen der Berufsausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer mehr als 27.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen.